Das Feature, vom 02.04.2010, 20:10 Uhr

Von Helmut Kopetzky

Jeden Morgen betritt Signore Andrea Mosconi die Stradivari-Halle im Palazzo Comunale von Cremona und spielt auf den dort ausgestellten Instrumenten, damit deren Stimmen lebendig bleiben. Die 300 Jahre alten Violinen des Antonio Stradivari sind Kulturdenkmal und Spekulationsobjekt.

Das Klima und die Zeit verhalfen Antonio Stradivaris Geigen zu ihrem legendären Klang. (wikipedia.org/GNU)
Das Klima und die Zeit verhalfen Antonio Stradivaris Geigen zu ihrem legendären Klang. (wikipedia.org/GNU)

Keines der etwa 600 erhaltenen Exemplare kostet weniger als eine Million Euro, viele ruhen in klimatisierten Bank-Safes und verlieren durch Nichtstun nach und nach ihr berühmtes Timbre.

Da ist der obsessive Wunsch eines Amateurs, der sich von Kind an mit billigen Instrumenten abquält, einmal zehn Takte auf einer "echten Stradivari" spielen zu dürfen, ebenso verständlich wie zum Scheitern verurteilt, oder? Er gibt jedenfalls sein Bestes. Wählt geeignete zehn Takte, übt mit seinem Geigenlehrer, fliegt knieschlotternd nach Italien, nähert sich ehrfürchtig den Gralshütern des Mythos und Geschäfts.

Um vor Enttäuschung ein wenig gefeit zu sein, hat er sich vorher im Erzgebirgsort Geyer davon überzeugt, dass moderne Nachbauten der "Strad" nicht nur wesentlich preiswerter sind, sondern nahezu ebenbürtig klingen.

Produktion:
Deutschlandfunk/
Norddeutscher Rundfunk 2010

Manuskript zur Sendung als pdf oder im Textformat.

Downloads:

Die Meister und der Dilettant - Wie ich zehn Takte auf einer Stradivari spielen wollte (PDF-Datei)
Die Meister und der Dilettant - Wie ich zehn Takte auf einer Stradivari spielen wollte (Textdatei)