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Kulturnachrichten

Mittwoch, 1. April 2020

"Die Känguru-Chroniken" zum Streamen statt im Kino

Der Film "Die Känguru-Chroniken" wird nur einen Monat nach seinem Kinostart bei Straemingplattformen zu sehen sein. Am 5. März war er bundesweit in die Kinos gekommenund hatte mehr als 540 000 Zuschauer, als das kulturelle Leben wegen der Coronakrise zum Stillstand kam. Nun hat sich der Verleih zu einem ungewöhnlichen Schritt entschieden. Der Film über das vorlaute Känguru wird ab Donnerstag gegen Extra-Geld auf Video-on-Demand-Plattformen wie iTunes und Amazon gezeigt. In einer Mitteilung heißt es, der Preis für einen Stream sei mit 17 Euro etwas teurer als gewohnt. Aber dvon fließe ein maßgeblicher Betrag - und das sei ein Novum - an die Kinos, die den Film zum Kinostart so enthusiastisch unterstützt haben. Sobald die Kinos wieder öffnen, sollen dem Verleih zufolge auch "Die Känguru-Chroniken" wieder auf der großen Leinwand zu sehen sein.

Bauhaus-Direktorenstelle weltweit ausgeschrieben

Auf der Suche nach einer Nachfolge für die bisherige Direktorin der Stiftung Bauhaus Dessau, Claudia Perren, wird die Stelle weltweit ausgeschrieben. Ziel sei es, die Auswahl der Bewerber möglichst bis Ende dieses Jahres abzuschließen.
Gesucht werde eine international angesehene und vernetzte Persönlichkeit, sagte der Stiftungsratsvorsitzende, Kulturstaatsminister Rainer Robra (CDU). Das Gremium habe sich am Mittwoch auf die Vorbereitung der sofortigen weltweiten Ausschreibung geeinigt. Perren sei für ihre Arbeit herzlich gedankt worden.
Perren hatte am Montag mitgeteilt, dass sie zum 1. August Direktorin der Hochschule für Gestaltung und Kunst in Basel (Schweiz) wird. Die Architektin leitete die Stiftung Bauhaus Dessau seit sechs Jahren.

Staatskapelle spendet 20 000 Euro für freie Musiker

Die Staatskapelle Dresden und ihr Chefdirigent Christian Thielemann wollen in der Corona-Krise mindestens 20 000 Euro für freischaffende Musiker spenden. Mit dem Betrag, der sich aus der "Orchesterkasse" sowie privaten Spenden von Kapellmitgliedern speist, sollen Aushilfen der Staatskapelle Dresden und Mitglieder der Nachwuchsakademie direkt unterstützt werden, teilte das Orchester mit. Zudem rief es zu Spenden für die Musiker-Nothilfe, eine bundesweite Spendenkampagne der Deutschen Orchester-Stiftung, auf. Bis Mittwoch kamen hier 855 000 Euro zusammen.

Kurt-Magnus-Preis 2020 für "Deutschland3000"

Debn Kurt-Magnus-Preis erhält in diesem Jahr die Journalistin Eva Schulz, das Gesicht und die Stimme des jungen Politik-Podcasts "Deutschland3000 - 'ne gute Stunde mit Eva Schulz". Für den Podcast für die junge Radioprogramme und Videoformate der ARD trifft die Journalistin Menschen, die mit ihren Ideen, Projekten und Geschichten beeindrucken, unter anderem waren schon Dunja Hayali, Philipp Amthor und Sara Nuru zu Gast. Die Auszeichnung gilt als bedeutendster Nachwuchsförderpreis der ARD für junge Radiojournalistinnen und -journalisten. Der erste Preis ist mit 7000 Euro dotiert.

Online Gratis-Katalog zu Raffaels 500. Todestag

Am Montag jährt sich der Todestag des italienischen Malers Raffael zum 500. Mal - doch wegen der Corona-Krise lässt sich dieser Tag nicht mit einem Museumsbesuch begehen. Die Staatlichen Museen zu Berlin würdigen den Künstler, indem sie ab Montag den Katalog "Raffael in Berlin" auf ihrer Website kostenfrei zum Download zur Verfügung stellen. Nach Auskunft des Generaldirektor der Staatlichen Museen zu Berlin, Michael Eissenhauer, enthalte der Katalog unter anderem Raffaels berühmte Madonnenbilder und zahlreiche Zeichnungen des Genies der italienischen Renaissance. Das Berliner Bode-Museum veröffentlicht außerdem ein Werk zur Geschichte der Raffael-Tapisserien, die bis zum Zweiten Weltkrieg in dem Museum ausgestellt waren und seitdem als verschollen gelten.

