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Tonart | Beitrag vom 20.12.2019

Die Band ErdmöbelJedes Jahr ein neues Weihnachtslied

Markus Berges und Ekki Maas im Gespräch mit Vivian Perkovic

Die Band Erdmöbel in weihnachtlichen Kostümen (Matthias Sandmann)
Die Band Erdmöbel zelebriert Weihnachten – inzwischen auch auf Tour. (Matthias Sandmann)

Seit 2006 bringt die Band Erdmöbel jedes Jahr ein "Jahresendlied" heraus und geht inzwischen auch auf Weihnachtstour. "Mir geht es besser, seit ich das mache", sagt Bassist Ekki Maas. Sänger Markus Berges betont, wie sehr das Publikum die Konzerte prägt.

Die Musiker der Kölner Band Erdmöbel gießen seit 2006 ihre Gedanken und Gefühle zum großen christlichen Fest jedes Jahr aufs Neue in ein Weihnachtslied. Seit ein paar Jahren touren sie im Dezember auch mit dem inzwischen entstandenen Weihnachtskatalog – in diesem Jahr in Berlin, München und Hamburg.

"Es ist auf jeden Fall interessant, jedes Jahr wieder ein neues Jahresendlied, so nennen wir es ja, zu schreiben, weil es da um verschiedene Themen gehen kann, aber meistens ist es eben Silvester oder Weihnachten", sagt Berges. 

Der neue Song handle vom Jahr 2000, erklärt Maas: "Millennium, Jahrtausendwende, wo die Leute auch gedacht haben, wie Welt geht jetzt unter" – damals wegen des Jahr-2000-Bugs in Software. "Diese romantische Vorstellung vom Ende der Zeit, das gibt's schon lange. Das war sicher in den 60er-Jahren auch schon mal da, Vietnamkrieg und so."

Berges sagt zu dem aktuellen Weihnachtslied, die Erinnerung an die Jahrtausendwende habe ihn melancholisch gestimmt. "Gerade deshalb hatte ich aber das Gefühl, das ist total blöd, wenn da jetzt nicht ein fröhliches Lied draus wird."

Befreiende Konzerte

"Mir geht es besser, seit ich das mache", sagt Maas über die Tradition der Erdmöbel-Weihnachtskonzerte. Er habe kein allzu gutes Verhältnis zu Weihnachten. "Man hat große Erwartungen und die werden immer enttäuscht – das ist meine Sicht auf Weihnachten." Bei den Konzerten könne er sich etwas befreien, indem er "sich lustig mache" oder das "auf irgendeine Art doch ernst nehme" – und jetzt feiere er doch Weihnachten, "was ich früher gar nicht hingekriegt habe." 

"Das Besondere ist sowieso, dass sich diese ganze Show mit dem Publikum entwickelt hat", sagt Berges. Inzwischen gehe unheimlich viel von den Gästen aus: "Da hat sich eine bestimmte, etwas anritualisierte Partyform entwickelt", sagt er. "Insofern ist das tatsächlich so ein bisschen wie ein alternatives Familienfest, aber ein gutes: wo die Leute schon mit gewissen Erwartungen hinkommen, aber wo wir denen nicht was bieten, sondern die Leute auch viel selber machen."

(mfu)

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