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Mittwoch, 22.01.2020
 
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Kulturnachrichten

Dienstag, 14. Januar 2020

Die bpb expandiert in den Osten

Die Bundeszentrale für politische Bildung, bpb, will nach Bonn und Berlin jetzt auch einen Standort in Ostdeutschland errichten. Das hat ihr Präsident Thomas Krüger angekündigt. Insgesamt wird es 58 zusätzliche Stellen geben, von denen elf auf einen neuen Fachbereich mit einem Standort in den östlichen Bundesländern entfallen werden. Cottbus oder Halle, das sei noch offen. Dieser neue Fachbereich erhält die Aufgabe, Fragen politischer Bildung in Transformationsräumen bundesweit zu behandeln. Dabei geht es laut bpb-Chef Krüger zum Beispiel um Gebiete, in denen keine Kohle mehr abgebaut wird. Die Bundeszentrale wolle Konzepte entwickeln, wie man "diesen Wandel mit einem positiven Effekt für eine demokratische und offene Gesellschaft unterstützen" könne.

Titelsong des neuen Bond-Films von Billie Eilish

Die Überraschung ist perfekt: Für den neuen James-Bond-Film "No Time to die" wird Billie Eilish den Titelsong singen. Der gerade erst 18-Jährige US-Star am Pop-Himmel habe "den Song zusammen mit ihrem Bruder Finneas O'Connell geschrieben und ist die jüngste Künstlerin, die je ein James-Bond-Titellied geschrieben und aufgenommen hat», ist auf dem offiziellen Bond-Twitteraccount zu lesen. Der letzte Film mit Daniel Craig in der Titelrolle hat am 2. April Premiere.

Auszeichnung für Kolumnistin Samira El Ouassil

Der diesjährige Bert-Donnepp-Preis der Medienpublizistik, geht an Samira El Ouassil. Das teilte der Verein Freunde des Grimme-Preises in Marl mit. Ausgezeichnet wird die 34-Jährige für die "Wochenschau" auf dem Portal uebermedien.de. Damit schaffe sie seit September 2018 etwas, was selten sei, lobte die Jury: "Ihre pointierten Analysen, einordnenden Essays und wirklich lustigen Entlarvungen der Medienwelt und ihrer Auswüchse dröseln leichtfüßig die Aufreger der Woche bereits auf, während sich alle anderen noch in den sozialen Medien einen Überblick unter dem entsprechenden Hashtag verschaffen." Dafür, heißt es weiter, werde sie "von alten (Medien-)Hasen und Digital Natives gleichermaßen gelesen und bewundert". Der Preis ist mit 5000 Euro dotiert.

Beschlagnahmtes Gemälde geht zurück nach Leipzig

Der Bayer-Konzern gibt ein von den Nationalsozialisten beschlagnahmtes Gemälde des Malers Oskar Moll an das Leipziger Museum der bildenden Künste zurück. Das "Stillleben mit Mohn und schwarzer Kanne" war 1937 als "entartet" eingezogen worden. Nach dem Zweiten Weltkrieg landete das Werk im Kunsthandel und wurde von Bayer gekauft. Im Rahmen der Herkunftsforschung Bayers sei zweifelsfrei geklärt worden, dass es sich um das beschlagnahmte Gemälde Molls handelt. Da die Bayer AG das Bild 1951 rechtmäßig erworben habe, bestehe keine Verpflichtung zur Rückgabe. Der Konzern hoffe jedoch, dass die Schenkung "zu einem Beispiel für ein neues Verständnis von gesellschaftlicher und kultureller Verantwortung im 21. Jahrhundert" werde.

