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Sonntag, 19.08.2018
 
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Kulturnachrichten

Mittwoch, 20. Dezember 2017

Veranstalter sagt "James-Last-Tour" ab

Tickets können zurückgegeben werden

Die für kommendes Jahr geplante "Happy Sound Tour 2018" in Erinnerung an den Bandleader James Last ist abgesagt worden. Die DEAG Concerts GmbH teilte mit, dass die 15 in Deutschland, Österreich und der Schweiz vorgesehenen Konzerte nicht stattfänden. Bereits erworbene Tickets können an den Vorverkaufsstellen zurückgegeben werden, an denen sie gekauft wurden. Als Grund für die Absage nannte die DEAG von Konzertveranstalter Peter Schwenkow, dass es mit der Erbengemeinschaft um Ron Last, den Sohn des 2015 gestorbenen Bandleaders, Streit um die Rechte gebe.

"Als Hitler das rosa Kaninchen stahl" wird neu verfilmt

Förderung engagierter Kinderfilme

Die Oscarpreisträgerin Caroline Link wird Judith Kerrs Kinderbuch "Als Hitler das rosa Kaninchen stahl" neu verfilmen. Kulturstaatsministerin Monika Grütters fördert das Projekt mit 500 000 Euro. In dem Buch schildert Kerr, wie ein jüdisches Mädchen vor den Nazis aus Berlin flieht und die Familie eine neue Heimat finden muss. Das Drehbuch hat Caroline Link ("Nirgendwo in Afrika") gemeinsam mit Anna Brüggemann geschrieben. Außerdem wird der Film "Alfons Zitterbacke" in der Regie von Mark Schlichter gefördert (600 000 Euro) sowie die Produktion "Zu weit weg" von Sarah Winkenstett (500 000 Euro). Insgesamt fließen rund zwei Millionen Euro in neun neue Kinderfilmprojekte.

Berliner Volksbühne engagiert Helmut Berger

Er spielt an der Seite von Ingrid Caven

Der Intendant der Berliner Volksbühne, Chris Dercon, hat den skandalumwitterten österreichischen Schauspieler Helmut Berger (73) für eine Uraufführung engagiert. Einst galt er als schönster Mann der Welt. Dann machte er mit Drogen- und Alkoholexzessen Schlagzeilen. Berger spielt eine Hauptrolle in dem Stück "Liberté" des Katalanen Albert Serra an der Seite der 79-jährigen Fassbinder-Schauspielerin Ingrid Caven. "Albert Serra hat mit uns seine europäische Wunsch-Besetzung für "Liberté" gefunden", so Dercon. Ebenfalls an der Produktion beteiligt sind die Schauspielerinnen Jeanette Spassova und Anne Tismer. Die Premiere ist am 22. Februar.

3,75 Millionen Euro für Raubkunst-Suche

Erstmals auch Privatperson unterstützt

Das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste fördert die Suche nach NS-Raubgut in diesem Jahr mit 3,75 Millionen Euro. In der letzten Antragsrunde habe der Vorstand 21 Anträgen von Museen, Bibliotheken, wissenschaftlichen Institutionen, Archiven und erstmals auch einer Privatperson zugestimmt. Ziel des privaten Projektes sei es, innerhalb von zwei Jahren die Kunstsammlung von Eduard und Margarete Fuchs zu rekonstruieren, die auf Druck der Nationalsozialisten in fünf Auktionen versteigert werden musste. Ein ehemaliger Kinderarzt in Erbach/Odenwald habe es sich zur Lebensaufgabe gemacht, die ehemalige Sammlung für die Öffentlichkeit zu erhalten.

Kunstberater Achenbach nicht vorzeitig frei

OLG: Voraussetzungen nicht erfüllt

Der wegen Betrugs im Gefängnis sitzende ehemalige Kunstberater Helge Achenbach kommt nicht vorzeitig frei. Das hat das Oberlandesgericht Düsseldorf entschieden. Es hob damit die gegenteilige Entscheidung des Landgerichts Kleve auf, gegen die die Staatsanwaltschaft Beschwerde eingelegt hatte. Die Voraussetzungen für eine Haftentlassung auf Bewährung nach Verbüßung von weniger als zwei Dritteln der festgesetzten Strafe seien nicht erfüllt, teilte das Gericht heute mit. Achenbach war 2015 wegen Millionenbetrugs an reichen Kunden zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt worden, saß aber schon seit 2014 in Untersuchungshaft.

"Pussy Riot"-Mitglied in Moskau verhaftet

Protest-Aktion gegen Inlandsgeheimdienst

Maria Alechina von der Punk Band "Pussy Riot" ist am Morgen in Moskau festgenommen worden. Sie hatte auf den Stufen des Russischen Inlandsgeheimdienstes (FSB) ein Plakat mit der Aufschrift „Herzlichen Glückwunsch, Henker" entrollt. Das teilte ihre Band-Kollegin Olga Borisova auf der Internetseite Mediazona mit. Heute vor 100 Jahren wurde der sogenannte TscheKa gegründet, der Geheimdienst des Diktators Josef Stalin, die Vorgängerinstitution des KGB. Der 20. Dezember wird von den Mitarbeitern des FSB gefeiert. Vladimir Velminski, Herausgeber von Alechinas Buch „Tage des Aufstands", sagte im Deutschlandfunk Kultur, es sei schwierig einzuschätzen, welche Konsequenzen die Festnahme haben werde, da das System vollkommen willkürlich handele. Derzeit heißt es, Alechina solle bis morgen früh inhaftiert bleiben. Da sie jedoch als "Wiederholungstäterin" gelte, könnten ihr bis zu zwei Jahren Haft drohen. Mit Alechina sind auch zwei Fotografen festgenommen worden, die die Protestaktion dokumentieren wollten.

Weitere Hesse-Briefe für Deutsches Literaturarchiv

Konversation mit seiner Cousine Fanny Schiler

Das Deutsche Literaturarchiv in Marbach hat weitere 250 Briefe und Postkarten des Schriftstellers Hermann Hesse bekommen, die er an seine Cousine Fanny Schiler geschrieben hat. Sie stammen aus der Zeit von 1930 bis 1962 und seien aufschlussreiche Zeugnisse zum Leben und Werk des Literaturnobelpreisträgers in einer von politischen Umbrüchen und Gewalt geprägten Zeit. Neben Familiennachrichten gehe es in den Briefen häufig um Literatur und Musik. Die 13 Jahre jüngere Cousine Hesses war Geigerin und Musikpädagogin in Calw. Viele Briefe seien mit kleinen Aquarellen versehen, einige trügen Spuren der nationalsozialistischen Zensur, so das Archiv. Die Briefe wurden von der Familie Schiler gestiftet.

Weiteres Geld für Suche nach NS-Raubgut bewilligt

Erstmals auch Privatperson unterstützt

Bund und Länder haben rund 1,6 Millionen Euro bewilligt, mit denen das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste 21 weitere Anträge zur Suche nach nationalsozialistischem "Raubgut" in Museen, Bibliotheken, wissenschaftlichen Institutionen und Archiven bearbeiten kann. Der wissenschaftliche Vorstand, