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Einstand | Beitrag vom 12.04.2021

Deutschlands jüngster Orgelprofessor Martin SturmMit Variationslust in die Zukunft

Von Claus Fischer

Der Künstler steht vor einer Orgel (Foto: Guido Werner)
Der Organist Martin Sturm saß schon als Kind auf der Orgelbank - neben seinem Vater. (Foto: Guido Werner)

Die Orgel ist das "Instrument des Jahres 2021". An der Musikhochschule Weimar unterrichtet Deutschlands jüngster Orgelprofessor: Martin Sturm . Sein Credo: mit guter Spieltechnik und Lust am Improvisieren die Zukunft des Orgelspiels sichern.

"Die Orgel ist ein lebendiges Signal für eine kulturelle Zukunft", sagt Martin Sturm. Der 1992 in der Kleinstadt Velburg in der südlichen Oberpfalz geborene Künstler hat seine Leidenschaft für die "Königin der Instrumente" schon als Kind entdeckt. Jedes Wochenende durfte er auf der Orgelbank neben seinem Vater Platz nehmen und den Klängen lauschen. Bald durfte er selbst an den Spieltisch rücken: für fünf Minuten, nach dem Gottesdienst.

Improvisation ist einer fester Bestandteil der Ausbildung

Martin Sturm studierte an der Hochschule für Musik in Würzburg bei Christoph Bossert und absolvierte sein Aufbaustudium in der Meisterklasse bei Martin Schmeding an der Hochschule für Musik "Felix Mendelssohn Bartholdy" Leipzig. Seit 2019 hat er die Professur für Orgel an der Hochschule für Musik "Franz Liszt" in Weimar. Damit ist er der jüngste Orgelprofessor in Deutschland.

Orgelklasse mit Kirchenraum 

Die Hochschule kann besondere Bedingungen bieten: So gehört ihr die Franz-Liszt-Gedächtnisorgel in der katholischen Pfarrkirche Herz Jesu in Weimar, neben der Kristian-Wegscheider-Orgel im Palais, die Martin Sturm mit Blick auf seine Lehrtätigkeit mit konzipiert hat.

Gesamtansicht der im neugotischen Stil errichteten Herz-Jesu-Kirche in Weimar, die von Bäumen und Autos umgeben ist. (IMAGO / imagebroker)Wenn Orgelklänge aus der Herz-Jesu-Kirche in Weimar zu hören sind, sind oft Studierende mitten im Unterricht. (IMAGO / imagebroker)

Hier vermittelt der junge Orgelprofessor nicht nur das umfangreiche Repertoire und die gottesdienstliche Liturgie, sondern auch Spieltechniken. "Um zu einem möglichst lebendigen Klangbild zu kommen", sagt Martin Sturm, "braucht es eine unglaublich starke technische Ausbildung, bei der man wirklich begreift, was man mit dem Körper am Instrument Orgel erreichen kann".

Denn eine Orgel beherrscht man nur, wenn man alle Manuale, also die übereinander liegenden Tastaturen, und die verschiedenen Register kennt und mischt. Jedes Register hat eigene Klangeigenschaften, die der Organist für eine bestimmte Passage nutzen kann, um dann wieder andere Register zu ziehen. 

Klänge, die die Menschen berühren

Studierende kommen aus aller Welt nach Weimar. Martin Sturm bereitet sie hier mit großem Engagement auf ein vielfältiges und spannendes Berufsleben vor, denn der junge Orgelprofessor ist nicht Pädagoge, Künstler, Komponist und Orgel-Forscher, sondern auch ein leidenschaftlicher Improvisator auf seinem Instrument.

Um die Orgel als Kulturgut und lebendigen Organismus noch stärker ins Bewusstsein der Musikszene zu rücken, sind die jungen Organisten der Musikhochschulen auch im Netz sehr aktiv. 

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