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Kulturnachrichten

Freitag, 10. Juli 2015

Deutschlands einziger Theaterzug wieder unterwegs

Zug wurde in den letzten fünf Jahren komplett saniert

Deutschlands einziger Theaterzug ist heute in Hannover nach umfassender Renovierung wieder aufs Gleis gesetzt worden. Mit dem "Ozeanblauen Zug" ist seit 2003 die 17-köpfige norddeutsche Künstlergruppe "Das Letzte Kleinod" aus Schiffdorf bei Bremerhaven unterwegs in Norddeutschland. Er wurde in den vergangenen fünf Jahren für rund 400.000 Euro komplett saniert. Der verkehrstüchtige Zug erhielt unter anderem zwölf Doppelkabinen, einen Speisewagen mit professioneller Küche und 24 Sitzplätzen sowie Toiletten und Duschen. "Die Idee eines Theaterzugs ist genial", sagte Detlef Lehmbruck, Referatsleiter im niedersächsischen Kulturministerium. "So kann Theater überall Menschen ansprechen, auch abseits der großen Zentren."

Schauspieler Omar Sharif ist tot

Er starb mit 83 Jahren in Kairo

Der Schauspieler Omar Sharif ist tot. Der mit Filmen wie "Doktor Schiwago" und "Lawrence von Arabien" berühmt gewordene Mime sei im Alter von 83 Jahren in Kairo gestorben, teilte seine Agentur mit. Bei dem gebürtigen Ägypter Sharif sei vor kurzem die Alzheimer-Krankheit diagnostiziert worden. "Er erlitt einen Herzinfarkt und starb heute Nachmittag in einem Krankenhaus in Kairo". Omar Sharif hatte 1962 mit "Lawrence von Arabien" an der Seite von Peter O'Toole seinen Durchbruch. "Doktor Schiwago", aber auch das Musical "Funny Girl" machten den Frauenschwarm zu einem international gefragten Star. Insgesamt spielte er in mehr als 100 Hollywoodfilmen.

Streit um vernichtetes Rehberger-Kunstwerk soll beigelegt werden

Prozessgegener wollen sich außergerichtlich einigen

Der Rechtsstreit um ein vernichtetes Kunstwerk des Frankfurter Städelprofessors Tobias Rehberger soll außergerichtlich beigelegt werden. Darauf einigten sich am Freitag die beiden ehemaligen Betreiber einer Diskothek und die Deka-Bank als Eigentümerin der Immobilie vor dem Oberlandesgericht Frankfurt. Die Prozessparteien wollen nun über eine Spende der Bank zugunsten der Frankfurter Kunstszene verhandeln, so wie dies das Gericht zuvor angeregt hatte. In dem Streit verlangten die beiden Kläger ursprünglich 2,95 Millionen Euro Schadensersatz für das nach der Räumung des Clubs 2012 verschwundene Kunstwerk Rehbergers, das aus einer festen Installation einer Raucher-Lounge sowie einer Beleuchtungsanlage mit 3 000 Glühbirnen bestand. In erster Instanz hatte das Landgericht Frankfurt die Klage zurückgewiesen.

Bundesrat hebt Paternoster-Verbot auf

Freie Fahrt nicht nur in Rathäusern

Nach sechs Wochen hat der Bundesrat das umstrittene Paternoster-Verbot in Deutschland wieder aufgehoben. Die Länderkammer ließ in Berlin eine Änderung der Betriebssicherheitsverordnung passieren. Betreiber müssen Benutzer künftig auf die Gefahren der historischen Aufzüge hinweisen - etwa mit Schildern. Zunächst war am 1. Juni eine Neufassung der Verordnung in Kraft getreten, nach der Besucher etwa in Verwaltungsgebäuden die Aufzüge nicht mehr benutzen durften. Das Bundesarbeitsministerium hatte die jeweiligen Regelungen vorgelegt.

