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Interview / Archiv | Beitrag vom 07.05.2019

Die Volkshochschule im 21. JahrhundertOnline-Grillkurs und Motorsägenführerschein

Susanne Deß im Gespräch mit Axel Rahmlow

Ein Mann im Holzfällerhemd nutzt in einem Wald seine Motorsäge. (Unsplash / Abby Savage)
An Volkshochschulen kann man sogar lernen, wie man mit einer Motorsäge umgeht. (Unsplash / Abby Savage)

Töpfern, Yoga, Programmieren, ja sogar den Motorsägenführerschein kann man hier erwerben. Und mit kostenlosen Online-Tutorials, sogenannten MOOCs, ist die Volkshochschule ist längst im 21. Jahrhundert angekommen.

Zugegeben der Name Volkshochschule klingt ein wenig angestaubt – doch die Idee dahinter ist aktueller denn je: Lebenslanges Lernen. So richtig angefangen hat alles 1919, als die Erwachsenbildung in der Weimarer Verfassung fest verankert wurde. Danach öffneten immer mehr Volkshochschulen ihre Türen für Wissbegierige.

Susanne Deß leitet mit der Mannheimer Abendakademie eine der ältesten Volkshochschulen Deutschlands. Der gesellschaftliche Auftrag habe sich bis heute nicht geändert, erklärt sie:

"Das war 1919 eine kluge Idee: Wenn wir eine demokratische Gesellschaft haben wollen, dann  müssen Menschen leichten Zugang zu Bildung haben. Was sie damit machen, können wir nicht beeinflussen. Aber wir können ihnen einen Zugang bieten. Und das tun Volkshochschulen heute immer noch."

Deutschkurse sind beliebt

Rund 5500 Kurse bietet die Volkshochschule in Mannheim an. Neben Fremdsprachen und Gesundheitskursen seien vor allem Deutschkurse gefragt, berichtet Deß. Kurse, in denen es um politische Bildung gehe, hätten es dagegen schwerer.

Deß vermutet, dass viele Menschen nach einem anstrengenden Arbeitstag etwas brauchen, was sie entspannt. Für manche ist das der Töpfer- oder Yogakurs, andere wollen lernen, wie man professionell grillt. Dafür gibt es nicht nur Kurse vor Ort, sondern auch kostenlose Online-Tutorials, sogenannte MOOCs ("Massive Open Online Classes").

Technologisch und thematisch sind die Volkshochschulen also längst im 21. Jahrhundert angekommen. Aber die Grundfrage sei gleich geblieben, erklärt Susanne Deß: "Wie kriegt man es in einem Land hin, dass Menschen überall leichten Zugang zu Bildung haben? Dafür sind Volkshochschulen die Spezialisten."

(mwl)

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