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Frühkritik | Beitrag vom 03.07.2018

Deutschlandkonzert der Nine Inch Nails Vertonung des gestreckten Mittelfingers

Martin Risel im Gespräch mit Ute Welty

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Nine Inch Nails group with singer Trent Reznor perform at concert on the third day of Aerodrome Festival in Panensky Tynec, Czech Republic, Friday, June 30, 2018. (CTK Photo/Ondrej Hajek) Foto: Ondrej Hajek/CTK/dpa | (Foto: Ondrej Hajek/CTK/dpa |)
Die Rockband "Nine Inch Nails" mit ihrem Leadsänger Trent Reznor (Foto: Ondrej Hajek/CTK/dpa |)

Zehntausend Fans kamen zum einzigen Deutschlandkonzert der Rockband "Nine Inch Nails" in die Zitadelle Berlin-Spandau. Unseren Musikkritiker Martin Risel beschlichen eher Nostalgiegefühle aus den 1990ern.

"Seine Musik ist im Grunde genommen die Vertonung des  gestreckten Mittelfingers", charakterisierte unser Musikkritiker Martin Risel den Leadmusiker Trent Reznor der "Rockband Nine Inch Nails" im Deutschlandfunk Kultur. Die US-Band gab zum ersten Mal nach drei Jahren ein einziges Deutschlandkonzert in der Zitadelle Berlin-Spandau, das schon lange ausverkauft war.

Alte Wut 

Die US-Zeitschrift "Billboard" feierte "Nine Inch Nails" vorab als "eine der großartigsten Live-Rockbands". Die Musiker präsentierten in der Zitadelle einen Ausschnitt aus ihrem neuen Album "Bad Witch", den letzten Teil einer Trilogie – entstanden in Reaktion auf die Trump-Wahl. Die alte Wut sei wieder da, sagte unser Musikkritiker und erlebte den typischen "industrial beat" der Band "brutal und brachial".  

Erstarrte Rockstarposen

Risel vermisste aber das Besondere an dem Konzert: "Er macht nicht mehr diese High-End-Technikshows, sondern das war ganz pure Musik, keine Videoproduktionen." Das soll besonders ehrlich sein. Im Vergleich zum puristischen Auftritt von David Byrne erlebte Kritiker Risel aber eher erstarrte Rockstarposen und Brauchtumspflege.

"Die Geste des Unperfekten in der digitalen Welt will er da zelebrieren", sagte er über Trent Reznor und dessen Bandauftritt. "Das ist eine Band sicher eher ein bisschen mit  historischere Bedeutung", sagte Risel. Sie verkörpere das  Lebensgefühl der 1990er, also eher Old School.

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