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Breitband | Beitrag vom 18.06.2016

Die ganze Welt hat sich verschworen

Ein Close Reading des Falles um Elisa Lam

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Ein Video bei Youtube hat das Schicksal von Elisa Lam weltweit bekannt gemacht. Knapp 15 Millionen Menschen haben es bisher schon gesehen, rund 14 000 haben es kommentiert. Das Video zeigt eine junge Frau, die in einen Fahrstuhl steigt und versucht ihn in Bewegung zusetzen. Doch es funktioniert nicht. Sie geht rein und raus und verschwindet schließlich aus dem Bild.



Interessant wird dieses Video erst mit dem Kontext. Am 19. Februar 2013 wird die Leiche von Elisa Lam gefunden. Schwimmend, in einem Wassertank auf dem Dach des Hotels, in dem auch das Video gefilmt wurde. Das Video, das von der Polizei veröffentlicht wird, zeigt sie das letzte Mal lebendig. Der Autopsie-Bericht, der im Internet öffentlich nachzulesen ist, erklärt: Tod ohne äußere Einwirkung.

Ungeklärte Fragen


Nun entstehen neue Lücken im Narrativ um Elisa Lam: Um auf das Dach des Hotels zu gelangen, muss eine verschlossene Stahltür geöffnet werden, die allerdings mit einem Alarm gesichert ist. Und um in den Tank zu gelangen, muss eine schwere Metallklappe geöffnet werden. Wie ist das der schmalen jungen Frau gelungen?

Der Fall befeuert skurrile Erklärungsversuche


Nachdem der Fall von der Presse ad acta gelegt worden ist, machen die unterschiedlichsten Verschwörungstheorien die Runde. Es geht darin unter anderem um die besondere Rolle des Hotels, das immer wieder als Absteige für Serienmörder fungiert hat. Aber auch die Macht der Hypnose, die Illuminaten oder unsichtbare Soldaten. Der Youtube-Kanal Brainscratch berichtet und auch der deutsche Podcast Hoaxilla.

Was die Suche nach der "Wahrheit" mit uns macht


Spätestens seit 9/11 sind Verschwörungstheorien Mainstream geworden. Das Internet spielt dabei eine entscheidende Rolle. Das Breitband-Feature will anhand des Falls von Eliza Lam herausfinden, wie das Netz mit seinen multimedialen, ewig verzweigenden Gedankenströmen auf uns wirkt. Und was das für das gesellschaftliche Klima bedeutet.

Antworten darauf kommen unter anderem vom Buchautor Thomas Grüter, Prof. Armin Pfahl-Traughber und der Autorin Ingrid Brodnig.

Ein Feature von Heiko Behr.

 

Links:

Tumblr von Elisa Lam

Twitter-Account von Elisa Lam

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