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Montag, 10.08.2020
 
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Interview | Beitrag vom 01.08.2020

Dienstkleidung bei der Bahn Neue Kollektion in Weinrot und Blau

Bernhard Roetzel im Gespräch mit Axel Rahmlow

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Zwei Zugbegleiter stehen in der neuen Bekleidung der Deutsche Bahn neben einem ICE, der von Stuttgart in das Ostseebad Binz fährt. Kreiert wurde die Bekleidung vom Designer Guido Maria Kretschmer.  (picture-alliance/dpa/Sebastian Gollnow)
Die Deutsche Bahn hat ihr Personal neu eingekleidet und die Farbwahl verändert. (picture-alliance/dpa/Sebastian Gollnow)

Eher "opahaft und deprimierend" findet der Modejournalist Bernhard Roetzel das Weinrot der neuen Bahn-Uniform. Es komme bei der Gestaltung des Unternehmens bisher nicht vor. Roetzel findet gute Gründe für andere Stilvorschläge.

Das Bahnpersonal ist ab heute mit neuer Dienstkleidung unterwegs. Die bisherigen blauen Uniformen mit dem charakteristischen Rot bei den Details gibt es nicht mehr.

Die mehr als 40.000 Zugbegleiter, Lokführer und Servicekräfte tragen jetzt Blau oder Weinrot. Der Designer Guido Maria Kretschmer hat die neue Kollektion für die Bahn entworfen.

Abschied von bekannten Farben 

Eher skeptisch beurteilt der Modejournalist Bernhard Roetzel das neue Outfit. Das Weinrot wirke großflächig eingesetzt eher etwas "opahaft und deprimierend", findet er. Dagegen sei Blau immer noch statistisch gesehen die Lieblingsfarbe der deutschen Männer.

Die Bahn habe sich aber vom bisher verwendeten Rot bewusst verabschiedet, weil es sich angeblich schwer kombinieren ließ, sagt Roetzel und hebt hervor: "Das alte Rot war aber immerhin eine gelernte Farbe, die für die Bahn steht." Jeder verbinde mit einer roten Mütze den Schaffner, der heute aber auch nicht mehr so heiße.

Kritik an Weinrot

"Ich finde, es hätte andere Optionen gegeben", sagt Roetzel. Das Weinrot komme in der Corporate Identity der Bahn sonst nicht vor und sei in der Gesamtgestaltung des Unternehmens nicht präsent – auch nicht in den ICE-Zügen. Weinrot sei nur im Bordrestaurant alter Interregios der 1980er Jahre mal verwendet worden.

Roetzel verweist auf das Beispiel der Post, deren Quietschgelb charakterisch sei. Vielleicht wäre Grün für die Bahn besser gewesen, meint er, weil dies bei den Öko-Strom-ICEs immerhin vorkomme. Auch bei den Modellformen und Schnitten hätte die Bahn etwas mutiger sein können.  

(gem) 

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