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Kulturnachrichten

Dienstag, 13. März 2018

Die Malerin Sarah Haffner ist tot

Engagierte Künstlerin und Feministin

Die Berliner Malerin und Autorin Sarah Haffner ist am Sonntag im Alter von 78 Jahren gestorben. Das hat die Familie der Künstlerin inzwischen bestätigt. Haffner wurde im britischen Cambridge geboren und war die Tochter des Historikers Sebastian Haffner. Nach ihrer Kindheit im britischen Exil wählte sie West-Berlin als Lebensmittelpunkt. Sie engagierte sich in der Studenten- und Frauenbewegung, befasste sich intensiv mit dem Thema "Gewalt in der Ehe". Ihre WDR-Dokumentation "Schreien nützt nichts" führte zur Gründung des ersten Frauenhauses in Deutschland. Sarah Haffners berühmter Vater glaubte nicht an ihr Talent und ihre Berufung. "Die Melancholie war von Anfang an -im Leben wie in der Kunst" , sagte der Schriftsteller Hans-Christoph Buch im Deutschlandfunk Kultur. Von der abstrakten Malerei wechselte Haffner bald zum Realismus, malte großformatig und realistisch "ihre Wohnung, die ihr wichtigstes Refugium war und wo sie auch viele Bekannte -wie Günter Grass- empfing. Sie malte ihr Bücherregal, ihren Plattenspieler, Selbstportraits", so Buch, der seit 1963 mit ihr befreundet war.

ARD-Vorsitzender: Serien-Trends zu lange verschlafen

Die ARD könne sich aber von Netflix und Amazon abheben

Die ARD hat nach Ansicht ihres Vorsitzenden Ulrich Wilhelm den Serientrend zu spät erkannt, inzwischen aber aufgeholt. "Wir haben bestimmte Trends zu lange verschlafen", sagte Wilhelm bei einem "Handelsblatt"-Wirtschaftsclub-Gespräch in München. "Dass die Serie neben dem Fernsehspiel eine ganz wichtige Kunstgattung ist, das haben uns andere vorgemacht." Nach einigen Jahren zeige sich jetzt aber, dass Sender, Produzenten und Schauspieler in Deutschland auf Weltniveau Serien wie "Babylon Berlin" anbieten könnten. Die ARD könne sich dabei auch von Netflix und Amazon Prime abheben, ergänzte BR-Intendant Wilhelm: Bei solchen weltweit agierenden Streaming-Diensten sei genau das Mangelware, "was sehr stark mit uns zu tun hat: die Verfilmung unserer Literatur, Produktionen mit unseren Schauspielern, von unseren Drehbuchautoren, mit unserer Filmmusik und dergleichen".

Universitätsbibliothek Kassel erweitert Grimm-Sammlung

Ersteigerte Briefe geben Einblick in Grimms Forschung

Die Universitätsbibliothek Kassel hat bei einer Auktion ihre umfangreiche Grimm-Sammlung erweitern können. Dies teilte die Universität in einer Presseerklärung mit. Bei der Auktion wurde ein Konvolut aus sechs persönlichen Briefen von Wilhelm Grimm für die Sammlung erworben. Die Briefe enthielten laut der Universität wertvolle Informationen für die Grimm-Forschung, unter anderem zu Grimms Beschäftigung mit Sagen, altdeutscher Sprache und Geschichtsforschung. Der Kauf der Briefe wurde mit Geldern von Förderern und Kooperationspartnern finanziert.

Durs Grünbein bezieht Stellung zu Uwe Tellkamp

Autor wünscht sich aber "eine Rehabilitierung von Sarrazin"

Durs Grünbein hat in einem Interview mit der Wochenzeitung DIE ZEIT zu den Ausführungen Uwe Tellkamps Stellung bezogen: "Was wir von Tellkamp zu hören bekamen, ist uns seit Jahren von den Teilnehmern der Pegida-Demonstrationen bekannt: Islamophobie, Furcht vor dem Anderen, Verschwörungsfantasien, diffuse Sozialängste." Gleichwohl hält Grünbein die Distanzierung des Suhrkamp Verlags von dessen Autor Tellkamp für ein "absolut falsches Signal". Der Verlag stehe nun als "linksliberaler Spießerverein" da und habe so "das Vorurteil von der Gesinnungsdiktatur nur bestätigt." Tellkamps Äußerungen zur Meinungszensur teilt der 55-Jährige nicht. Allerdings habe ihn die Art und Weise wie die Medien mit Thilo Sarrazin umgegangen seien, nachdem dieser seine "Streitschrift" 'Deutschland schafft sich ab' veröffentlicht hatte, "fassungslos gemacht", sagte Grünbein der ZEIT. Er wünsche sich "dringend eine Rehabilitierung von Sarrazin als Menschen".

