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Aus den Archiven / Archiv | Beitrag vom 20.04.2019

Die Bohème in München und BerlinDie Vorfahren der Alternativen

Moderation: Michael Groth

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Ein in rot gehaltener, farbenfroher Kaffeesaal aus den 30ern. (imago images/Arkivi)
Ein Ort des intellektuellen Austauschs: Im Café kamen in Wien, Paris oder Prag die Kaffeehaus-Literaten zusammen – und manchmal arbeiteten sie auch. (imago images/Arkivi)

Noch bevor es den Begriff überhaupt gab, waren die intellektuellen Kaffeehausgänger der Bohème bereits Subkultur. Nicht nur berauscht vom Kaffee stritten sie – und legten dabei den Grundstein für eine eigene Literaturrichtung.

Die Bohème entstand nach der Niederlage der Türken vor Wien. Mit dem osmanischen Vormarsch war es aus. Doch der Kaffee blieb und trat im Gegensatz zu seinen Überbringern einen Siegeszug in Europa an. Ein Resultat daraus war wiederrum die lebendige Kaffeehaus-Kultur, die egal ob in London, Paris oder Wien zur Brutstätte der Bohème wurde.

Und auch in Deutschland etablierte sich die Bohème. Diese Randgruppe, die mit Fug und Recht als intellektuelle Subkultur bezeichnet werden kann. Betont un- oder gegenbürgerlich seien die Einstellungen und Verhaltensweise, wie eine bekannte Internetenzyklopädie schreibt.

Arbeitsort Café

Der Sender RIAS wollte es im Jahr 1966 deswegen ganz genau wissen und warf einen Blick auf die Bohème in Berlin und München in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts. Befragt wurden dafür der Schriftsteller Walter Mehring (1886–1981) und der ehemalige Diplomat Walter Fuchs (1888–1966).

Und auch sie landeten in ihren Erinnerungen immer wieder in den Kaffeehäusern. Dort wo sich die Bohème traf und, wie Mehring am eigenen Beispiel berichtete, auch arbeitete.

Bohème
Alternative Kulturen in Berlin, München, Wien und Paris
Gespräche mit Walter Mehring und Walter Fuchs
Von Werner Oehlschlaeger, Werner Wilk und Jens Luther
RIAS Berlin 1966

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