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Mittwoch, 28.10.2020
 
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Kulturnachrichten

Samstag, 17. Oktober 2020

Deutscher Tanzpreis an Raimund Hoghe

Der Choreograph Raimund Hoghe ist mit dem Deutschen Tanzpreis 2020 ausgezeichnet worden. Der mit 20.000 Euro dotierte Preis wurde im Aalto-Theater Essen überreicht. Hoghe gehöre seit Jahren international zu den wichtigsten Choreographen des Tanztheaters, erklärte der Dachverband Tanz Deutschland. "Seine Stücke reagieren auf die politischen Zeitläufte, ohne dabei jemals die eigene künstlerische Handschrift aus den Augen zu verlieren", hieß es in der Begründung der Jury. Weitere Ehrungen gingen an die Hamburger Choreografin Antje Pfundtner, den Berliner Choreographen Raphael Hillebrand und den Stuttgarter Balletttänzer Friedemann Vogel.

Europäischer Kinderfilmpreis vergeben

Mit der Preisverleihung ist in Chemnitz das 25. internationale Kinderfilmfestival "Schlingel" zu Ende gegangen. Der mit 12.500 Euro dotierte Europäische Kinderfilmpreis ging an den Film "Ärger hoch drei/Triple Trouble" der Regisseurin Marta Karwowska. Coronabedingt fand die Preisverleihung als reine Online-Veranstaltung statt. In den vergangenen sieben Tagen standen rund 260 Filme aus mehr als 40 Ländern auf dem Programm. In der Kategorie "International" erhielt der Streifen "Moon Rock for Monday" von Regisseur Kurt Martin den mit 10.000 Euro dotierten Hauptpreis der Sächsischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien. Der mit 5.000 Euro dotierte Preis der Stadt Chemnitz ging an "Schwesterchen/My Little Sister" von Alexander Galibin.

Studie zu Umgang mit Andersgläubigen

Christen und Muslime in Deutschland verbindet einer Studie zufolge eine hohe Akzeptanz der jeweils anderen Religion. Zudem befürworten beide mehrheitlich den Kontakt mit Andersgläubigen, wie eine Studie der Konrad Adenauer Stiftung ergab. Befragt wurden dafür zwischen Oktober 2018 und Februar 2019 insgesamt 3.003 Katholiken, Protestanten, orthodoxe Christen und Muslime. Dabei kam heraus, dass lediglich wenige Befragte dagegen sind, dass jemand aus der engen Familie Kontakt zu Andersgläubigen hat. Den höchsten Wert verzeichneten dabei Muslime mit 7 Prozent. Auf deutlich mehr Ablehnung stößt dagegen bei allen Gläubigen der Religionswechsel eines Familienmitglieds oder die interreligiöse Heirat der eigenen Tochter. Mit Blick auf das Judentum wurden erneut Unterschiede zwischen Christen und Muslimen deutlich. Hier fänden es 42 Prozent der Muslime nicht gut, wenn ihre Tochter einen Juden heiratet, während dies bei nur 12 Prozent der Katholiken und Protestanten und bei 27 Prozent der Orthodoxen auf Kritik stößt.

Klage gegen Corona-Beschränkung gescheitert

Das katholische Bistum Brooklyn ist mit einer Klage gegen eine Corona-Beschränkung im US-Staat New York gescheitert, nach der bei Gottesdiensten nur noch zehn Besucher zugelassen sind. Obwohl die Regeln den religiösen Gruppen offensichtlich schadeten, sei deren Blockade jetzt nicht im öffentlichen Interesse, befand Bezirksrichter Nicholas Garaufis. Denn die Beschränkungen könnten eine neue Infektionswelle verhindern helfen. Wenn das Gericht tatsächlich eine einstweilige Verfügung gegen die Maßnahmen erlassen würde und der Staat New York mit seinen Warnungen vor einer akuten Bedrohung durch Corona-Hotspots in Vierteln Recht behalten sollte, wären das Ergebnis vermeidbare Todesfälle in jenem Ausmaß, das die New Yorker im Frühling erlebt hätten. Mit der richterlichen Entscheidung ist das Klageverfahren nicht beendet, aber ein Antrag der Kirche auf einstweilige Verfügung abgelehnt worden.

