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Kulturnachrichten

Mittwoch, 7. Januar 2015

«Die andere Grotte Chauvet» - Replik gewährt Blick auf Höhlenmalerei

Das Origianl ist streng geschützt

Die Höhlenmalereien der Grotte Chauvet in Frankreich dokumentieren Menschheitsgeschichte. Jetzt gewährt eine aufwendig gefertigte Replik Einblick in die Altsteinzeit.
Das Original, die von der Unesco zum Weltkulturerbe ernannte Grotte Chauvet in der südfranzösischen Region bei Montélimar, ist streng geschützt. Sie erhielt ihre berühmten Tierzeichnungen in mehreren Phasen, die ältesten sind 36.000 Jahre alt. Die aufwendige Kopie der Höhle ist in den vergangenen drei Jahren entstanden. Im Frühjahr wird sie als Caverne du Pont d'Arc eröffnet. Dann liefert sie Interessierten einen detailgetreuen Eindruck des streng geschützten Originals.
Vor gut 20 Jahren, am 18. Dezember 1994, entdecken die drei Höhlenforscher Jean-Marie Chauvet, Éliette Brunel und Christian Hillaire die nach dem Initiator der Erkundung genannte Grotte Chauvet. Rasch wird die wissenschaftliche und historische Bedeutung der Malereien in der Höhle erkannt. Die für viele Forscher erstaunliche Unversehrtheit im Inneren der Grotte geht auf einen mindestens 20 000 Jahre währenden Felsverschluss des Höhleneingangs zurück.

Neuer Houellebecq-Roman erscheint in Frankreich - Mindestens zwölf Tote bei Anschlag auf Satire-Magazin

Literarische Vision eines islamisierten Frankreich löst heftige Reaktionen aus

Frankreich im Jahr 2022: An der Pariser Universität Sorbonne prangt der Halbmond, die Studentinnen tragen Schleier und in den Supermärkten ist die Abteilung für koschere Lebensmittel verschwunden. Mit seinem jüngsten Buch "Unterwerfung" setzt Michel Houellebecq ein aktuelles und hochsensibles Thema literarisch um: die angebliche Islamisierung des Westens. Der Roman, der heute mit einer Startauflage von 150.000 Exemplaren in Frankreich erscheint, hat schon vorab heftige Debatten ausgelöst. Frankreichs Staatschef François Hollande hat vor Panikmache gewarnt. In Deutschland kommt die politische Fiktion am 16. Januar in den Buchhandel. Sein Roman sei keine Provokation, erklärte der Prix-Goncourt-Preisträger Houellebecq in einem Interview in der amerikanischen Literaturzeitschrift "The Paris Review" vor wenigen Tagen. Er beschleunige nur die Geschichte einer möglichen Entwicklung, erläuterte der Bestseller-Autor weiter. Houellebecq und sein Roman sind Thema der aktuellen Ausgabe des Satiremagazins „Charlie Hebdo", auf das heute ein schwerer Anschlag verübt würde. Zwei schwer bewaffnete Männer haben den Sitz der Zeitung in Paris überfallen, dabei wurden nach Angaben der Staatsanwaltschaft und von Ermittlern mindestens elf Menschen getötet. Die Zeitung ist seit Jahren für ihre provokanten Mohammed-Karikaturen bekannt. Nach Angaben der Polizei drangen mindestens zwei vermummte Männer mit einer Kalaschnikow und einem Raketenwerfer bewaffnet in die Räume der Zeitung ein. Der Angriff im elften Arrondissement im Zentrum von Paris habe sich gegen 11.30 Uhr ereignet. Es habe danach einen Schusswechsel mit den Sicherheitskräften gegeben. Bei ihrer Flucht hätten die Angreifer einen Polizisten angeschossen und später einen Fußgänger überfahren.

WestLB-Nachfolger Portigon bereitet Millionenkunstverkauf vor - Direktoren mehrerer großer Museen protestieren

In Nordrhein-Westfalen steht ein weiterer Großverkauf von Kunst aus indirektem Landesbesitz bevor

