Montag, 10.12.2018
 

Fazit / Archiv | Beitrag vom 12.12.2011

"Die Natur ist oft sehr effektiv"

Architekt Rudolf Finsterwalder über seine Ausstellung "Form Follows Nature"

Podcast abonnieren
Das Münchner Olympiastadion ist für Finsterwalder ein sehr überzeugendes Bauwerk. (Stock.XCHNG Matthias Schimmelpfennig)
Das Münchner Olympiastadion ist für Finsterwalder ein sehr überzeugendes Bauwerk. (Stock.XCHNG Matthias Schimmelpfennig)

Für die Ausstellung "Form Follows Nature" in der Berliner Galerie Aedes hat der Architekt Rudolf Finsterwalder Beispiele zusammengestellt, wie umfassend die Arbeit und das Werk kreativer Menschen von der Natur beeinflusst wurde und wird.

Er selbst sei als Architekt sehr von der Natur fasziniert, weil sie ein unerschöpflicher Fundus und als Thema so groß und spannend sei, dass er nicht aufhören wolle, sich mit ihr zu beschäftigen, sagt Finsterwalder.

Bei der Auswahl für die Berliner Ausstellung und sein gleichnamiges Buch sei es ihm wichtig gewesen, Vertreter aus verschiedenen Disziplinen zu berücksichtigen und die Zusammenhänge sichtbar zu machen. Ein aktuelles Beispiel sei die Verwendung von Algorithmen bei der der Berechnung von Architekturformen und beim Komponieren von Musik.

Die kreative Arbeitsweise, die er dokumentieren wolle, soll gerade nicht als das bloße Nachahmen und Kopieren von natürlichen Formen verstanden werden. Vielmehr will Finsterwalder das intensive Studium der Natur und das Lernen aus der Natur begreifbar und nachvollziehbar machen.

Das Vorbild der Natur für die Architektur stelle sich in der Gegenwart anders dar, als vor 50 oder vor 100 Jahren, erklärt er. Heute seien es vor allem die Leitbilder Ökologie und Nachhaltigkeit, die bei der Annäherung des Bauens an die Natur im Mittelpunkt stünden. Besonders beim effektiven Denken könne der Mensch viel von der Natur lernen: "Da wird nichts weggeschmissen, sondern alles ist wieder organisches Material, das weiterverwendet werden kann."

In der Ausstellung präsentiert werden ausgewählte Arbeiten von Frei Otto, Carsten Nicolai, Dieter Dolezel und Finsterwalder Architekten: in Form von Modellen und Bildern, Musik und Projektionen.

Das Gespräch mit Rudolf Finsterwalder können Sie bis zum 12. Mai 2012 als MP3-Audio in unserem Audio-On-Demand-Player nachhören.

Service:
Die Ausstellung "Form Follows Nature" ist bis zum 26.1.2012 in der Galerie Aedes in Berlin zu sehen.

Mehr bei deutschlandradio.de

Externe Links:

Galerie Aedes

Kulturpresseschau

Aus den FeuilletonsVom Bett auf die Barrikaden
Eine junge Frau liegt im Bett und schaltet einen Wecker aus. (picture-alliance/ dpa / Lehtikuva)

Während die Gelbwesten in Frankreich auf die Barrikaden gehen und die Schlagzeilen beherrschen, wird in der "Neuen Zürcher" darüber räsoniert, dass das Schlafen "die erste und die letzte antibürgerliche Barrikade in einem Menschenleben" sei.Mehr

weitere Beiträge

Der Theaterpodcast

Folge 9Überwältigende Übergänge
Die Schauspielerin Sesede Terziyan (als Elisabeth) steht am 10.01.2018 in Berlin bei der Fotoprobe zu dem Stück "Glaube Liebe Hoffnung" im Maxim Gorki Theater auf der Bühne. (picture alliance / Britta Pedersen / dpa)

Ist das "Postmigrantische Theater" ein Erfolg? Wie erlebten jüdische Bühnenkünstler Deutschland eigentlich nach ihrer Rückkehr aus dem Exil? Im Theaterpodcast #9 schauen wir auf einschneidende Übergänge und erinnern an den verstorbenen Theaterkritiker Dirk Pilz.Mehr

Folge 8"Siegreich" und "schiffbrüchig"
Porträt der Kulturmanagerin Adolphe Binder. (picture alliance / dpa / Caroline Seidel)

Was steckt hinter der Theaterkrise in Wuppertal und den Vorwürfen gegen Jan Fabre? Warum sind die Arbeiten des Regisseurs Jürgen Gosch so unvergesslich? Im September-Theaterpodcast schauen wir auf "siegreiche" und "schiffbrüchige" Theatermacher.Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur