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Fazit / Archiv | Beitrag vom 22.10.2012

Die Geschichte der Geschichten aus 101 Nacht

Wie eine Arabistin alles stehen und liegen ließ, um eine alte Handschrift zu übersetzen

Claudia Ott im Gespräch mit Dieter Kassel

Die Arabistin Claudia Ott von der Uni Erlangen (Dominik Rößler / Random House)
Die Arabistin Claudia Ott von der Uni Erlangen (Dominik Rößler / Random House)

Die Geschichten aus 1001 Nacht kennt jeder. Aber kennen Sie auch die aus 101 Nacht? Wenn nicht, ist das kein Wunder, denn rund 1000 Jahre nach ihrer Entstehung ist diese Sammlung nun zum ersten Mal ins Deutsche übersetzt worden. Die Frau, der wir das zu verdanken haben, hat die Handschrift nur zufällig entdeckt.

Da so gut wie jeder die Geschichtensammlung "1001 Nacht" kennt, kommt einem bei "101 Nacht" sofort der Gedanke, es könne sich doch nur um eine verkürzte Sammlung der gleichen Geschichten handeln. Das ist aber nicht so. "101 Nacht" ist eine eigenständige Sammlung von Geschichten. Fast genau so alt wie die große Schwester, anders als diese aber viel weniger bekannt. Diese Sammlung "101 Nacht" ist nun zum ersten Mal in deutscher Sprache verfügbar. In einem wunderschönen Buch mit allen Geschichten, einem ausführlichen Nachwort und Fotos der Handschrift, die als wichtigste Vorlage diente. Dass es dieses Buch nun gibt verdanken wir der Übersetzerin und Arabistin Claudia Ott.

Der Zufallsfund der Orientalistin und Wissenschaftlerin Claudia Ott aus Niedersachsen: "101 Nacht". (picture alliance / dpa / Wolfgang Duveneck)Wissenschaftlerin Claudia Ott präsentiert ihr Buch "101 Nacht". (picture alliance / dpa / Wolfgang Duveneck)Vor zwei Jahren habe sie als Musikerin bei einer Ausstellungseröffnung gearbeitet, erzählt Claudia Ott, und beim anschließenden Gang durch die Ausstellung in einer Vitrine etwas abseits Objekte mit Handschriften aus Andalusien entdeckt. Eine davon las "Der Anfang des Buches aus 101 Nacht". Das Werk sei ihr bekannt gewesen, aber bisher habe man die ältesten Schriften dazu immer auf das 18. und 19. Jahrhundert datiert. Die Handschrift in der Ausstellung aber ging auf das 12. Jahrhundert zurück. "Das war eine wissenschaftliche Sensation", so die Übersetzerin und Musikerin Claudia Ott.

Für sie sei aber noch mehr als das gewesen - und so habe sich gesagt: "Wenn das echt ist, werfe ich alle meine Pläne über den Haufen und widme mich die nächsten Jahre dieser Handschrift", so Ott. Der Kurator habe das sofort verstanden und mit ihr recht schnell eine Übereinkunft getroffen. Ott: "Ich hatte das Gefühl, dass nicht ich die Handschrift übersetzen wollte, sondern die Handschrift wollte übersetzt werden. Ich bin nicht zufällig da vorbei gekommen."

Das vollständige Gespräch mit Claudia Ott können Sie bis mindestens 22. März 2013 als MP3-Audio in unserem Audio-On-Demand-Player nachhören.

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