Die Portigon, die Nachfolgerin der früheren nordrhein-westfälischen Landesbank WestLB will bald ihre umfangreiche Kunstsammlung aus rund 400 Werken auf den Markt bringen. Erstmals äußerte sich Portigon-Chef Kai Wilhelm Franzmeyer gegenüber der "Rheinischen Post" und dem WDR konkret zu den Plänen. "Es gibt zum Verkauf der Portigon-Kunstsammlung keine Alternative", sagte Franzmeyer. Aufgrund von Vorgaben der EU-Kommission müsse Portigon abgewickelt werden und sämtliche Vermögensgegenstände "bestmöglich" verwerten. In einer «Übergangszeit» von ein bis zwei Jahren wolle Portigon NRW-Museen Teile der Sammlung für Ausstellungen anbieten. Später werde die Kunst vermutlich auf Auktionen verkauft. Die Direktoren mehrerer großer Museen in Nordrhein-Westfalen haben gegen den angekündigten Verkauf scharf protestiert. Der Kunstverkauf sei eine "kulturpolitische Bankrott-Erklärung" auch der NRW-Landesregierung, die nicht entschieden genug eingeschritten sei, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung. Die Kunstwerke gehörten eigentlich den Bürgern in NRW, betonten die Direktoren. "Wir fordern einen sofortigen Stopp der Verkaufsvorbereitungen sowie eine gründliche juristische Prüfung, wie diesem Ausverkauf kultureller Güter ein Riegel vorgeschoben werden kann." Die WestLB-Nachfolgerin Portigon will die rund 400 Werke umfassende Sammlung verkaufen. Zugleich kündigten die Direktoren an, nicht auf das Angebot des Portigon-Chefs Kai Wilhelm Franzmeyer einzugehen, die Werke vor dem Verkauf Museen für eine gewisse Zeit für Ausstellungen zur Verfügung zu stellen. "Unsere Häuser dürfen nicht zum Durchlauferhitzer für den Kunstmarkt werden." "Zynisch" sei angesichts der aktuellen Preise auch die Offerte, dass öffentliche Sammlungen die Werke "zum Marktpreis" ankaufen könnten. Die Erklärung ist unterzeichnet unter anderem von den Direktoren der Kunstsammlung NRW, des Aachener Ludwig Forums, des Kunstmuseums Bonn, des Museums Abteiberg Mönchengladbach und des LWL-Museums für Kunst und Kultur in Münster.

Marokko erlaubt Film über Moses nach Entfernung umstrittener Passagen

Der in Marokko verbotene Film "Exodus: Götter und Könige" von Starregisseur Ridley Scott darf nun doch in dem nordafrikanischen Land gezeigt werden

Das marokkanische Zentrum für Kinematographie teilte mit, der Film, der die Geschichte von Moses erzählt, könne nun in Kinos vorgeführt werden, nachdem das Filmstudio Fox und Scott umstrittene Dialogpassagen entfernt hätten. In Marokko war gegen "Exodus" zuvor ein Verbot verhängt worden, weil das Epos gegen islamische Gebote verstoße. Entfernt worden seien nun "zwei Audio-Passagen, die auf die Personifizierung des Göttlichen anspielten", hieß es in der Erklärung. Das Kinematographie-Zentrum hatte Filmtheater am 27. Dezember aufgefordert, «Exodus» nicht mehr zu zeigen, nachdem ein Überprüfungsausschuss gegen eine Szene Einwand erhoben hatte, in der Moses die Offenbarung von einer Figur zuteil wird, die als Verkörperung Gottes interpretiert werden kann. Der islamische Glauben verbietet solche Darstellungen. Das Vorgehen des Ausschusses hatte Kritik von Filmemachern und Politikern in Marokko hervorgerufen. Das marokkanische Kinematographie-Zentrum erklärte, das ursprüngliche Verbot des Films habe nichts mit Zensur zu tun. Stattdessen gehe es darum, den Glauben von Menschen zu respektieren. "Exodus" mit Schauspieler Christian Bale in der Hauptrolle wurde auch in Ägypten und den Vereinigten Arabischen Emiraten verboten, weil der Film als historisch ungenau angesehen wurde.

Dresden will sich als Europäische Kulturhauptstadt 2025 bewerben

Dresden will sich ungeachtet des derzeit durch Pegida angeschlagenen Images um den Titel einer Europäischen Kulturhauptstadt 2025 bewerben

"Das ist nicht unsere Stadt, was da montags passiert", sagte Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) am Mittwoch zu den Demonstrationen des Anti-Islam-Bündnisses. "Es kann doch nicht sein, dass diese Bewegung dazu führt, dass wir erstarren." Daher sei die lange geplante Initiative für eine Kulturhauptstadt-Bewerbung auch ein Signal des Aufrüttelns in die Bürgerschaft. "Wir werden es nicht zulassen, dass diese Art von Argumentation auch nur ansatzweise die Kultur von Dresden stört." Die Europäische Union verleiht den Titel Kulturhauptstadt seit 1985. Jährlich gibt es zwei Europäische Kulturhauptstädte; in diesem Jahr sind es das tschechische Pilsen (Plzen) und Mons in Belgien. Bis zum Jahr 2019 steht die Auswahl bereits fest.

Nordkorea-Komödie "The Interview" ab 5. Februar im Kino

Der Termin war bereits ursprünglich vorgesehen gewesen, zwischenzeitlich hatte das Studio den Filmstart aber nach einer Hacker-Attacke und Terrordrohungen abgesagt

Die Nordkorea-Satire "The Interview" wird in Deutschland am 5. Februar in den Kinos anlaufen. Das gab der Filmverleih Sony Pictures heute bekannt. In den USA ist der Film mit den Hauptdarstellern Seth Rogen und James Franco online veröffentlicht worden, er wird auch in etwa 550 Kinos gezeigt. Allein durch den Online-Verkauf habe Sony Pictures 31 Millionen Dollar (umgerechnet 26 Millionen Euro) eingenommen, durch die Kinoauswertung 5 Millionen Dollar (umgerechnet 4,2 Millionen Euro). Das berichteten US-Medien am Dienstag (Ortszeit) unter Berufung auf offizielle Zahlen des Filmstudios Sony.