Gerichtsurteil: Kohl darf Tonbänder mit Erinnerungen behalten

Revision des Publizisten Schwan scheitert in Karlsruhe

Altkanzler Helmut Kohl darf die Tonbänder mit seinen Lebenserinnerungen behalten. Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) heute entschieden. Damit scheiterte der Publizist Heribert Schwan mit seiner Revision in Karlsruhe. Kohl habe einen Herausgabeanspruch gegen den Publizisten, sagte die Vorsitzende Richterin Christina Stresemann. Die Bänder befinden sich bereits im Besitz von Kohls Anwalt. Der Journalist Schwan hatte in den Jahren 2001 und 2002 lange Gespräche mit Kohl aufgezeichnet. Auf der Grundlage dieser Gespräche verfasste Schwan drei Memoirenbände. Während der Arbeiten zum vierten und letzten Band kam es zum Zerwürfnis und Kohl beendete die Zusammenarbeit. Kohl klagte auf Herausgabe der Bänder und bekam in den Vorinstanzen recht, zuletzt beim Oberlandesgericht Köln.

Paderborner Museum lässt Christusstatue röntgen

Skulptur wurde im Krankenhaus untersucht

Das Diözesanmuseum Paderborn hat eine mittelalterliche Christusstatue im Krankenhaus untersuchen lassen. Die über 500 Jahre alte Holzskulptur wurde zunächst geröntgt und anschließend in einem Computertomographen untersucht, wie das Museum in Paderborn mitteilte. Ziel war es, mehr über das Innenleben der Statue zu erfahren. Die klinische Untersuchung ermögliche es, Innenansichten von einer Figur zu bekommen und Strukturveränderungen bis ins kleinste Detail zu erkennen, erklärten die Ausstellungsmacher. Außerdem liefere diese Methode neue Erkenntnisse über die Materialbeschaffenheit, den Entstehungsprozess und das Alter. Die Skulptur ist Teil der Ausstellung "Caritas - Nächstenliebe von den frühen Christen bis zur Gegenwart", die am 23. Juli in Paderborn eröffnet wird.

Chinesische "Zeit"-Mitarbeiterin freigelassen

Freiheit nach 9 Monaten Gefängnis

Zhang Miao, chinesische Journalistin und Mitarbeiterin der Wochenzeitung "Die Zeit" ist nach 9 Monaten im Gefängnis freigelassen worden. Zhang war im Oktober von den chinesischen Sicherheitsbehörden in Peking festgenommen worden. Kurz nachdem sie der deutschen China-Korrespondentin der Zeit Angela Köckritz half, über die Proteste für freie Wahlen in Hong Kong zu berichten. Die Bundesregierung hatte sich mehrfach für die Freilassung von Zhang Miao eingesetzt, ebenso die Deutsche Botschaft in Peking. Der Fall Zhang Miao zeigt, wie gefährlich die Lage für chinesische Journalisten ist, die in ihrem Land als Assistenten für ausländische Medien arbeiten. Sie werden nicht selten von Chinas Staatssicherheit eingeschüchtert und verfolgt. Auch die deutsche Zeit-Korrespondentin Köckritz hatte China nach der Festnahme ihrer Mitarbeiterin verlassen. Sie wurde ebenfalls massiv unter Druck gesetzt.

Gemeinschaftsprojekt mit persönlicher Note beim Kunstfestival Manchester

Gerhard Richter und Arvo Pärt widmen sich gegenseitig Werke

Zwei Giganten der Gegenwartskunst - der deutsche Maler Gerhard Richter und der estnische Komponist Arvo Pärt - haben ein bemerkenswertes Gemeinschaftsprojekt vorgestellt. Beim Internationalen Kunstfestival in Manchester (MIF) werden bis zum 19. Juli Kunstwerke und eine Komposition präsentiert, die sich Richter (83) und Pärt (79) gegenseitig gewidmet haben. Richter, der nach eigenen Angaben Pärts Musik "hypnotisch" findet, widmete dem Komponisten eine Fotoversion seiner neuen Gemäldeserie "Birkenau" und sein Werk "Doppelgrau" (2014). Der Musiker komponierte im Gegenzug den Chorgesang "Drei Hirtenkinder aus Fátima." In der Kunsthalle The Whitworth in Manchester wird zu den Werken Richters täglich wiederholt der elegische Chorgesang "Aus dem Mund der Kinder und Säuglinge schaffst du dir Lob" vorgetragen. In der Ausstellung würden Malerei und Musik von zwei der bedeutendsten Künstler des 20. Jahrhunderts permanent vereint, sagte Hans Ulrich Obrist Ko-Initiator des Projekts.

