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Kulturnachrichten

Donnerstag, 15. März 2018

Deutscher Musikautorenpreis für Klaus Doldinger

Doldinger komponierte "Tatort"-Titelmelodie und Filmmusik von "Das Boot"

Klaus Doldinger, Filmmusik-Komponist und Jazz-Legende, erhält den Deutschen Musikautorenpreis 2018 der Musikrechte-Gesellschaft GEMA. Mit der undotierten Auszeichnung werde er am 15. März in Berlin für sein Lebenswerk geehrt, wie die GEMA am Mittwoch in München mitteilte. Aus der Feder des Künstlers stammen unter anderem die berühmte "Tatort"-Titelmelodie sowie die Musik zum legendären Film "Das Boot" und "Die unendliche Geschichte". Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat sich vor der Preisverleihung für ein wirksames Urheberrecht stark gemacht. "Sie müssen von ihrer Arbeit leben können und verdienen einen fairen und angemessenen Anteil am Ertrag aus ihrer kreativen Leistung", sagte Grütters. Der Deutsche Musikautorenpreis wird seit 2009 von der Musikrechte-Gesellschaft Gema verliehen. Unter dem Motto "Autoren ehren Autoren" wird der Preis in zehn Kategorien vergeben. Die Preisträger bestimmt eine unabhängige Fachjury, die aus Komponisten und Textdichtern der verschiedenen Musikrichtungen besteht.

Neil Young stellt unveröffentlichtes Material ins Internet

Auf Archiv-Internetseite können alle veröffentlichten Studioalben gestreamt werden

Der Musiker Neil Young möchte bislang unveröffentlichte Musikalben im Internet anbieten. Er habe zwischen den späten 1960er Jahren und 2012 zwölf bis 14 unveröffentlichte Alben aufgenommen, die er bald anbieten wolle, sagte der der 72-Jährige. "Ich möchte es rausbringen, damit ich am Leben bin und sehe, wie es den Leuten gefällt." Auf Youngs im Dezember freigeschalteter Archiv-Internetseite können alle seine offiziell veröffentlichten Studioalben kostenlos in hoher Tonqualität angehört werden. Bei seinen Fans hat er für Spannung gesorgt, indem er dort unveröffentlichte Alben nannte, wie "Homegrown" von 1974, «Chrome Dreams» von 1976, sowie mehrere Live-Aufnahmen, die sich alle noch nicht streamen lassen.

Esther Kinsky bei Leipziger Buchmesse ausgezeichnet

Schriftstellerin erhält Belletristik-Preis für ihren Roman "Hain"

Die Autorin Esther Kinsky hat den Belletristik-Preis der Leipziger Buchmesse 2018 gewonnen. Sie wurde für ihren Roman "Hain" über drei Italienreisen ausgezeichnet, wie die Messe bekannt gab. "Was für ein stilles, kaum bewegtes, menschenarmes Buch", hieß es in der Begründung. In der Kategorie "Sachbuch/Essayistik" gewann demnach Karl Schlögel mit "Das sowjetische Jahrhundert. Archäologie einer untergegangenen Welt". Sabine Stöhr und Juri Durkot wurden für die Übersetzung von "Internat" ausgezeichnet. Die Jury des Preises der Leipziger Buchmesse unter der Leitung von Kristina Maidt-Zinke wählte aus insgesamt 403 Einreichungen die Sieger aus.

Verleger Wilhelm Sandmann gestorben

Ex-Präsident des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger starb bereits am Dienstag

Der frühere Aufsichtsratsvorsitzende der Mediengruppe Madsack und Präsident des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), Wilhelm Sandmann, ist tot. Sandmann starb bereits am Dienstag im Alter von 86 Jahren, wie der BDZV mitteilte. Der Manager begann seine Karriere als Schriftsetzer und studierte dann Betriebs- und Volkswirtschaftslehre in Hamburg und München. Seit 1970 gehörte er Madsack an und wurde 1984 Vorsitzender der Geschäftsführung und Verleger der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" und der "Neuen Presse". Von 1995 bis 2006 war er Vorsitzender des Aufsichtsrats. 1992 wurde Sandmann auch Präsident des BDZV und nach seinem Ausscheiden im Jahr 2000 Ehrenmitglied des Präsidiums.

