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Sonntag, 15.09.2019
 
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Kulturnachrichten

Donnerstag, 13. Dezember 2018

Deutscher Rundfunkbeitrag ist zulässig

EU-Richter erklären Rundfunkbeitrag für rechtens

Der deutsche Rundfunkbeitrag ist auch nach EU-Recht zulässig. Das Ersetzen der früheren Rundfunkgebühr durch den Rundfunkbeitrag stelle "keine erhebliche Änderung der Finanzierungsregelung für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland dar", stellte der Europäische Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg fest. Damit sei eine frühere Erlaubnis durch die EU-Kommission weiter gültig. Der Rundfunkbeitrag ersetzt seit 2013 die Rundfunkgebühr. Die Abgabe ist nicht mehr an den Besitz von Empfangsgeräten gebunden, sondern muss pro Haushalt gezahlt werden und liegt derzeit bei monatlich 17,50 Euro.

Savoy unterstützt neuen Appell zu Kolonialgeschichte

Kunsthistorikerin sieht Restitution als Zeichen des Respekts

Die französische Kunsthistorikerin Bénédicte Savoy hat sich im Deutschlandfunk positiv zum Appell für einen neuen Umgang mit der Kolonialgeschichte geäußert, der von mehr als 80 Wissenschaftlern aus der ganzen Welt unterschrieben wurde. „Was wir fordern, ist im Grunde das Ende der Arroganz. Wir empfehlen, dass die Ohren sich öffnen und das man sich eben dieser gemeinsamen Geschichte stellt, eine Geschichte der Gewalt und von asymmetrischen Machtverhältnissen, sagte Savoy. Sich seiner eigenen Geschichte zu stellen, sei eine gesellschaftlich tiefe Veränderung und diese brauche Zeit. Die Restitution spiele in der Aufarbeitung eine wichtige Rolle, erklärt die Kunsthistorikerin: „Wir plädieren dafür, und das ist das, was neu ist, die Rückgaben, also Restitution stattfinden auch als Zeichen des Respekts und des Vertrauens in eine andere Zukunft, in eine andere Form der Beziehung Europas mit den afrikanischen Ländern. Zum Glück habe jetzt ein Umdenken stattgefunden. 2017, als Savoy noch im Beirat des Humboldt Forums war, sei das noch nicht der Fall gewesen.

Brandenburg: Mindesthonorare für freie Musiker

Honorare sollen sich an Mindeststandards der Orchestervereinigung orientieren

Als erstes deutsches Landesparlament hat der Brandenburger Landtag Mindesthonorare für freiberufliche Orchestermusiker beschlossen. Ab 2020 soll bei öffentlich geförderten Konzerten ein Honorar gezahlt werden, das sich an den Mindeststandards der deutschen Orchestervereinigung orientiert. Darin sollen auch Proben und mediale Verwertung von Konzerten enthalten sein. Den entsprechenden Antrag hatten CDU, SPD, Grüne und Linke in teils kontroversen Verhandlungen erarbeitet. Zuvor hatte bei einer Anhörung im September ein Oboist berichtet, dass er für ein zweitägiges Konzertprojekt mit drei Proben 210 Euro inklusive Fahrtkosten erhalten habe. Die SPD-Landtagsabgeordnete Ulrike Liedtke sagte, ein Tagesprojekt mit Förderung vom Land werde pro Musiker künftig bei 249 Euro liegen, ein mehrtägiges Engagement bei 166 Euro pro Tag. Sie sei überzeugt, dass dies Vorbildwirkung für ganz Deutschland haben werde. Kultusministerin Martina Münch (SPD) sagte für die Mindesthonorare 100.000 Euro mehr Fördermittel ab 2020 zu.

