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Konzert / Archiv | Beitrag vom 24.01.2009

Die Heldin tot, die Stadt gerettet

Rimskij-Korsakows Oper "Das Mädchen von Pskow"

Sankt Petersburg (AP Archiv)
Sankt Petersburg (AP Archiv)

Russland um 1570. Der berühmt berüchtigte Tyrann "Iwan der Schreckliche" verschont auf seinem Vernichtungszug die Stadt Pskow. Das dort lebende Findelkind Olga erweist sich nämlich als seine uneheliche Tochter. Bei einem Schusswechsel zwischen den Zarentruppen und den Aufständischen wird Olga von den eigenen Leuten getötet. Das Volk von Pskow feiert sie als Retterin der Stadt.

1860 war ein Drama von Lew Mei erschienen, das eine Episode aus der Regierungszeit "Iwans des Schrecklichen" behandelte. Es fußt auf dem Standardwerk zur Geschichte Russlands von Nikolaj Karamsin, aus dem sich viele Literaten und Komponisten bedient haben. So auch Nikolaj Rimskij-Korsakow für die Oper "Das Mädchen von Pskow". Sein Freund Modest Mussorgsky hatte ihm dieses Sujet vorgeschlagen, währenddessen er über seinem "Boris Godunow" saß. Beide arbeiteten im selben Petersburger Zimmer und versuchten, diese Tyrannen in Musik zu setzen. Korsakow brauchte fast so lange wie Mussorgsky. Über 25 Jahre vergingen, bis der Komponist nach diversen Änderungen mit einer dritten Fassung endlich zufrieden war.
Beinahe wäre die Oper überhaupt nicht aufgeführt worden. Als nach vier Jahren die erste Fassung fertig wurde, hatte die strenge Zensur grundlegende Einwände. Es durfte keine demokratische Bewegung der Vergangenheit behandelt werden und niemand von der Zarenfamilie als Bühnenfigur erscheinen. Doch Korsakow hatte schließlich eine Ausnahmeregelung erwirkt. Und so konnte die Urfassung am 13. Januar 1873 als erste nationale Oper Russlands aufgeführt werden. Der große Publikumszuspruch ließ Serien ausverkaufter Vorstellungen folgen.



Euroradio-Opernsaison 2008/09
Mariinskij Theater St. Petersburg
Aufzeichnung vom 24.09.2008

Nikolaj Rimskij-Korsakow
"Das Mädchen von Pskow", Oper in dreiAkten
Libretto: Nikolaj Rimskij-Korsakow

Alexej Tanowitskij, Bass – Zar Iwan der Schreckliche
Gennadij Bessubenkow, Bass – Fürst Juirj Tokmakow
Irina Matajewa, Sopran - Fürstin Olga Tokmakowa
Nikolaj Gassijew, Tenor – Bojar Nikita Matuta
Warwara Solowjewa, Alt – Bojarin Stepanida Matuta
Jurij Worobjew, Bass – Fürst Afanassi Wjasemsky
Pawel Schmulewitsch, Bass – Arzt Bomeli
Michail Wischnjak, Tenor - Michail Andrejitsch Tutscha
Jedem Umerow, Bass - Juschko Welebin
Ludmila Kanunnikowa, Mezzosopran – Amme Wlasjewna
Olga Legkowa, Mezzosopran – Amme Perfiljewna
Andrej Karabanow, Tenor – Stimme des Wächters
Chor und Orchester des Mariinskij Theater
Leitung: Valery Gergiev

nach dem 1. Akt ca. 20:00 Uhr Konzertpause mit Nachrichten

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