Neues Kunstwerk von Banksy aufgetaucht

Der geheimnisumwitterte Straßenkünstler Banksy hat ein neues Bild auf einer Mauer in der englischen Stadt Nottingham geschaffen. Auf dem schwarz-weißen, gesprühten Kunstwerk ist ein kleines Mädchen zu sehen, das mit einem Fahrradreifen als Hula-Hoop-Ring spielt. Banksy postete ein Foto davon auf seinem Instagram-Account. Das Werk war am Dienstag an der Außenwand eines Friseurladens in Nottingham aufgetaucht und wurde sofort mit durchsichtigen Plastikscheiben geschützt. Nachbarn lobten das Werk als große Aufmunterung in der Corona-Krise: Nottingham zählt zu den am schlimmsten von der Pandemie betroffenen Städten in Großbritannien.

Niederländischer Rundfunk entfernt Logos

Die öffentliche-rechtliche Rundfunkanstalt NOS in den Niederlanden hat beschlossen, die Logos des Senders von den Dienstfahrzeugen zu entfernen. Dies geschehe zum Schutz der Journalisten und des technischen Equipments in den Fahrzeugen. Grund dafür seien massiv zunehmende Attacken gegen Mitarbeiter und Fahrzeuge. Innerhalb eines Jahres soll es mehr als 100 Übergriffe gegeben haben. Mit Bestürzung reagiert der Deutsche Journalisten-Verband auf die Entscheidung. Der DJV-Bundesvorsitzende Frank Überall sagte, es sei erschreckend, dass Journalistinnen und Journalisten in der Öffentlichkeit untertauchen müssten, um noch ihren Job machen zu können. Überall ermunterte die niederländischen Kollegen, alle Fälle von Feindseligkeiten und Übergriffen der Polizei zu melden. Wer Gewalt gegen Journalisten ausübe, habe das Grundrecht der Presse- und Meinungsfreiheit im Visier, so Überall.

Zusätzliche Corona-Hilfen für Holocaust-Überlebende

Holocaust-Überlebende sollen wegen ihrer Belastungen durch die Corona-Pandemie zusätzliche Hilfen von der Bundesregierung bekommen. Die Mittel von insgesamt mehr als einer halben Milliarde Euro sollen zum Teil noch dieses Jahr bereitgestellt werden, wie das Bundesfinanzministerium auf Anfrage mitteilte. Eine entsprechende Vereinbarung sei mit der jüdischen Claims Conference getroffen worden, die sich für die Entschädigung von Holocaust-Überlebenden weltweit einsetzt. Vereinbart wurde demnach eine pandemiebedingte Sonderzahlung von 2400 Euro über einen Zeitraum von zwei Jahren für diejenigen NS-Opfer, die bislang lediglich eine Einmalzahlung aus dem Härtefallfonds erhielten. Damit könnten weltweit nun etwa 240.000 Berechtigte einen entsprechenden Antrag bei der Claims Conference stellen.

Schauspielerin Rhonda Fleming gestorben

Die US-Schauspielerin Rhonda Fleming ist im Alter von 97 Jahren gestorben.Fleming wurde in den späten 40-er Jahren bekannt und spielte in Hollywood-Filmen u.a. mit Burt Lancaster, Kirk Douglas, Charlton Heston und Ingrid Bergman. Sie war bekannt als "Queen of Technicolor", da ihre roten Haare und grünen Augen bei dem Verfahren sehr zur Geltung kamen. Später arbeitete sie auch als Sängerin und spielte Theater am Broadway in New York. Außerdem engagierte sie sich zeitlebens intensiv in verschiedenen Wohltätigkeitsorganisationen.

Festnahme nach Tötung von Thomas Jefferson Byrd

Knapp zwei Wochen nach dem gewaltsamen Tod von US-Schauspieler Thomas Jefferson Byrd hat die Polizei im US-Staat Georgia einen Tatverdächtigen in Gewahrsam genommen. Das berichteten die "New York Times" und andere US-Medien. Hinweise aus der Bevölkerung und Beweismittel hätten zu dem mutmaßlichen Täter geführt, hieß es. Laut der Zeitung "Atlanta Journal-Constitution" war der Mann schon mehrfach wegen Raubes, Einbruchs und Körperverletzung festgenommen worden. Der 70 Jahre alte Thomas Jefferson Byrd war in den frühen Morgenstunden des 3. Oktober in der Nähe seines Hauses durch mehrere Schüsse in den Rücken tödlich verletzt worden. Die genauen Hintergründe blieben zunächst unklar. Byrd war in mehreren Filmen des Regisseurs Spike Lee zu sehen, darunter in "Clockers" und "Auf engstem Raum".

