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Interpretationen / Archiv | Beitrag vom 24.03.2019

Die Proms-Konzerte in LondonErste Aufführungen und letzte Nächte

Moderation: Uwe Friedrich

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Die "Last Night of the Proms" in der Royal Albert Hall in London (AFP / Carl Court)
Wie ironisch kann Fähnchenschwenken in Zeiten des Brexit sein? Blick in den Saal der Londoner Royal Albert Hall während einer "Last Night of the Proms" (AFP / Carl Court)

"Rule, Britannia!", ein Konzertritual in der "Last Night of the Proms". Vor dem drohenden Brexit hat der Schlachtruf seine oftmals ironische Note verloren. Ein Gang durch letzte "Proms"-Nächte aus gegebenem Anlass.

"Land of Hope and Glory": Tausende fähnchenschwenkende Besucher der Royal Albert Hall singen diesen Text auf eine Melodie von Edward Elgar in der "Last Night of the Proms". Dass einer letzten Nacht andere Nächte (mit zum Teil zeitgenössischer Musik) vorangehen müssen, ist eigentlich logisch – aber doch weit weniger bekannt als die "Last Night" mit ihren Ritualen, die in Zeiten des Brexit teils befremdlich anmuten mögen.

Hier geht es zur Playlist der Sendung.

Zur Hebung des Geschmacks

Die Londoner Promenadenkonzerte wurden im Jahr 1895 vom Kulturunternehmer Robert Newman und dem damals 26-jährigen, äußerst ambitionierten Dirigenten Henry Wood gegründet, um den Musikgeschmack des britischen Publikums zu heben. Als Konzertsaal wählte man die Queen’s Hall mitten in London, einen erst zwei Jahre zuvor eröffneten Veranstaltungsort mit etwa 3000 Sitzplätzen und einer offenbar exzellenten Akustik. Im Jahr 1941 brannte dieser Saal nach einem verheerenden deutschen Luftangriff auf London aus, seitdem finden die Proms in der Royal Albert Hall in Kensington statt.

Radiogeschichte seit 1927

Doch dieser erzwungene Umzug ist nicht der einzige Einschnitt in der Geschichte der Londoner Promenadenkonzerte. Mindestens ebenso wichtig ist das Jahr 1927, in dem sich die BBC entschied, viele der Konzerte zu übertragen. Ein weiterer Einschnitt war 1967 der Tod des Dirigenten Sir Malcolm Sargent, der prägenden Persönlichkeit der Proms in den ersten Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg. In die Zeit seiner künstlerischen Leitung fällt vor allem die Entwicklung der berühmten "Last Night of the Proms" wie wir sie heute kennen. Das Programm erscheint unumstößlich, geradezu als Inbegriff britischer Musiktradition, und doch ist es eine relativ neue Entwicklung in der Geschichte der Proms.

Uwe Friedrich hat 2012 in dieser Sendung, die wir aus gegebenem Anlass wiederholen, unterschiedliche Proms-Konzerte verglichen und mit Menschen gesprochen, die mit diesem legendären Musikereignis verbunden sind. Zu Wort kommen unter anderem der Dirigent Sir Roger Norrington, der Moderator und Adels-Experte Rolf Seelmann-Eggebert sowie ein Fan, der sich keine "Last Night" entgehen lässt.

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