Freistil, vom 31.03.2013

Von Dorothee Schmitz-Köster und Walter Weber

Seine späten Lebensjahre verbrachte Walter Mehring (1896 - 1981) zurückgezogen in einem kleinen Hotelzimmer in Zürich. Krank und verbittert führte er die Existenz eines nach 1945 zu Unrecht Vergessenen. Dabei hatte Kurt Tucholsky über ihn gesagt: "Wenn eine Zeit einen neuen Dichter hervorgebracht hat: Hier ist er."

Walter Mehring (1896 - 1981) (dpa / picture alliance / Stein)
Walter Mehring (1896 - 1981) (dpa / picture alliance / Stein)

Tatsächlich gehört Walter Mehring zu den wenigen genialen Satirikern Deutschlands. Entscheidend beeinflusst von Expressionismus und Dadaismus reüssierte er während der Weimarer Republik als Journalist, Lyriker und Kabarett-Autor mit unverwechselbarem Stil. 1933 zwangen ihn die Nazis ins Exil nach Frankreich und später in die USA. Nach seiner Rückkehr nach Europa blieb er ein Außenseiter im Literaturbetrieb.

Dorothee Schmitz-Köster und Walter Weber erinnern mit einer akustischen Revue an den "Sprachkünstler ersten Ranges" (Friedrich Dürrenmatt). Neben Walter Mehring sind mit persönlichen Erinnerungen zu hören: die Schauspielerinnen Gisela May und Gisela Zoch-Westphal, der Kabarett-Historiker Volker Kühn und der Schriftsteller Peter K. Wehrli sowie bedeutende Werkinterpreten.



Regie: Christiane Ohaus
RB 2011