Berliner Clubs sehen ihre Existenz bedroht

Mit der seit fast drei Wochen andauernden Schließung wegen der Corona-Krise sehen sich viele Clubs des berühmten Berliner Nachtlebens in ihrer Existenz bedroht. "Wir waren die ersten, die zugemacht haben, und werden wohl die letzten sein, die wieder aufmachen können", sagte Pamela Schobeß, Chefin des Clubs "Gretchen", in Berlin. Clubs seien nun mal Räume von Nähe und Enge. Mit den aktuellen Schließungen sind die Umsätze eingebrochen. Laufende Kosten eines Clubs wie das "Watergate" mit allein 70 bis 80 festen Mitarbeitern liegen bei monatlich etwa 120 000 Euro. Das "Berghain", Magnet für Partygänger aus der ganzen Welt, hat demnach etwa 350 Mitarbeiter.

Schauspielverband: Lage ist existenzbedrohend

Theater sind geschlossen, Kinostarts verschoben, Dreharbeiten unterbrochen: Die Corona-Krise stellt nach Einschätzung eines Berufsverbands etliche Schauspieler vor finanzielle Probleme. Der Beratungsbedarf habe sich seit Beginn der Krise extrem erhöht, sagte Antoine Monot vom Bundesverband Schauspiel (BFFS).
Grund seien Verdienstausfälle. "Die wenigsten waren in der Vergangenheit dazu in der Lage, Rücklagen zu bilden", sagte Monot. Für die Filmbranche sei nun die Möglichkeit zur Kurzarbeit in einem Tarifvertrag geregelt worden. Der Verband rief Schauspieler dazu auf, diese Möglichkeit - falls sie angeboten wird - anzunehmen und so auch Produzenten zu helfen. Für Synchronsprecher, die teils noch im Studio seien, forderte der Verband ausreichenden Gesundheitsschutz.

ARD-Radiowellen bauen Vorsprung vor Privaten aus

Die öffentlich-rechtlichen Sender haben ihre Spitzenposition im deutschen Radiomarkt trotz Verlusten ausgebaut. Nach neuesten Daten schalteten im Durchschnitt über 36 Millionen Menschen an einem Werktag die ARD-Hörfunkprogramme ein. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage hervor, die die Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse in Frankfurt vorstellte. Die Daten wurden bis Anfang Dezember erhoben, sie lassen keine Rückschlüsse auf mögliche Effekte der Corona-Krise auf die Radionutzung zu. Die ARD-Wellen verloren demnach 1,2 Prozent ihrer Hörerschaft im Vergleich zur vorangegangenen Studie vom Juli, die privaten 3 Prozent. Nach diesen neuesten Zahlen erreichten sie an Werktagen im Schnitt fast 30 Millionen Menschen.

Antike Hafenstadt Ostia ist Europäisches Kulturerbe

Ostia, die Hafenstadt des antiken Rom, hat das Europäische Kulturerbe-Siegel erhalten. Wie Italiens Kultur- und Tourismusministerium mitteilte, hat die EU-Kommission dem Archäologischen Park Ostia Antica diese Auszeichnung verliehen und ihn so als europäisch bedeutend gewürdigt. Der Park liegt im Gebiet der Tiber-Mündung, heute etwa fünf Kilometer von der Küste entfernt. Über Jahrhunderte war das antike Ostia neben Alexandria und Karthago die wichtigste Hafenstadt des Mittelmeerraums. In seiner Blütezeit im 2. Jahrhundert n. Chr. lebten in der Stadt rund 50.000 Menschen. Mit dem Niedergang Roms verlor sie ihre Bedeutung und versank schließlich in einem Malaria-Sumpf.