Berlin erhält wertvolle Max Beckmann-Sammlung

Präsentation im September

Die Staatlichen Museen zu Berlin haben eine Sammlung bedeutender Werke des Malers Max Beckmann bekommen: zwei Gemälde, 46 Zeichnungen und 52 druckgraphische Arbeiten - außerdem ein Gemälde von Hans Purrmann. Die im vergangenen Jahr verstorbene Kunsthistorikerin und Beckmann-Forscherin Barbara Malwine Auguste Göpel hat die Sammlung den Museen vermacht. Sie war die Witwe des Kunsthistorikers und -sammlers Erhard Göpel, dessen ambivalente Rolle während der NS-Zeit in einer geplanten Ausstellung der Werke auch thematisiert werden soll, so Generaldirektor Michael Eissenhauer. Göpel sei seit Februar 1942 für den "Sonderauftrag Linz" aktiv am NS-Kunstraub beteiligt gewesen. Zugleich habe er seinen als "entartet" diffamierten Künstlerfreund Max Beckmann vor dem Zugriff der Nationalsozialisten geschützt. Nach 1945 habe er sich mit seiner Ehefrau in der Forschung zur Kunst der Klassischen Moderne und zum Werk Beckmanns und Purrmanns verdient gemacht. Die Bilder sollen im September erstmals in einer gemeinsamen Sonderausstellung der Nationalgalerie und des Kupferstichkabinetts gezeigt werden.

Europäischer Kulturpreis an Fürst Albert II.

Engagement für Natur- und Umweltschutz

Der Europäische Kulturpreis Taurus geht in diesem Jahr an die Prince Albert II of Monaco Foundation und die Deutsche Meeresstiftung. Der monegassische Fürst sei "ein unermüdlicher Kämpfer für den Schutz der Weltmeere". Er gründete 2006 seine Stiftung und bereiste als erstes Staatsoberhaupt sowohl den Nord- als auch den Südpol. Zudem ist Albert Präsident des Mittelmeerforschungsrates. Weitere Preisträger sind unter anderem der Schauspieler Daniel Brühl, die Sängerinnen Anja Harteros und Nana Mouskouri, der Sänger Piotr Beczala sowie die Dresdner Musikfestspiele mit ihrem Intendanten Jan Vogler. Der Europäische Kulturpreis Taurus wird erstmals in Kooperation der Stiftung Frauenkirche und dem Europäischen Kulturforum am 8. Juni in der Dresdner Frauenkirche vergeben.

Berliner Künstlerin Gisela Breitling gestorben

Engagierte Malerin und Feministin

Die Berliner Künstlerin und Frauenrechtlerin Gisela Breitling ist im Alter von 78 Jahren gestorben. Das bestätigte ihr Neffe und Werkverwalter Matthias Bonjer. Breitling wurde vor allem mit ihren Porträts von starken und selbstbewussten Frauen bekannt. In den 80er Jahren gründete sie zusammen mit der Berliner Künstlerin Evelyn Kuwertz "Das verborgene Museum", in dem seit 1987 vorwiegend Werke von vergessenen europäischen Künstlerinnen ausgestellt werden. 2001 erhielt sie für ihr Engagement zur Gleichstellung der Frau in der Kunstwelt das Bundesverdienstkreuz am Band. Gisela Breitling schuf seit den 60er Jahren mehr als 700 Gemälde, unzählige Drucke und Skizzen. Ihre Arbeiten sind in den Sammlungen der Berliner Nationalgalerie, der Albertina in Wien und des Victoria and Albert Museum in London vertreten. Daneben machte sie sich auch als Autorin einen Namen.

