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Länderreport / Archiv | Beitrag vom 19.09.2012

Die Kunst zu überleben

Der Erwerbslosenchor ''La Bohème'' in Leipzig

Von Mark Michel

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Thomaskirche in Leipzig (picture alliance / dpa / Waltraud Grubitzsch)
Thomaskirche in Leipzig (picture alliance / dpa / Waltraud Grubitzsch)

Für die einen ist es "der Anker im Leben", für andere "fast eine Familie" - der Erwerbslosenchor "La Bohème" in Leipzig. Die Freude am gemeinsamen Singen verbindet hier Jung und Alt, arbeitslose Akademiker, jobsuchende Ingenieure, sich durchkämpfende Mini-Jobber, ehemalige Lehrer oder langzeitarbeitslose 30-Jährige.

Auch Studenten und Senioren sind mit von der Partie, denn Erwerbslosigkeit ist kein Aufnahmekriterium. Besonderes Talent braucht es hier nicht, einzig und allein die Freude am Singen. Seit drei Jahren gibt es den Chor.

Bei seiner Gründung 2009 war es der erste seiner Art. Nachahmer finden sich mittlerweile in Köln und Dresden. Das Thema Arbeitslosigkeit wird von den meisten Chormitgliedern eher gemieden. Auch wenn man sich natürlich über Schikanen des Amtes, sinnentleerte Maßnahmen oder aussichtslose Bewerbungsverfahren gerne austauscht. Im Mittelpunkt stehen eher der gemeinsame Halt und vor allem die Ablenkung.

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