Museum Kunstpalast kann Foto-Sammlung kaufen

3000 Fotografien bieten breiten Überblick über 19. und 20. Jahrhundert

Das Museum Kunstpalast in Düsseldorf kann eine wichtige Fotosammlung erwerben. Der Stadtrat dem Ankauf der mehr als 3000 Fotografien zu. Die Bilder aus der Sammlung der auf Fotografie spezialisierten Galerie Kicken bieten einen breiten Überblick über die wichtigsten Tendenzen der europäischen Fotokunst des 19. und 20. Jahrhunderts. Zu ihr gehören Bilder berühmter Fotografen wie August Sander, Bernd und Hilla Becher, Robert Capa, Horst P. Horst und Helmut Newton. In Düsseldorf wird immer wieder über eine angemessene Präsentation des Mediums diskutiert. An der Kunstakademie lehrten die Fotografen Bernd und Hilla Becher; bekannte Fotografen waren ihre Schüler. Einer von ihnen ist Andreas Gursky, einer der bekanntesten Fotokünstler weltweit.

Kurt-Wolff-Preis 2019 für Merlin-Verlagsgründer

Merlin Verlag wird als Modell eines Kleinverlages gewürdigt

Der Verleger Andreas J. Meyer bekommt den Kurt-Wolff-Preis 2019. Der 90-Jährige soll die Auszeichnung erhalten "für die Energie, den literarischen Spürsinn und die Ausdauer", mit der er den 1957 von ihm gegründeten Merlin Verlag zum Modell eines Kleinverlages gemacht habe, teilte die Kurt Wolff Stiftung in Leipzig mit. Der Merlin-Verlag wird inzwischen von der Tochter Katharina E.Meyer geführt. Der mit 26.000 Euro dotierte Preis wird am 22. März auf der Leipziger Buchmesse verliehen.

Adolphe Binder: Kündigung am Tanztheater unwirksam

Tanztheater Wuppertal Pina Bausch unterliegt vor Arbeitsgericht

Die im Juli erfolgte Kündigung von Adolphe Binder als Intendantin am Tanztheater Wuppertal Pina Bausch sei unwirksam. Das entschied das Arbeitsgericht in Wuppertal nach einer mündlichen Verhandlung. Richter Carsten Gironda sagte, die angeführten Gründe und das Vorgehen rechtfertigten den Schritt nicht. Die Vertreter des Tanztheater kündigten an, wahrscheinlich in Berufung zu gehen. Mit der am 13. Juli 2018 ausgesprochenen fristlosen Kündigung wollte der Beirat des weltberühmten Tanztheaters nach eigenen Worten die Handlungsfähigkeit wiedererlangen. Binder wurde das Fehlen eines realisierbaren Spielplans für die nächste Saison vorgeworfen. Auch wurde ihr Führungsstil kritisiert. In der Verhandlung wurde erneut ein tiefes Zerwürfnis zwischen Binder und der Geschäftsführung des Tanztheaters deutlich. Seit Mitte November hat die Kulturmanagerin Bettina Wagner-Bergelt die künstlerische Leitung des Tanzensembles. Im nächsten Jahr jährt sich der Todestag der Begründerin der Compagnie und Choreographin Pina Bausch zum zehnten Mal.

Film von Fatih Akin im Berlinale-Wettbewerb

Berlinale gibt Wettbewerbsbeiträge bekannt

Regisseur Fatih Akin geht mit seinem Horror-Thriller "Der Goldene Handschuh" ins Rennen um den Goldenen Berlinale-Bären. Auch der Franzose Francois Ozon ("8 Frauen"), die Österreicherin Marie Kreutzer ("Was hat uns bloß so ruiniert") und die Deutsche Angela Schanelec ("Der traumhafte Weg") gehören zu den Filmemachern im offiziellen Wettbewerb der Berliner Filmfestspiele. Akins "Der Goldene Handschuh" ist die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Heinz Strunk über den Hamburger Frauenmörder Fritz Honka. Fatih Akin hatte im Jahr 2004 den Goldenen Bären für seinen Film "Gegen die Wand" gewonnen. Die Berlinale findet vom 7. bis 17. Februar 2019 statt.

