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Neue Musik | Beitrag vom 23.01.2020

Die britische Komponistin Joanna BailieArtificial Environments

Vorgestellt von Carolin Naujocks

Bahnhof (Imago Images / Arnulf Hettrich )
Bahnhofe sind für Joanna Bailie interessante Orte für field recordings (Imago Images / Arnulf Hettrich )

Joanna Bailie glaubt an die Kraft des "framings", des Einrahmens. Es geht darum, Ereignisse in künstliche Kontexte zu stellen, um sie dadurch auf neue Weise wahrzunehmen zu können.

Joanna Bailie arbeitet nicht nur gerne mit Elektronik, sondern vorzugsweise in den Grenzbereichen zwischen den Metiers.

In vielen Kompositionen verwendet die gebürtige Londonerin Field Recordings. Sie verfremdet die Aufnahmen und verknüpft sie mit instrumentalen oder vokalen Klängen. Für "Trains" für Violoncello und Tonband verarbeitete sie zum Beispiel Aufnahmen von Zügen.

Als ästhetische Referenzen nennt sie John Cage und Marcel Duchamp. Sie spricht von der Bekehrung zu einer Art Glauben an die Kraft des "framings". "Wenn man so etwas einmal erlebt hat", so Bailie, "öffnen sich Türen zu vielen weiteren solcher Erfahrungen." 

Joanna Bailie

"Symphony - Street - Souvenir" (2010)
für Ensemble

"Trains" (2014)
für Violoncello und Tonband

"Artificial Environments" (2011)
für verstärktes Ensemble und Zuspielung
dar.: No. 1

"Artificial Environments": No. 8 (2012)
für Klavier und Zuspielung

Alice Purton, Violoncello
Plus Minus Ensemble

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