Regisseur Ruggia in Polizeigewahrsam in Paris

Der französische Regisseur Christophe Ruggia ist nach einer Missbrauchs-Anzeige der Schauspielerin Adèle Haenel in Polizeigewahrsam. Die Pariser Staatsanwaltschaft bestätigte entsprechende Medienberichte. Es gehe um die laufenden Ermittlungen gegen den 55-Jährigen wegen sexueller Übergriffe auf eine Minderjährige, hieß es von der Justiz. Die heute 31-jährige Schauspielerin Haenel gibt an, der Regisseur habe sie beim Dreh zu ihrem ersten Film "Les Diables" ("Kleine Teufel") belästigt, der 2002 in die Kinos kam. Sie spricht von "sexueller Belästigung", Küssen in den Nacken und anderen Berührungen. Ruggia hat zwar "Fehler" im Umgang mit Haenel eingeräumt, bestreitet aber jeden Missbrauch.

Haus der Kunst bekommt neuen Geschäftsführer

Der Kulturmanager Wolfgang Orthmayr wird neuer kaufmännischer Geschäftsführer am Haus der Kunst in München. Der 59-Jährige werde seinen Posten am 25. Februar antreten, teilte Kunstminister Bernd Sibler (CSU) in München mit. Orthmayr war unter anderem Interims-Geschäftsführer der documenta und am Museum Fridericianum in Kassel. Er wird das Haus der Kunst gemeinsam mit dem künstlerischen Leiter Andrea Lissoni führen, der zum 1. April von der Tate Modern in London nach München wechselt.

Webseite zu "vergessenen" Außenlagern von Auschwitz

Eine neue Webseite informiert über die "vergessenen" Außenlager von Auschwitz. Unter subcamps-auschwitz.org enthält sie in englischer Sprache zahlreiche bisher unbekannte historische Dokumente, Lagepläne und Fotos. Das teilte die Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas in Berlin mit. Zum nationalsozialistischen Lagerkomplex Auschwitz gehörten neben dem Stammlager Auschwitz I, dem Vernichtungslager Auschwitz II (Birkenau) und dem Lager Auschwitz III (Monowitz) insgesamt 44 Außenlager. Diese gelten laut Stiftung - abgesehen von den Veröffentlichungen des Staatlichen Museums Auschwitz - als nahezu unerforscht.

Ex-Papst Benedikt will nicht Co-Autor sein

Der frühere Papst Benedikt war nach eigenen Angaben nicht darüber informiert, dass er als Co-Autor des Buches betitelt wird, in dem er den Zölibat verteidigt. Sein Privatsekretär, Erzbischof Georg Gänswein, sagte, er habe den Autor, Kurienkardinal Robert Sarah, gebeten, den Namen und das Bild Benedikts XVI. vom Bucheinband entfernen zu lassen. Den Text über das Priestertum habe der emeritierte Papst zwar im Sommer 2019 geschrieben und Sarah zur freien Verfügung überlassen. Er habe aber keinen Vertrag mit dem Verlag unterschrieben. In dem Text plädiert der emeritierte Papst für die strikte Beibehaltung des Zölibats. Vatikan-Experten werteten dies als öffentliche Kritik an der Haltung von Papst Franziskus in dieser Frage.

Schweizer Grand Prix Literatur 2020 an Sibylle Berg

Der Schweizer Grand Prix Literatur 2020 geht an Sibylle Berg. Die Autorin werde für ihr Gesamtwerk geehrt, teilte das Bundesamt für Kultur in Bern mit. Die Jury würdigte sie als innovative, engagierte und bedeutende Stimme der zeitgenössischen deutschsprachigen Literatur. Berg wurde in Weimar geboren und lebt seit mehr als 20 Jahren in Zürich. Sie hat 15 Romane sowie zahlreiche Theaterstücke und Hörspiele verfasst. Für ihren Roman "GRM Brainfuck" erhielt sie 2019 den Schweizer Buchpreis. Der Schweizer Grand Prix Literatur ist mit 40.000 Franken, umgerechnet 37.000 Euro, dotiert.

