Freistil, vom 18.04.2021, 20:05 Uhr

Die weltverbessernden Effekte des KaraokeLeeres Orchester

Im Sommer 1970 tingelt der junge Schlagzeuger Daisuke Inoue durch die japanische Provinz. Für saketrunkene Firmenchefs erfindet er das Mitsinggerät – einen rot-weißen Holzkasten mit Kassettenrecorder und Gitarrenverstärker – das Karaoke ist geboren.

Eine Frau sing mit weiteren Gästen in einer Karaoke-Bar (imago stock&people)
Karaoke wurde zuerst in den frühen 1970er-Jahren in Japan betrieben und fand seither weltweite Verbreitung. (imago stock&people)

1998 kommt Ron Rineck, gerade in New York karaokesüchtig geworden, nach Berlin. Mit seiner ersten eigenen Karaokemaschine schlägt der Punk voll in der Berliner Hausbesetzer-Szene ein. Heute lädt er in der Kult-Karaoke-Bar "Monster Ronsons Ichiban Karaoke" die Berliner Promiszene zum Chillout.

Auf der ganzen Welt wird Karaoke (Japanisch für Leeres Orchester) gesungen: in den Szenetreffs von Hollywood und in den Slums von Südafrika. Mexikanerinnen sind nicht weniger verrückt danach als Finnen, wenn sie gerade beim Tango-Tanzen eine Pause einlegen. Karaoke singen New Yorker auf ihren Rooftop Parties ebenso wie Berlinerinnen im Mauerpark.

Ob in Karaokebars oder beim Privatkaraoke zu Hause: Das Feature spürt jener schieren Lust nach, vor und mit anderen Menschen zu singen. Einer Lust, die auch gnadenlos sein kann.

Leeres Orchester
Der weltverbessernde Effekt des Karaoke
Von Manuel Gogos

Regie: Thomas Wolfertz
Redaktion: Klaus Pilger
Produktion: Deutschlandfunk 2018

Leeres Orchester. Die weltverbessernden Effekte des Karaoke (PDF)

Leeres Orchester. Die weltverbessernden Effekte des Karaoke (Textversion)

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