Deutscher Oscar-Kandidat wird gekürt

Zehn Filme gehen ins Rennen um die Kür zum deutschen Oscar-Kandidaten 2021. Darunter sind "Berlin Alexanderplatz" von Burhan Qurbani, "Enfant Terrible" von Oskar Roehler und "Als Hitler das rosa Kaninchen stahl" von Regisseurin Caroline Link, wie German Films, die Auslandsvertretung des Deutschen Films, am Freitag in München mitteilte. Eingereicht wurden außerdem "Crescendo" von Dror Zahavi, "Curveball" von Johannes Naber, "Ein nasser Hund" von Damir Lukacevic, "Fritzi - Eine Wendewundergeschichte" von Ralf Kukula und Matthias Brun, "Ich war noch niemals in New York" von Philipp Stölzl, "Undine" von Christian Petzold und "Und morgen die ganze Welt" von Julia von Heinz. Eine Fachjury werde die Filme beurteilen und am 28. Oktober in München bekannt geben, welcher von ihnen der deutsche Oscar-Kandidat wird.

Deutscher Jugendliteraturpreis vergeben

Die Schriftstellerin Cornelia Funke ("Tintenherz", "Drachenreiter") hat für ihr literarisches Gesamtwerk den Deutschen Jugendliteraturpreis 2020 erhalten. Die 61-Jährige schrieb nach Angaben des Arbeitskreises für Jugendliteratur mehr als 70 Kinder- und Jugendbücher. Sie wurden in 50 Sprachen übersetzt und erreichten eine Auflage von insgesamt 31 Millionen. Der Preis in der Kategorie "Neue Talente" ging an die Schriftstellerin Rieke Patwardhan für ihren Kinderroman "Forschungsgruppe Erbsensuppe". Zum besten Bilderbuch wurde die Trilogie "Dreieck Quadrat Kreis" von Mac Barnett und Jon Klassen gewählt. In der Kategorie "Kinderbuch" ging der Preis an Will Gmehlings für "Freibad". In der Sparte "Jugendbuch" setzte sich Dita Zipfel mit "Wie der Wahnsinn mir die Welt erklärte" durch. Der Deutsche Jugendliteraturpreis ist mit insgesamt 72.000 Euro dotiert.

Stefan-Heym-Forum in Chemnitz eröffnet

Fast 19 Jahre nach seinem Tod wurde in Chemnitz das Stefan-Heym-Forum eröffnet. Es ist ein Forschungs- und Ausstellungszentrum zum Leben und Werk des Schriftstellers, in dem auch seine Arbeitsbibliothek dauerhaft der Forschung zugänglich gemacht wird. Nach Angaben der Stefan-Heym-Gesellschaft umfasst sie mehrere Tausend Bände, von denen ein Großteil im Originalmobiliar aus Heyms Haus in Berlin ausgestellt wird. Heym wurde in einem deutsch-jüdischen Elternhaus in Chemnitz geboren, floh vor den Nationalsozialisten in die USA und lebte ab 1952 in der DDR. Mit Romanen wie "Der König-David-Bericht", "5 Tage im Juni" und "Schwarzenberg" gilt er als einer der wichtigsten Autoren der deutsch-deutschen Nachkriegsgeschichte.

Kameramann David Slama ist tot

Der Kameramann David Slama ist gestorben. Der vielfach preisgekrönte Bildgestalter wurde 74 Jahre alt. Slama stand in mehr als 80 Filmen hinter der Kamera. Immer wieder drehte er mit Regisseur Adolf Winkelmann. So etwa den Zweiteiler "Contergan - Eine einzige Tablette" von 2006 oder das Fußball-Drama "Nordkurve" aus dem Jahr 1991. Geboren wurde Slama 1946 in Prag. Er lernte das Handwerk in den tschechoslowakischen Film- und Fernsehstudios Prag und studierte an der Deutschen Film- und Fernsehakademie in Berlin. Einer seiner Mentoren war Michael Ballhaus. Mit ihm arbeitete Slama auch für Martin Scorsese, etwa beim Bibelfilm "Die letzte Versuchung Christi". 2007 wurde Slama mit dem Deutschen Kamerapreis ausgezeichnet.

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