Deutscher Brückenbaupreis für Weimar und Heilbronn

"Mehr als nur funktionale Bauwerke"

Der Deutsche Brückenbaupreis 2018 wird für die Bleichinselbrücke in Heilbronn und die Schaukelbrücke über die Ilm in Weimar verliehen. Die alle zwei Jahre vergebene undotierte Auszeichnung wurde am Montagabend in Dresden überreicht. "Brücken prägen das Gesicht unserer Städte und Gemeinden. Sie sind Wahrzeichen und viel mehr als nur funktionale Bauwerke", erklärte Rainer Bomba, Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium. Die ausgezeichneten Brückenbauwerke zeugten von herausragender Ingenieurskunst. "Die Bleichinselbrücke ist mit ihrer modernen Formensprache zukunftsweisend. Bei der Schaukelbrücke konnte die historische Bausubstanz aus Goethes Zeiten dank innovativer Bautechnik erhalten werden." Die Auszeichnung wird von der Bundesingenieurkammer und dem Verband Beratender Ingenieure vergeben.

Hinweise auf NS-Raubkunst in Bibliotheken

Forschung muss weitergehen

Bei einer ersten Untersuchung der Bestände von fünf Bibliotheken in Sachsen-Anhalt haben Historikerinnen Hinweise auf NS-Raubgut gefunden. Es seien Bücher entdeckt worden, die auf Eigentumslisten von Juden in der Region aufgeführt gewesen seien, teilten die Forscherinnen und der Bibliotheksverband Sachsen-Anhalt mit. Weitere Untersuchungen müssten aber erst zeigen, ob es sich tatsächlich um die konkreten Exemplare handelt. Die Arbeit sei bei Büchern deutlich schwerer als bei Original-Kunstwerken. Die Historikerinnen hatten rund ein halbes Jahr in Bibliotheken in Magdeburg, Sangerhausen, Dessau-Roßlau, Zerbst und Wernigerode geforscht. Es ist bundesweit die erste Untersuchung, die das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste für Bibliotheken finanziert hat. Der Bibliotheksverband Sachsen-Anhalt erwägt nun, weiter forschen zu lassen. Die kleinen Häuser selbst seien damit überfordert.

New Yorker Met entlässt Star-Dirigent Levine

Oper sieht Missbrauchsvorwürfe belegt

Nach einer Untersuchung über Vorwürfe sexuellen Missbrauchs gegen James Levine hat die New Yorker Metropolitan Oper ihren Star-Dirigenten entlassen. "Die Untersuchung hat glaubhafte Beweise erbracht, dass Herr Levine vor und während seiner Arbeit bei der Met sexuell missbrauchendes und belästigendes Verhalten gezeigt hat", hieß es in einer Mitteilung des Opernhauses. Jede Zusammenarbeit mit dem 74-Jährigen werde deshalb sofort beendet. Für die Untersuchung seien mehr als 70 Menschen befragt worden. Levine, der als einer der besten Dirigenten der USA gilt, hatte die Anschuldigungen zuvor zurückgewiesen. Levine war seit 1975 musikalischer Leiter des Hauses. Nachdem die "New York Times" im vergangenen Dezember über die Anschuldigungen berichtet hatte, war Levine zunächst suspendiert worden.

Russischer Theatermacher Oleg Tabakow gestorben

Leiter des Tschechow-Künstlertheaters|

Der russische Theatermacher Oleg Tabakow ist im Alter von 82 Jahren gestorben. Er sei in Moskau einer schweren Krankheit erlegen, teilte das dortige Tschechow-Künstlertheater mit, das Tabakow jahrelang geleitet hat. Tabakow zählte zu den bekanntesten russischen Schauspielern und Theaterindendaten und spielte in mehr als 100 Filmen mit. Mehrfach wurde der Künstler ausgezeichnet. Auch in Köln und Berlin hat er Theaterstücke inszeniert. 2014 gehörte Tabakow zu den 85 Erstunterzeichnern eines offenen Briefes der Russischen Kulturszene, in dem die Intellektuellen ihre Unterstützung für die Politik Putins gegenüber der Ukraine erklärten. Bereits 2012 hatte Tabakow Putin gemeinsam mit anderen Kulturschaffenden öffentlich unterstützt, indem sie sich als „Vertrauenspersonen“ für den Präsidentschaftswahlkampf zur Verfügung stellten.
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