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Interpretationen / Archiv | Beitrag vom 07.10.2018

Die Chansons von Jacques Brel"Er ist unsterblich"

Gast: Dominique Horwitz, Schauspieler, Sänger und Schriftsteller; Moderation: Jürgen Liebing

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Der Schauspieler, Sänger und Schriftsteller Dominique Horwitz (Deutschlandradio / Manfred Hilling)
Wie ein Doppelgänger von Jacques Brel: Der Schauspieler, Sänger und Schriftsteller Dominique Horwitz (Deutschlandradio / Manfred Hilling)

"Ne me quitte pas" – Jacques Brel war einer der Chansonsänger schlechthin. Vor vierzig Jahren starb der belgische Sänger und Schauspieler, der sich Jahre zuvor von der Öffentlichkeit zurückgezogen hatte. Dominique Horwitz im Gespräch über einen Klassiker.

"Jacques Brel war die perfekte Verkörperung dessen, was man aus dem Varieté machen kann, er war der Größte von uns allen." Das sagte Serge Reggiani, der hierzulande leider viel zu wenig bekannte Sänger und Schauspieler, über Jacques Brel einen Tag nach dessen Tod.

Hier geht es zur Playlist der Sendung.

Die Platten bleiben

Und Georges Brassens, der große Kollege, meinte: "Ich glaube nicht, dass er gestorben ist. Wenn man Leute liebt, dann sterben sie natürlich, das heißt, sie gehen weg. Von all denen, die ich geliebt habe, ist keiner gestorben. Es wird für mich und seine Freunde leicht sein, Brel wieder zum Leben zu erwecken. Wir brauchen uns nur seine Platten anzuhören."

Am 9. Oktober 1978, also vor mittlerweile 40 Jahren, ist Jacques Brel "weggegangen" im Alter von nur 49 Jahren. Bereits 1967 hatte er sich von der Bühne verabschiedet, und doch erschien kurz vor seinem Tod noch ein letztes Album mit einer Liebeserklärung an seine Wahlheimat, die Marquesa-Inseln in der Südsee.

Doppelgänger ohne Imitat

Der Österreicher Michael Heltau hat als erster Brels Chansons auf Deutsch gesungen, dann kam Klaus Hoffmann, der viel dafür getan hat, den Belgier, dessen Chansons wie "Amsterdam" oder "Ne me quitte pas" zu Klassikern geworden sind, hierzulande populär zu machen. Der Sänger, Schauspieler und Autor Dominique Horwitz, der in Paris geboren wurde und in Berlin aufgewachsen ist, lebt Jacques Brel, ist gleichsam zu einem Doppelgänger geworden, ohne das große Vorbild zu imitieren. Er singt diese Chansons mit einer Intensität, die etwas ganz Besonderes hat.

In den "Interpretationen" spricht Dominique Horwitz über sein Verhältnis zu Brel, über die Interpretationen von Kolleginnen und Kollegen, darunter Juliette Gréco. Sie war die erste überhaupt, die ein Chanson von Brel nachgesungen hat. Barbara, Nina Simone, David Bowie und andere sollten folgen. Und Horwitz erzählt im Gespräch mit Jürgen Liebing, für den Brel der Größte der Großen ist, warum dieser Sänger so einmalig ist.

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