Jörn Hinkel neuer Intendant in Bad Hersfeld

Hinkel tritt Nachfolge des zurückgetretenen Regisseurs Dieter Wedel an

Joern Hinkel ist neuer Intendant der Bad Hersfelder Festspiele. Er tritt die Nachfolge des zurückgetretenen Regisseurs Dieter Wedel an. Der Magistrat habe Hinkel zum Intendanten berufen, berichtete die Stadt. Sein Vertrag läuft bis zum 30. September 2019. Nach dem Rücktritt Wedels hatte Hinkel den Posten zu Jahresbeginn kommissarisch übernommen. Der 47-jährige Berliner Hinkel hat bereits als Schauspieler gearbeitet, Kurz- und Dokumentarfilme gedreht und zahlreiche Opern und Theaterstücke inszeniert - darunter auch zwei Stücke in Bad Hersfeld. Die Festspiele 2018 werden am 6. Juli mit dem Stück "Peer Gynt" von Henrik Ibsen eröffnet. Wedel war zurückgetreten, nachdem mehrere Schauspielerinnen seit Jahresbeginn schwere Anschuldigungen gegen ihn erhoben hatten. Sie reichen von Schikane und Machtmissbrauch bis hin zu sexuellen Übergriffen und Vergewaltigung. Das alles soll viele Jahre zurückliegen. Wedel hatte die Vorwürfe zurückgewiesen. Die Münchner Staatsanwaltschaft ermittelt.

Haftstrafen nach Fälschung russischer Avantgardekunst

Nur drei gefälschte Bilder konnten nachgewiesen werden

Im Wiesbadener Prozess um Fälschungen russischer Avantgardekunst hat das Landgericht Haftstrafen von zwei Jahren und acht Monaten sowie drei Jahren für die beiden Angeklagten verhängt. Ursprünglich waren die 72 und 45 Jahre alten Männer wegen des Verkaufs von 19 gefälschten Bildern im Stil von Wassily Kandinsky und Kasimir Malewitsch angeklagt worden. Zweifelsfrei hätten jedoch nur drei Fälle nachgewiesen werden können, sagte der Vorsitzende Richter in seiner Urteilsbegründung. Aufgeflogen waren die Kunstfälscher im Juni 2013 nach einer Razzia in mehreren Bundesländern sowie in der Schweiz und in Israel. Das Verfahren vor dem Wiesbadener Landgericht hatte über drei Jahre gedauert.

Wolfgang-Hahn-Preis für Künstlerin Haegue Yang

Kölner Museum Ludwig ehrt südkoreanische Künstlerin Yang

Die südkoreanische Künstlerin Haegue Yang erhält den Wolfang-Hahn-Preis 2018 der Gesellschaft für Moderne Kunst. Ihre Werke seien institutionskritisch und reich an kulturhistorischen Referenzen, teilte das Kölner Museum Ludwig mit. Mit dem Preisgeld von maximal 100.000 Euro werde ein Werk der Künstlerin für die hauseigene Sammlung erworben. Ab April zeigt das Museum Ludwig die weltweit erste Überblicksausstellung der Künstlerin, so das Museum. Unter den Werken seien Objekte der 1990er Jahre, Lackbilder, Fotografien, Videoarbeiten, Skulpturen und raumgreifende Installationen. Yang wurde 1971 in Südkorea geboren und lebt in Berlin und Seoul. Sie studierte an der Kunsthochschule in Frankfurt am Main und ist dort seit 2007 Professorin. Mit dem Wolfgang-Hahn-Preis ehrt die Gesellschaft für Moderne Kunst am Kölner Ludwig Museum zeitgenössische Künstler. Zu den Preisträgern zählen James Lee Byars, Christopher Wool, Andrea Fraser und Trisha Donnelly.

Wettbewerb zu Buddenbrookhaus entschieden

Lübecker Patrizierhaus soll erweitertes Museum werden

Die bauliche Zukunft des Lübecker Buddenbrookhauses ist entschieden. Die Ergebnisse des europaweiten Planungswettbewerbs zu einem der größten Museumsprojekte Norddeutschlands werden kommenden Dienstag präsentiert. Dabei würden die Entwürfe der vier Preisträger des Wettbewerbs "Das NEUE Buddenbrookhaus" gezeigt und das erstplatzierte Büro persönlich vorgestellt, teilte die Hansestadt mit. Das Patrizierhaus in der Lübecker Altstadt ist sowohl Stammsitz der Familie Mann als auch Handlungsort von Thomas Manns Bestseller "Buddenbrooks", für den er 1929 den Literatur-Nobelpreis erhielt. Die Herausforderung für die Wettbewerbsteilnehmer habe darin bestanden, ihre Pläne der Tradition des Hauses anzupassen. Auch galt es laut den Angaben, aus zwei Häusern mit teilweise denkmalgeschütztem Bestand einen geeinten Museumsraum zu schaffen, der sowohl den kuratorischen als auch den funktionalen Ansprüchen genüge.

