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Dienstag, 26.10.2021
 
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Kulturnachrichten

Sonntag, 1. August 2021

Die TV-Kommissarin Ingrid Fröhlich ist tot

Die Schauspielerin Ingrid Fröhlich ist tot. Das berichtet die Nachrichtenagentur dpa und beruft sich dabei auf eine Mitteilung der Familie. Fröhlich wurde 81 Jahre alt und hatte ihre Karriere beim Volkstheater in Wien begonnen. In den 1970er Jahren war sie mehreren Fernsehproduktionen zu sehen, darunter die beliebte ZDF-Reihe "Drei sind einer zuviel". Ein Stück Fernsehgeschichte schrieb Fröhlich, als sie am 2. Januar 1978 in der ZDF-Krimi-Serie "SOKO 5113" als Renate Burger auftrat. Sie war damit die erste TV-Kommissarin im westdeutschen Fernsehen.

Barbara Colceriu erhält Mario-Adorf-Preis

Die Schauspielerin Barbara Colceriu ist für ihre künstlerische Leistung bei den Nibelungen-Festspielen mit dem Mario-Adorf-Preis ausgezeichnet worden. Das Kuratorium der Festspiele würdigte die Schauspielerin am Sonntag für ihre Rolle als Kurfürst Friedrich von Sachsen im Stück "Luther" von Lukas Bärfuss. Sie lasse das Publikum "mit scheinbarer Beiläufigkeit und großer Virtuosität" in die Abgründe der Figur blicken, sagte der Vorsitzende des Kuratoriums, Hans Werner Kilz, zum Abschluss der Nibelungen-Festspiele. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert.

Neue Leiterin der großen Kunstschau Worpswede

Beate C. Arnold ist die neue Künstlerische Leiterin der Großen Kunstschau Worpswede. Sie hat zum August die Nachfolge von Jörg van den Berg angetreten, teilte der Worpsweder Museumsverbund am Sonntag mit. Van den Berg hat die Leitung des Museums Morsbroich in Leverkusen übernommen. Arnold werde zugleich ihre Aufgabe als Wissenschaftliche Leiterin und Vorstand der Barkenhoff-Stiftung Worpswede fortführen, hieß es. Die Kunstschau ist mit einer Dauerausstellung Heimat der berühmtesten Gemälde der ersten Worpsweder Malergeneration: Gezeigt werden in dem Haus Werke von Heinrich Vogeler, Otto Modersohn, Paula Modersohn-Becker, Ottilie Reylaender, Hans am Ende, Fritz Overbeck, Fritz Mackensen und Carl Vinnen. Ergänzt wird die Präsentation durch plastische Arbeiten von Bernhard Hoetger.

Der Musiksender MTV wird 40 Jahre alt

Der einflussreichste Musiksender der Welt feiert heute seinen 40. Jahrestag. Am 1. August 1981 sprachen Junge, hippe Moderatoren – sogenannte Video Jockeys – das Fernsehpublikum an. Bis Ende der 1990er Jahre entwickelte das Programm eine umwälzende kulturelle Kraft. Es trieb beispielsweise Karrieren von Musikern wie Madonna voran. Doch mit der Entwicklung zahlreicher Online-Angebote wie YouTube rutschte der Sender in die Bedeutungslosigkeit. Bis heute ist MTV auf Sendung, allerdings ohne seinen damaligen Avantgardismus. Das Grammy Museum im US-Bundesstaat Mississipi widmet seinem runden Jahrestag eine eigene Ausstellung.

Altenberger sexistischen Anfeindungen ausgesetzt

Die Darstellerin der Buhlschaft bei den Salzburger Festspielen, Verena Altenberger, ist in den sozialen Medien massiven sexistischen Anfeindungen ausgesetzt. Für viele Männer wirke die österreichische Schauspielerin, die ihre Rolle in „Jedermann mit kurzen Haaren spielt, nicht weiblich genug. Sie habe gedacht, so etwas sei heutzutage „völlig egal, sagte die 33-Jährige im Deutschlandfunk Kultur. „Und hätte man mich gefragt, ob ich mir für die Buhlschaft die Haare abrasiere, hätte ich gesagt: Come on! Damit kann man doch 2021 niemanden mehr hinter dem Ofen hervorlocken! Lassen wir das! Insofern bin ich höchst, höchst überrascht." Die Anwürfe empfindet Altenberger als eine „Vorgehensweise von Männern, Frauen ihre Weiblichkeit abzusprechen und sich selbst dadurch zu erhöhen. Das habe insofern eine „gesamtgesellschaftliche Dimension. Sie selbst fühle sich auf der Bühne „extrem weiblich".

Baerbock für geschlechtergerechte Sprache

Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock will bei einem Wahlerfolg auf geschlechtergerechte Sprache in Gesetzestexten achten. "Ich will Politik für alle Menschen machen und das bedeutet, auch alle mit anzusprechen - und nicht nur mit zu meinen", sagte die Parteivorsitzende dem Berliner "Tagesspiegel". Sprache könne auch ausgrenzen. Darauf müsse die Gesellschaft achten. "Sprache verändert sich - heute reden wir zum Beispiel eher von "Ärztinnen und Ärzten" und nicht nur von "Ärzten", weil sonst im Kopf nur das Bild eines Mannes auftaucht», sagte die Bundestagsabgeordnete. "So ist es auch in vielen anderen Bereichen.
Wenn ich weiß, dass bestimmte Begriffe einzelne Personen oder Gruppen verletzen, dann sollte man versuchen, die Dinge anders auszudrücken, aus Respekt."