Schlüsselübergabe für James-Simon-Galerie

Festakt in Empfangsgebäude zur Berliner Museumsinsel

Im Beisein von Kulturstaatsministerin Monika Grütters wurde das Eingangsgebäude für Nationalgalerie, Bode-, Pergamon, Altes und Neues Museum eröffnet. Das von Stararchitekt David Chipperfield entworfene Gebäude soll den Besucherservice für die fünf Häuser der Museumsinsel bündeln. Es gibt einen gemeinsamen Ticketbereich, Café und Garderobe, einen Museumsshop und Platz für öffentliche Veranstaltungen. Das Haus wurde nach dem jüdischen Mäzen James Simon (1851-1932) benannt und hätte bereits seit mehreren Jahren fertig sein sollen. Doch Pfusch am Bau und Schwierigkeiten mit dem Baugrund sorgten immer wieder für Verzögerungen. So mussten Taucher 1.200 Pfähle in den schlammigen Boden treiben, um das Fundament zu sichern. Die Kosten stiegen von anfangs 71 auf 134 Millionen Euro.

Dresdner Kulturpalast leuchtet in Blau, Weiß, Rot

Französische Nationalfarben als Zeichen der Trauer

Nach dem Anschlag in Dresdens französischer Partnerstadt Straßburg leuchtet der Kulturpalast in der sächsischen Landeshauptstadt in den französischen Nationalfarben. Dresden setze damit ein sichtbares Zeichen der Trauer und Anteilnahme, teilte die Stadt mit. Vom späten Nachmittag bis zum Abend wird der Kulturpalast im Stadtzentrum demnach in Blau-Weiß-Rot angestrahlt. "Gerade in direkter Nachbarschaft zum Striezelmarkt wollen wir nicht nur unsere Anteilnahme und Solidarität mit den Menschen in Straßburg zeigen. Es geht auch darum, dass wir uns bewusst werden, wie verletzlich unsere Gesellschaft und unser friedliches Zusammenleben ist", erklärte Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert. Der Striezelmarkt ist einer der ältesten Weihnachtsmärkte in Deutschland.

Cem Özdemir: "Rede des Jahres 2018"

Rhetorikseminar Tübingen würdigt Bundestagsrede für die Pressefreiheit

Bundestagsabgeordneten Cem Özdemir hat nach Meinung des Rethorikseminars der Universität Tübingen die "Rede des Jahres 2018" gehalten. Die Auszeichnung erhält der Politiker für eine Bundestagsrede, in der er am 22. Februar die Pressefreiheit verteidigt habe, teilte die Universität Tübingen mit. Özdemir habe sich mit seiner Rede gegen eine Missbilligung von Texten des Journalisten Deniz Yücel eingesetzt, die von der AfD beantragt worden war. Mit seinem Debattenbeitrag habe er gezeigt, wie wirksam und kraftvoll eine Parlamentsrede sein kann, wenn ein Redner mit Überzeugung und Leidenschaft antritt, heißt es weiter. Die Rede sei ein "herausragendes Beispiel dafür, wie man den Populisten im Parlament die Stirn bieten kann". Die Universität würdigt seit 1998 jährlich eine Rede, die die politische oder kulturelle Diskussion beeinflusst hat. Frühere Preisträger sind Margot Käßmann, Marcel Reich-Ranicki, Joschka Fischer und Papst Benedikt XVI.

Gemeinsame deutsch-polnische Denkmalpflege

Landeskonservatoren treffen sich

An diesem Donnerstag treffen sich erstmals die Landeskonservatoren aller Bundesländer und aller polnischen Woiwodschaften (Verwaltungsbezirke) in Küstrin in Polen.Die Bewahrung von Kulturerbe darf aus Sicht von Brandenburgs Landeskonservator Thomas Drachenberg nicht an Ländergrenzen Halt machen: "Wir haben eine gemeinsame Kulturlandschaft in Europa". Derzeit gebe es bereits einmal im Jahr einen Austausch zwischen Denkmalpflegern aus Brandenburg und der Woiwodschaft Lebuser Land, sagte Drachenberg. Dabei gehe es um konkrete Projekte. Da die Denkmalpflege in beiden Ländern unterschiedlich organisiert, gebe es auf höherer Ebene manchmal Schwierigkeiten.

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