Berliner Schinkel-Kirche öffnet nach Sanierung

Die wegen schwerer Bauschäden seit 2012 geschlossene Friedrichswerdersche Kirche nahe dem Berliner Schlossplatz wird von Sommer an wieder als Museum genutzt. Bereits ab dem 18. Januar wird der einzige in der Berliner Innenstadt erhaltene Kirchenbau Karl Friedrich Schinkels wieder für Führungen zugänglich sein, kündigte der Leiter der Alten Nationalgalerie, Ralph Gleis, an. Die Friedrichswerdersche Kirche gilt als ein Hauptwerk der deutschen Neu-Gotik. In die Schlagzeilen geriet der Backsteinbau in den vergangenen Jahren durch Neubauten, die nahe der Kirche errichtet wurden. Dies führte zu massiven Rissen in dem Sakralbau, die Kirche senkte sich ab, das Gewölbe drohte einzustürzen.

Göttingen hat größte Buchhandelsdichte

Göttingen ist die Stadt mit der höchsten Buchhandelsdichte in Deutschland. Bei knapp 120.000 Einwohnern gab es dort zum Zeitpunkt der Zählung genau 18 Buchhandlungen samt Antiquariate, also ein Laden für je 6.600 Einwohner. Das geht aus einem Dossier des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels hervor. Auf Platz zwei folgt Heidelberg mit einer Buchhandlung für je 7.300 Einwohner, auf dem dritten Platz liegt Regensburg mit einer Buchhandlung für je 7.800 Einwohner. Die meisten Buchhandlungen - nämlich 230 Geschäfte - hat Berlin. In ganz Deutschland existieren noch ca. 6.000 Buchhandlungen.

Vielleicht schon bald ein Jan-Fedder-Platz in Hamburg

Die Stadt Hamburg bekommt möglicherweise schon bald einen Jan-Fedder-Platz. Die CDU-Fraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft hat bereits einen entsprechenden Antrag auf den Weg gebracht. Fraktionschef André Trepoll schlug den Spielbudenplatz direkt vor der Davidwache der Polizei in St. Pauli als möglichen Ort für die Namensänderung vor. Da der Schauspieler Hamburg "weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt machte", sei es selbstverständlich sein Andenken für die Nachwelt zu erhalten, sagte Trepoll. Der Schauspieler, der vor allem durch die ARD-Vorabendserie "Großstadtrevier" bekannt geworden ist, ist Ende Dezember im Alter von 64 Jahren gestorben. Ihm wird heute mit einer Trauerfeier im Hamburger Michel gedacht.

Quadbeck geht von der "Rheinischen Post" zum RND

Die stellvertretende Chefredakteurin der "Rheinischen Post" und Leiterin des Parlamentsbüros, Eva Quadbeck, wechselt zum RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Sie übernehme zum Januar 2021 die Position der stellvertretenden RND-Chefredakteurin und Leiterin der Hauptstadtredaktion in Berlin, teilte die Mediengruppe Madsack mit. Das RedaktionsNetzwerk Deutschland erstellt überregionale Inhalte unter anderem für die Zeitungen, die zur Madsack Mediengruppe gehören. Dazu zählen unter anderem die "Leipziger Volkszeitung", die "Hannoversche Allgemeine" und die "Märkische Allgemeine".

"Klimahysterie" ist "Unwort des Jahres" 2019

Das "Unwort des Jahres" 2019 heißt "Klimahysterie". Mit dem Wort würden Klimaschutzbemühungen und die Klimaschutzbewegung diffamiert und wichtige Debatten zum Klimaschutz diskreditiert, begründete die Jury der sprachkritischen Aktion ihre Wahl. Der Begriff pathologisiere das zunehmende Engagement für den Klimaschutz als eine Art kollektiver Psychose. Das Wort sei gleich von mehreren Vertretern von Politik, Wirtschaft und Medien benutzt worden. Das Unwort wird seit 1991 gekürt. Im vergangenen Jahr war es "Anti-Abschiebe-Industrie", 2017 fiel die Wahl auf "Alternative Fakten".

