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Neue Musik | Beitrag vom 13.10.2020

Die Klarinettistin und Performerin Carola Schaal „Meine Intuition ist meine Auftraggeberin“

Von Ulrike Klobes

Carola Schaal (Gerhard Kühne)
Konsequentes Handeln, darauf legt Carola Schaal in ihrer Arbeit den Fokus (Gerhard Kühne)

Mit ihrem Bedürfnis, über das reine Reproduzieren hinaus, selbst an der Entstehung von Musik und Performances mitzuwirken, kreiert die 1982 geborene Künstlerin ungewohnte und in höchstem Maß individuelle Klang- und Ausdruckswelten.

Aus der Grenzauslotung zwischen Musik, Instrument und Körper speist Carola Schaal die Hauptmotivation für ihre Arbeiten, die sich an der Schnittstelle zwischen Musik und Performance bewegen. Dabei geht es der Künstlerin, egal ob als Solistin oder als Mitglied des Hamburger Ensembles für aktuelle Musik, "Decoder", nie um die bloße Wiedergabe von komponierter Musik. Für ihre Auftritte lässt sie sich die passenden Kleider schneidern und den Konzertraum von Video- und Lichtkünstler*innen in Szene setzen, um einem Stück, fernab der klassischen Aufführungstradition, einen angemessenen Rahmen zu geben.

Mut zur Hässlichkeit

Die Performances von Carola Schaal leben in erster Linie von einer intensiven Verbindung von Bewegung und Klang. Ihren Körper setzt sie dabei bewusst als Medium ein. Krasse Brüche mit evozierten Erwartungen sind dabei ebenso Bestandteil wie eine schonungslose Offenlegung ihres Selbst. Enormes Potenzial liegt für Carola Schaal in der Zusammenarbeit mit anderen Künstler*innen. So entwickelte sie etwa im Jahr 2018 gemeinsam mit der Choreograf*in Heinrich Horwitz die von ihr verkörperte Kunstfigur Bonny Crude. Als fiktionale Projektionsfläche für Schimären, Begehren und Wut wird Bonny Crude zur Protagonistin eines ganzheitlich zu erlebenden Konzertabends, in dem alle Werke in Beziehung zueinander stehen, sich gegenseitig beeinflussen oder stören. So, wie unsere Körper.

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