Künstler fordern europäische Corona-Bonds

Künstler und Wissenschaftler fordern die Bundesregierung auf, in der Corona-Krise für gemeinsame europäische Anleihen zu stimmen. In einem von der Süddeutschen Zeitung veröffentlichten offenen Brief schreiben sie: "Die Länder der Europäischen Union müssen sich - auch im ureigenen deutschen Interesse - ökonomisch maximal gemeinsam solidarisch verhalten und sich gegenseitig absichern." Es gehe um die Bewahrung der humanen, freiheitlichen, demokratischen Gesellschaftsordnungen, heißt es weiter. Sie sei die conditio sine qua non, in die auch die "freie Wirtschaft" eingebettet sei. Zu den Unterzeichnern gehören unter anderen die Autoren Eva Menasse, Peter Stamm, Christoph Ransmayr und Frank Schätzing, aus der Wissenschaft haben Jan und Aleida Assmann, Claus Offe, Philipp Ther und Hartmut Rosa unterschrieben. Die Forderung nach Corona-Bonds war von Deutschland in der letzten Woche zunächst abgelehnt worden, wird aber weiter diskutiert.

PEN fordert offene Buchhandlungen

Die Schriftstellervereinigung PEN in Deutschland hat eine Öffnung von Buchhandlungen und Bibliotheken in der Corona-Krise gefordert. "Der Zugang zu Büchern und damit zu Wissen und Information darf in einer freiheitlichen Demokratie unter keinen Umständen eingeschränkt werden", erklärte PEN-Vizepräsident Ralf Nestmeyer. Gerade in Zeiten von Schulschließungen sei die beratende Funktion des Buchhandels für Eltern unverzichtbar, zeigte sich Nestmeyer überzeugt. Die nötige physische Distanz könnte beim Verkauf über den Tresen der Buchhandlung problemlos eingehalten werden. Das deutsche PEN-Zentrum warnte grundsätzlich vor den Folgen der derzeit geltenden Corona-Schutzmaßnahmen für die Buchbranche.

"Star Wars"-Schauspieler stirbt an Covid-19

Der britische Schauspieler und Dialekt-Trainer Andrew Jack ("Star Wars") ist an Covid-19 gestorben. Der 76-Jährige sei bis zu seinem Tod in einem Krankenhaus in Surrey bei London behandelt worden, teilte seine Agentin Jill McCullough mit. Jack spielte in "Star Wars: Der Letzte Jedi" und "Star Wars: Das Erwachen der Macht" sowie in "Solo: A Star Wars Story" die Figur des General Ematt. Stars wie Robert Downey Jr. und Chris Hemsworth half er als Coach dabei, englische Dialekte zu perfektionieren. Seine Frau Gabrielle Rogers schrieb auf Twitter, bei Jack sei zwei Tage zuvor eine Infektion mit dem Coronavirus festgestellt worden. Er habe nicht gelitten und sei friedlich entschlafen.

Grütters: Kulturszene im Umbruch, nicht im Untergang

Kulturstaatsministerin Monika Grütters sieht die Kunst- und Kulturszene Deutschlands durch die Corona-Krise nicht grundsätzlich in ihrer Existenz bedroht. "Es wird Verluste geben, aber einen Kahlschlag sehe ich nicht", sagte die CDU-Politikerin der "Neuen Osnabrücker Zeitung". "Kultur ist kein Luxus, den man sich nur in guten Zeiten leistet. Sie gehört zum Wesenskern unserer Gesellschaft und wird sehr schnell wieder sehr stark nachgefragt werden. Es hat schon viele größere Angriffe auf unsere Kulturlandschaft gegeben als diesen jetzt", sagte die Ministerin. Auch Künstler könnten von den Hilfsprogrammen der Bundesregierung profitieren, etwa Zuschüsse beantragen, betonte Grütters.

Corona: vorerst keine Investition in Frankfurter Bühnen

Oberbürgermeister Feldmann hat der geplanten Rieseninvestition in die Frankfurter Bühnen wegen der Corona-Krise zunächst eine Absage erteilt. Man könne zwar die Planung in diesem Jahr fortführen, sagte der SPD-Politiker der "BILD"-Zeitung. Die Investition, die hunderte von Millionen Euro kosten würde, stehe aber erst einmal nicht an. Zuerst müsse die Stadt wieder auf die Beine kommen. Ende Januar hatte das Stadtparlament den umstrittenen Abriss des gläsernen Doppelgebäudes am Willy-Brandt-Platz beschlossen, das seit den 1960er Jahren Schauspiel und Oper beherbergt. Über die weiteren Schritte sind die Parteien im Römer uneins. SPD und Grüne wollen zumindest eine der beiden Bühnen auf dem Willy-Brandt-Platz neu errichten, die andere soll andernorts in der Innenstadt entstehen. Die CDU würde lieber beide Sparten gemeinsam neu bauen.