Berliner Kollwitz-Museum zieht um

Neuer Standort in der Nähe von Schloss Charlottenburg und Berggruen-Museum

Das Berliner Käthe-Kollwitz-Museum soll von der City West zum Schloss Charlottenburg umziehen. Kultursenator Klaus Lederer kündigte an, für den weiteren Museumsbetrieb Räumlichkeiten am Spandauer Damm 19 in unmittelbarer Nähe zum Schloss bereitzustellen. Die dortige Immobilie gehöre zum Sondervermögen des Landes Berlin. Seinen jetzigen Standort in der Fasanenstraße muss das Museum bis spätestens Ende 2019 verlassen. Am neuen Standort in der Nähe des Berggruen- und des Bröhan-Museums sollen dem Kollwitz-Museum das Erdgeschoss sowie Teile des ersten und zweiten Obergeschosses zur Verfügung gestellt werden. Käthe Kollwitz (1867-1945) zählt zu den bekanntesten deutschen Künstlerinnen und lebte von 1891 bis 1943 in Berlin.

Schriftstellerin Monika Maron verteidigt Uwe Tellkamp

"Eine solche Diskussion muss möglich sein"

Die Schriftstellerin Monika Maron hat die umstrittenen Äußerungen ihres Kollegen Uwe Tellkamp über Flüchtlinge und den Islam verteidigt. Bis auf einen Satz und eine Kleinigkeit habe sie in seinen Aussagen nichts gefunden, was nicht ohnehin in Zeitungen und Talkshows diskutiert werde, sagte Maron im Deutschlandfunk Kultur. Maron warf dem Suhrkamp-Verlag vor, Tellkamp im Stich gelassen zu haben. Eigentlich sei es eine Selbstverständlichkeit, dass ein Verlag nicht unbedingt die Haltung seiner Autoren vertrete. Die Distanzierung durch das Äußern dieser Selbstverständlichkeit sei eine "Ungeheuerlichkeit". Tellkamp ("Der Turm") hatte sich auf einer Podiumsdiskussion mit seinem Kollegen Durs Grünbein am Donnerstag vergangener Woche in Dresden zu Flüchtlingen und zum Islam geäußert. Eine aktuelle Lesereise hat er nun abgesagt. Tellkamp fühle sich nach den Vorkommnissen bei der Diskussion in Dresden momentan nicht in der Lage, Lesungen vor Publikum durchzuführen, teilte sein Verlag mit. Er sehe die Gefahr, dass seine Lesungen zweckentfremdet und von Kräften gekapert werden könnten, "die mit Literatur wenig oder nichts zu tun haben."

Deutscher Nationalpreis für Rüdiger Safranski

Für Äußerungen zur Flüchtlingspolitik geriet Schriftsteller in Kritik

Der Literaturwissenschaftler und Schriftsteller Rüdiger Safranski erhält für sein Lebenswerk den Deutschen Nationalpreis 2018. Die mit 50.000 Euro dotierte Auszeichnung soll am 19. Juni in Berlin verliehen werden. Der Autor habe seinen Lesern wichtige Personen der deutschen Geistesgeschichte auf eine kluge und anschauliche Weise nahe gebracht, hieß es zur Begründung. Safranski geriet 2015 für Äußerungen im Zuge der Flüchtlingsbewegung in die Kritik. In diesem Zusammenhang warf er der Politik vor, "Deutschland zu fluten". Die Deutsche Nationalstiftung distanzierte sich auf Anfrage von diesen Äußerungen Safranskis und betonte, die Auszeichnung beziehe sich ausschließlich auf dessen literarisches Werk. Safranski ist Honorarprofessor an der Freien Universität Berlin und Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. Bekannt sind vor allem seine Biografien über E.T.A. Hoffmann, Schopenhauer, Heidegger, Nietzsche, Schiller und Goethe.

Schriftstellerin Emily Nasrallah gestorben

Libanesin gilt als literarische Ikone und Vorkämpferin für Frauenrechte

Die libanesische Schriftstellerin Emily Nasrallah ist im Alter von 87 Jahren in ihrer Heimatstadt Beirut gestorben. Wenige Wochen vor ihrem Tod wurde Nasrallah in den Rang eines Commander of the National Order of the Cedar erhoben – einer der höchsten Ehrentitel des Landes. Emily Nasrallah studierte gegen den Willen ihres Vaters in Beirut Pädagogik und arbeitete danach als Lehrerin, Journalistin und Schriftstellerin. Nasrallahs Hauptthemen waren der libanesische Bürgerkrieg, das Dorfleben im Libanon und die Emanzipation der Frau. Ihre Werke wurden in viele Sprachen übersetzt. Sie schrieb neben Romanen und Erzählungen viele Kinderbücher. Das Kinderbuch "Kater Ziku lebt gefährlich" schildert den libanesischen Bürgerkrieg aus der Perspektive einer Katze und eines kleinen Mädchens. In ihrem ersten Roman "Septembervögel" beschrieb sie den Lebensweg einer jungen Frau, die aus der Enge ihres konservativen Heimatdorfes ausbricht. 2017 wurde Nasrallah mit der Goethe-Medaille ausgezeichnet.

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