Tische aus Kunst: Chipperfields Fichten unter der Säge

Die 144 Baumstämme aus einer Kunst-Installation des britischen Stararchitekten David Chipperfield in Berlin finden als Tische eine neue Bestimmung

Die 100 Jahre alten Fichten aus der Neuen Nationalgalerie seien inzwischen ihrem Besitzer in Mecklenburg-Vorpommern zurückgegeben worden, teilte Ausstellungskuratorin Uta Caspary mit. Dieser lasse nun einen Teil davon zu Möbeln verarbeiten, der Rest komme ins Sägewerk. Chipperfield hatte mit den entrindeten Stämmen die berühmte Glashalle der Nationalgalerie unter dem Titel "Sticks and Stones" in eine Säulenhalle verwandelt. Er wollte damit auf die Sanierung des bekannten Mies-van-der-Rohe-Gebäudes anspielen, für die er in den kommenden Jahren verantwortlich ist. Während der Renovierung bleibt Berlins wichtigste Ausstellungsstätte für moderne Kunst geschlossen.

Nachfolger für neuen Chefdirigenten in Brandenburg/Havel gesucht

Peter Gülke soll nur zwei Spielzeiten wirken

Der neue Chefdirigent der Brandenburger Symphoniker Peter Gülke tritt zwar erst am 23. Januar seine Arbeit an, dennoch hat bereits die Suche nach seinem Nachfolger begonnen.
Das berichtet die "Märkische Allgemeine" unter Berufung auf eine Anzeige in der Jobbörse des Deutschen Bühnenvereins. Denn der 80-jährige Gülke soll höchstens zwei Spielzeiten wirken. Zum Beginn der Spielzeit 2016/17 oder auch schon früher suche die Stadt für das 52 Stellen umfassende Orchester "eine herausragende Persönlichkeit" mit hervorragenden Führungsqualitäten, Leitungserfahrung und sozialer Kompetenz.

«Ickelsamers Alphabet» zum Hörspiel des Jahres 2014 gewählt

Sprachmusikalische Performance ehrt den ersten deutschen Grammatiker Valentinus Ickelsamer

"Ickelsamers Alphabet" wurde zum besten Hörspiel des Jahres 2014 gewählt. Das teilte die Deutsche Akademie der Darstellenden Künste in Bensheim mit. Die «deutsch-französische Sprach- und Klangexpedition» des Liquid Penguin Ensemble aus Saarbrücken war bereits zum Hörspiel des Monats Dezember gekürt worden. Mit seinem Tanz mit den Wörtern, mit der Selbstvergessenheit spielender Kinder gestalte das Ensemble eine wunderbare Unterhaltung und ein großes Hörvergnügen, hieß es zur Begründung. Unter der Regie von Katharina Bihler und Stefan Scheib erlebe der Zuhörer ein «kurioses Sammelsurium an Charakteren», urteilte die Jury über das Werk.. «Das reicht von der Allgäuer Großmutter, die Wörter sammelt, über den ersten deutschen Grammatiker Valentinus Ickelsamer bis hin zu König Ludwig XIV., der das »R« nicht rollen kann.»
«Ickelsamers Alphabet», eine Produktion von Liquid Penguin für SR und Deutschlandradio Kultur, wurde am 30. November urgesendet.

Buchclub-Partner von Bertelsmann: Verträge zwölf Jahre fortsetzen

Im Rechtsstreit um die Schließung der Buchclubs von Bertelsmann fordern die Geschäftspartner des Unternehmens, die Verträge zwölf Jahre lang fortzusetzen

Das teilte Guido Gebhard als der Sprecher der Kläger am Mittwoch in Düsseldorf mit. Bertelsmann hatte im Juni 2014 das Aus für die restlichen 52 deutschen Buchclubs mit rund einer Millionen Kunden für Ende 2015 angekündigt. Grund ist die rückläufige wirtschaftliche Entwicklung. Daraufhin hatten Bertelsmann-Geschäftspartner, die für den Club Kunden geworben hatten, Klage beim Landgericht Düsseldorf eingereicht und den Schaden mit einer zweistelligen Millionensumme beziffert. Der Vertrag mit dem Bertelsmann-Buchclub über die Kundenwerbung sei unbefristet und unkündbar, so die Begründung. Die geplante Schließung verletze diesen Vertrag. Derzeit tauschen die Streitparteien vor einer ersten mündlichen Verhandlung schriftlich ihre Argumente aus. Ein Sprecher des Bertelsmann-Buchclubs sagte zu der Forderung, der Vertrag enthalte in der Tat einen Kündigungsverzicht. Da das Geschäft aber komplett aufgegeben werde, sei dieser Verzicht auf Kündigung aus Sicht von Bertelsmann nichtig. Der Konzern sei weiter an einem Dialog interessiert. Bisher seien Gespräche aber an Vorbedingungen der Verpächter gescheitert.

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