Physik-Nobelpreisträger Philip Anderson gestorben

Der amerikanische Physik-Nobelpreisträger Philip Anderson ist tot. Seine Tochter teilte mit, er sei bereits am Sonntag in einem Altenheim im US-Staat New Jersey verstorben. Anderson wurde 96 Jahre alt. Gemeinsam mit seinen Kollegen Nevill Francis Mott und John Hasbrouck van Vleck wurde Anderson 1977 für seine theoretischen Forschungen "elektronischer Strukturen magnetischer und ungeordneter Systeme" mit dem Nobelpreis ausgezeichnet. Laut der "New York Times" untersuchte er die elektronischen Eigenschaften fester Materialien wie Glas und Kristall.

Bayreuther Festspiele werden verschoben

Die Bayreuther Festspiele werden in diesem Jahr wegen der Corona-Krise nicht stattfinden. Die nachfolgenden Festspieljahrgänge müssten dadurch umdisponiert werden, teilten die Festspiele am Abend mit. Die für diese Saison geplante Neuproduktion "Der Ring des Nibelungen" könne voraussichtlich erst im Jahr 2022 Premiere feiern. Die bereits für dieses Jahr gekauften Karten bleiben für die Festspiele 2021 gültig. Bayerns Kunstminister Sibler nannte den Ausfall einen herben Verlust für das kulturelle Leben.

Verband: Zahl der Stiftungen steigt weiter

Die Zahl der Stiftungsneugründungen in Deutschland ist im vergangenen Jahr weiter leicht gestiegen. 2019 erhielten 576 Stiftungen eine entsprechende Anerkennungsurkunde, das waren 2,1 Prozent mehr als im Vorjahr, wie der Bundesverband Deutscher Stiftungen in Berlin mitteilte. Auf 100.000 Bundesbürger kämen damit aktuell 28 Stiftungen. 95 Prozent der Stiftungen verfolgen dem Verband zufolge gemeinnützige Zwecke und fördern zum Beispiel Bildungsangebote oder setzen sich für die Erforschung seltener Krankheiten ein. Die meisten Stiftungen (88,6 Prozent) haben ihren Sitz in den westlichen Bundesländern. Beim Zuwachs führt allerdings Sachsen mit 4,9 Prozent Neugründungen im vergangenen Jahr die Tabelle an. Hamburg bleibt das Bundesland mit den meisten Stiftungen im Verhältnis zur Zahl der dort lebenden Menschen: 78 Stiftungen gibt es dort pro 100.000 Einwohner.

Immer mehr Studenten ohne Abitur

In Deutschland haben 2018 rund 62 000 Menschen ohne Abitur studiert - ein Rekord. Das waren 2,2 Prozent aller Studierenden. Im Vergleich zum Jahr 2013 hat der Anteil der Studenten ohne Abitur bundesweit um 35 Prozent zugelegt. Das geht aus einer Berechnung des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) hervor. Möglich ist ein Studium ohne Abitur für Menschen, die sich im Beruf hoch qualifiziert haben, zum Beispiel durch einen Meistertitel im Handwerk. So ersetzt etwa die Note aus der Meister- oder Fachwirtprüfung die Abinote. Eine abgeschlossene Berufsausbildung und Berufserfahrung sind Voraussetzung. Beliebteste Fächer sind bei den Studienanfängern ohne Abitur Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Es folgten Ingenieurwissenschaften und Medizin/Gesundheitswissenschaften. Die meisten Studienanfänger ohne Abitur gab es 2018 in Hamburg (5,8 Prozent), Nordrhein-Westfalen (4,0) und Hessen (3,8).

Stefan Raab möchte Alternative zu ESC veranstalten

Stefan Raab veranstaltet eine Alternative für den wegen der Corona-Krise abgesagten Eurovision Song Contest. Sein "Free European Song Contest" solle am 16. Mai und damit an dem eigentlich für das ESC-Finale geplanten Tag live aus Köln gezeigt werden, teilte der Privatsender ProSieben mitteilte. Ob Raab, der seine Karriere als Fernsehmoderator 2015 beendet hatte, selbst wieder vor die Kamera tritt, blieb offen. Raab ließ sich mit den Worten zitieren: "Besondere Herausforderungen brauchen besondere Lösungen - an diesem Abend kommt Europa auf besondere, einzigartige Weise zusammen." Dem Sender zufolge ist Raab Produzent der Show, zur Moderation gab es keine Angaben.

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