Das Feature, vom 02.03.2021, 19:15 Uhr

Deutschlands Einsatz in AfghanistanDer verlorene Frieden (5/6) - Die falschen Freunde vom Petersberg

Für 2013 kündigt die Internationale Afghanistan-Schutztruppe ISAF ihren Abzug an. Im Oktober dieses Jahres erklärt der letzte deutsche Kommandant vor dem Bundeswehr-Feldlager in Kundus, ein gut bestelltes Feld zu übergeben. Die Stammesältesten der Region zeichnen ein völlig anderes Bild.

Bundeskanzlerin Angela Merkel am 06.04.2009 in Masar-i-Sharif in Afghanistan während eines Treffens mit dem Provinzgouverneur von Balkh, Mohammad Atta und Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung. (picture-alliance/dpa/Michael Kappeler)
Angela Merkel und Verteidigungsminister Jung bei einem Treffen mit Mohammed Atta, Gouverneur der nordafghanischen Provinz Balkh, 2009 in Masar-i-Sharif (picture-alliance/dpa/Michael Kappeler)

Partner der internationalen Gemeinschaft sind hauptsächlich die Führer der ethnischen Minderheiten aus dem Norden, Tadschiken und Usbeken. Gestützt auf diese "Nordallianz"-Milizen, vertrieb die US-Armee 2001 die paschtunisch geprägten Taliban.

Auf der Bonner Petersberg-Konferenz mutierten die "Nordallianz"-Warlords zu Politikern. Hinter der Fassade einer international anerkannten Regierung schanzen sich die Netzwerke der alten Kämpfer seitdem Hilfsgelder, Posten und Geschäfte zu.

Sie diskriminieren ihre langjährigen Erbfeinde, die Paschtunen, global als Taliban. Dabei missbrauchen sie selber gern die Religion, um wirtschaftliche oder politische Gegner auszuschalten. Besonders beliebt dabei: der Vorwurf der Gotteslästerung. Chefredakteur Ahmed Hashemi entgeht nur knapp einem Anschlag und muss als "Feind Gottes" das Land verlassen.

Der verlorene Frieden
Deutschlands Einsatz in Afghanistan
(5/6) Die falschen Freunde vom Petersberg
Feature-Serie von Marc Thörner

Regie: Matthias Kapohl
Es sprachen Jean Paul Baeck, Martin Bross, Jochen Langner, Marion Mainka,
Volker Risch und der Autor
Ton und Technik: Gunther Rose und Oliver Dannert
Redaktion: Wolfgang Schiller
Produktion: Deutschlandfunk 2021

Marc Thörner wurde 1964 in Hamburg geboren. Der Journalist und Sachbuchautor erhielt 2009 den Otto-Brenner-Preis für einen investigativen Beitrag über Afghanistan. Schwerpunkte seiner Arbeit sind außerdem die Maghreb-Länder, die Golfstaaten, der Irak und Pakistan.

Feature-Reihe "Der verlorene Frieden"

Der verlorene Frieden. Deutschlands Einsatz in Afghanistan. Die falschen Freunde vom Petersberg (5/6) (PDF)

Der verlorene Frieden. Deutschlands Einsatz in Afghanistan. Die falschen Freunde vom Petersberg (5/6) (Textversion)

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