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Studio 9 - Der Tag mit ... | Beitrag vom 23.07.2019

Diana Kinnert über Frauenmacht in der CDUEin Impuls - aber noch keine Modernisierung der Strukturen

Diana Kinnert im Gespräch Anke Schaefer

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Annegret Kramp-Karrenbauer, Ursula von der Leyen und Angela Merkel sitzen nebeneinander im Schloss Bellevue und lächeln einander zu. (picture alliance / Michael Kappeler / dpa)
Annegret Kramp-Karrenbauer, Ursula von der Leyen, Angela Merkel: Alle drei seien in ihren Positionen gut aufgehoben, meint Diana Kinnert. (picture alliance / Michael Kappeler / dpa)

Annegret Kramp-Karrenbauer und Ursula von der Leyen haben neue, wichtige Jobs, Angela Merkel ist seit einer kleinen Ewigkeit Kanzlerin. Frauen-Power in der CDU? Diana Kinnert sieht ihre Partei bei Gleichberechtigung und Diversität noch lange nicht am Ziel.

Trotz des Aufstiegs von Annegret Kramp-Karrenbauer zur Verteidigungsministerin und Ursula von der Leyens zur Chefin der EU-Kommission: Diana Kinnert (CDU) teilt nicht die Erwartung, dass es für Frauen nun leichter in ihrer Partei wird. Mit Blick auf das Foto, das Kanzlerin Merkel neben Kramp-Karrenbauer und von der Leyen zeigt, sagte Kinnert im Deutschlandfunk Kultur:

"Diesen Schub erhoffe ich mir natürlich von den dreien – aber es ist auf eine gewisse Art und Weise ja auch ein virales Phänomen und hat nichts damit zu tun, dass es eigentlich darum geht, Strukturen von Anfang an zu modernisieren, damit bestimmte Gruppen nicht ausgeschlossen werden."

Kampf der Männer um Direktmandate

Der Anteil der Frauen unter den Abgeordneten im Bundestag sei so gering wie seit 20 Jahren nicht mehr, und gerade in der CDU sei er "besonders schlecht", kritisierte Kinnert. Wenn der Aufwärtstrend der Grünen weitergehe, steht nach Auffassung der CDU-Politikerin künftig ein harter Kampf um Direktmandate bevor: Um diese würden dann vor allem Männer kämpfen – zulasten der Diversität.

Diana Kinnert mit schwarzem Hut im Porträt (imago/Reiner Zensen)Diana Kinnert trat mit 17 Jahren in die CDU ein. (imago/Reiner Zensen)
Aus Kinnerts Sicht wäre es eine "schlechte Strategie, nicht mit Grün zu konkurrieren im Modernen, Progressiven, Liberalen und in der diversen Strategie, sondern sich panisch darauf zurückzuziehen, dass geübte Machtpolitiker unter sich aushandeln, wer die direkten Posten bekommt". So weiterzumachen wäre "tragisch", so Kinnert: "Davor warne ich." Denn damit zementiere man auch schlechter werdende Wahlergebnisse in bestimmten Regionen. 

(bth)

Das vollständige Gespräch mit Diana Kinnert hören Sie hier:

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