Bayern gibt Nazi-Beute zurück

Bayern hat von den Nationalsozialisten geraubte Kunstobjekte an die Nachfahren Münchner Juden zurückgegeben. Sechs Silberobjekte - einen Pokal, ein Gewürzgefäß, drei Leuchter und einen Kelch - überreichte Wissenschaftsminister Bernd Sibler, CSU, im Bayerischen Nationalmuseum den Nachkommen von zwei Familien. Von 1939 an hatten die Nationalsozialisten Juden gezwungen, Gold, Silber und Edelsteine bei kommunalen Leihhäusern abzugeben. Das Bayerische Nationalmuseum hatte damals 322 Objekte gekauft, von denen bereits über die Jahre mehr als 200 an ihre Eigentümer zurückgegeben wurden. Die übrigen mehr als 100 Stücke werden seit dem vergangenen Jahr in der Ausstellung "Silber für das Reich" ausgestellt. Diese soll öffentliche Aufmerksamkeit schaffen und so dabei helfen, die Erben der Objekte ausfindig zu machen.

Neues Holocaust-Museum in Amsterdam

Die Bundesregierung unterstützt den Bau des neuen Nationalen Holocaust-Museums in Amsterdam mit vier Millionen Euro. In den Niederlanden habe die "Vernichtungsmaschinerie der Nazis auf grässlichste Weise gewirkt", sagte Außenminister Heiko Maas. Der Umbau zweier historischer Gebäude zum "Nationalen Holocaust Museum" in Amsterdam soll Anfang Februar starten und bis zum Jahr 2022 fertiggestellt sein. Bei den Gebäuden handelt es sich um die Hollandsche Schouwburg, ein Theater, das als Sammelplatz für Deportationen diente, und um die ehemalige reformierte Pädagogikschule, aus der 600 jüdische Kinder gerettet wurden. Von den 140.000 Jüdinnen und Juden, die zum Zeitpunkt der deutschen Besatzung im Mai 1940 in den Niederlanden lebten, wurden 107.000 in die deutschen Konzentrations- und Vernichtungslager deportiert. Nur rund 5000 Deportierte überlebten.

LKA übernimmt Ermittlungen zu Pöbeleien im Kabarett

Nach ausländerfeindlichen und verachtenden Zwischenrufen bei einer Vorstellung im Dresdner Kabarett "Die Herkuleskeule" hat das Landeskriminalamt Sachsen die Ermittlungen übernommen. Das Polizeiliche Extremismus- und Terrorismus-Abwehrzentrum prüfe eine politische Motivation, wie eine LKA-Sprecherin sagte. Die mutmaßlich rechten Pöbler hatten die Aufführung des Stückes "Betreutes Denken" am Samstagabend massiv gestört, sie war daraufhin unterbrochen worden. Als zwei Darsteller die Gruppe zur Rede stellten, war ein 37 Jahre alter Schauspieler mit einem Bierglas beworfen und am Kopf leicht verletzt worden.

Oscar-Nominierungen bekannt gegeben

Die Academy of Motion Pictures Arts and Sciences hat die Nominierungen für die Oscars bekannt gegeben. Als großer Favorit gilt der Film "Joker" mit elf Nominierungen, unter anderem als bester Film und für die beste Regie. Hoffnungen auf einen Preis als beste Hauptdarsteller können sich u.a. Renée Zellweger, Joaquin Phoenix, Scarlett Johansson und Leonardo DiCaprio machen. Als beste Nebendarsteller sind z.B Brad Pitt, Laura Dern, Al Pacino und Margot Robbie im Rennen. Die deutsche Ko-Produktion "The Cave" (deutscher Titel "Die Höhle") hat Chancen auf einen Oscar als beste Dokumentation. Verliehen werden die Filmpreise am 9. Februar.

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