Oberlandesgericht München beauftragt Gutachter wegen Gurlitt-Erbstreit

Psychiater soll klären ob Gurlitt testierfähig war

Im Erbstreit um die wegen Nazi-Raubkunstverdachts umstrittene Kunstsammlung von Cornelius Gurlitt hat das Oberlandesgericht München (OLG) einen Gutachter beauftragt. Gurlitts Cousine macht nach wie vor Ansprüche auf das Erbe geltend, das Gurlitt per Testament dem Kunstmuseum Bern vermachte. Das Amtsgericht München hatte im März den Antrag der Cousine auf einen Erbschein abgelehnt und erklärt, es halte das Testament mit dem Kunstmuseum Bern als Alleinerben für wirksam. Das OLG hat nun einen Psychiater beauftragt. Dieser soll klären, ob Gurlitt bei der Erstellung seines Testaments am 9. Januar 2014 testierfähig war. Das Gutachten werde nicht vor Oktober dieses Jahres fertig sein, teilte das OLG mit. Erst nach einer endgültigen Entscheidung über das Testament kann das Museum die Erbschaft antreten.

Sprachpreise für Peter Eisenberg und Gabriele Goettle

Ehrungen für zwei Berliner

Der Berliner Sprachwissenschaftler Peter Eisenberg erhält den diesjährigen Sigmund-Freud-Preis für wissenschaftliche Prosa. Die Berliner Journalistin und Schriftstellerin Gabriele Goettle wird mit dem „Merck-Preis für literarische Kritik und Essay geehrt. Das teilte die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt mit. Der 75-jährige Eisenberg erschließe den Menschen die Regeln des Deutschen in „mustergültiger Weise, urteilte die Jury. Eisenbergs zweibändige Grammatik des Deutschen gehört zu den Standardwerken. Gabriele Goettles Texte enthielten Berichte von Menschen aus allen Bereichen der Gesellschaft, deren Berufe und Leidenschaften die Autorin "mit großem Gespür für die Probleme unserer Zeit, mit scharfer Präzision und Menschenfreundlichkeit zur Sprache bringt, begründete die Jury ihre Entscheidung. Die Berlinerin schreibt über den deutschen Alltag. Ihre Texte erschienen unter anderem in der Taz. Beide Preise sind mit je 20.000 Euro dotiert und werden von der Akademie zusammen mit dem Georg-Büchner-Preis am 31. Oktober in Darmstadt verliehen.

Prächtige römische Fresken in Arles entdeckt

Fresken sollen nun zunächst gründlich wissenschaftlich erforscht werden

Im südfranzösischen Arles sind erstklassige römische Fresken aus dem ersten vorchristlichen Jahrhundert entdeckt worden. Ein solches Ensemble gebe es in ganz Frankreich nicht und höchstens in einem halben Dutzend italienischer Häuser, zitieren französische Tageszeitung den Archäologen Alain Genot. Auf den Wandmalereien im pompeianischen Stil ist auf karminrotem Hintergrund unter anderem das Gesicht einer Frau zu sehen, die ein Saiteninstrument spielt. Nach Meinung von Experten gehörten die dionysischen Szenen zum Eingangsbereich eines repräsentativen Wohnhauses, das um das Jahr 30 vor Christus nach einem Brand aufgegeben wurde. Die Fresken sollen nun zunächst gründlich wissenschaftlich erforscht, kleinste Teile zusammengesetzt und restauriert werden. Für die Öffentlichkeit werden sie wohl erst in einigen Jahren zu sehen sein.

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