"Museum der Portugiesischen Sprache" wiedereröffnet

In der brasilianischen Metropole São Paulo ist rund sechs Jahre nach einem Großbrand das "Museum der Portugiesischen Sprache" wiedereröffnet worden. "Wir sind hier, nicht um die Asche der Vergangenheit zu vergessen, sondern um darauf die Zukunft aufzubauen", sagte der portugiesische Präsident Marcelo Rebelo de Sousa bei der Eröffnungszeremonie. "Dies ist ein Fest für die Zukunft unserer gemeinsamen Sprache." Das "Museum der Portugiesischen Sprache" war vor dem Brand eines der meist besuchten Museen des Landes. Besucher konnten dort auf interaktiven Bildschirmen mit Wörtern spielen, ihre Bedeutung kennenlernen und neue Vokabeln kreieren. Rund 260 Millionen Menschen weltweit sprechen Portugiesisch.

Große Kreuzfahrtschiffe aus Venedig verbannt

Große Kreuzfahrtschiffe dürfen ab heute nicht mehr durch Teile der Lagune von Venedig fahren. Das sieht ein Beschluss der italienischen Regierung vor. Demnach sind unter anderem der Giudecca- und der Markus-Kanal künftig für Schiffe gesperrt, die zum Beispiel mehr als 180 Meter lang sind oder bestimmte Abgasnormen überschreiten. Mit der Maßnahme zum Schutz seiner historischen Altstadt entging Venedig knapp einer Einstufung als bedrohtes Welterbe. Aufgrund des Durchfahrtsverbots verzichtete das zuständige Unesco-Komitee vorerst darauf, die Lagunenstadt auf seine Rote Liste zu setzen.

Zouk-Pionier Desvarieux mit 65 Jahren gestorben

Jacob Desvarieux, einer der Pioniere der karibischen Zouk-Musik, ist tot. Nach Angaben örtlicher Medien starb der Mitbegründer der Band Kassav‘ am Freitag in einem Krankenhaus des französischen Übersee-Département Guadeloupe. Er wurde 65 Jahre alt. Der Sänger und Gitarrist, der traditionelle Musikstile aus der Karibik kombinierte, war besonders in Frankreich und Afrika ein Star. Der französische Präsident Emmanuel Macron würdigte Desvarieux als „Giganten der Zouk-Musik“ und als „unvergleichlichen Gitarristen“. Der senegalesische Musikstar Youssou N'Dour twitterte: „Die Westindischen Inseln, Afrika und die Musik haben gerade einen ihrer größten Botschafter verloren.“ Desvarieux entwickelte gemeinsam mit den Kassav‘-Gründern Pierre-Edouard Decimus und Freddy Marshall den Zouk, mit dem die Band in den 80er Jahren zu Weltruhm gelangte.

Welterbekomitee tagt 2022 in Russland

Die nächste Sitzung des Unesco-Welterbekomitees findet im Sommer 2022 in Russland statt. In Kasan solle dann unter anderem über die Welterbe-Nominierung der Alten Synagoge und Mikwe in Erfurt entschieden werden, teilte die deutsche Unesco-Kommission zum Abschluss der 44. Tagung des Welterbekomitees mit, die im chinesischen Fuzhou zu Ende ging. Das Welterbekomitee hat dieses Jahr 34 Stätten auf vier Kontinenten zum Erbe der Menschheit erklärt. Darunter waren auch fünf Bewerbungen aus Deutschland oder mit deutscher Beteiligung: die Kurstädte Bad Ems, Baden-Baden und Bad Kissingen, der Niedergermanische Limes, die Mathildenhöhe Darmstadt, jüdische Stätten in Speyer, Worms und Mainz sowie der Donaulimes. Weltweit stieg durch die neuen Einschreibungen die Zahl der Unesco-Welterbestätten auf 1154.

Corona-Verordnung erleichtert Einreise für Künstler

Die neue, von Sonntag an geltende Corona-Einreiseverordnung soll nach Darstellung des Deutschen Kulturrates Verbesserungen für Künstlerinnen und Künstler mit sich bringen. Laut Verordnung werde die Einreise aus Hochrisikogebieten erleichtert. Dafür sei eine Ausnahme von der Quarantäne festgelegt worden. Sie gelte für nicht vollständig geimpfte Personen, die zur künstlerischen Berufsausübung auf der Grundlage vertraglicher Verpflichtungen an künstlerischen oder kulturellen Produktions- oder Präsentationsprozessen teilnehmen, heißt es. Die Regelung sei längst überfällig gewesen, sagte der Geschäftsführer des Kulturrates, Zimmermann. Der internationale Austausch sei essenziell für das kulturelle Leben. Die Veränderung der Einreiseverordnung sei eine wichtige Maßnahme, um den internationalen Kulturaustausch wieder zu beleben.

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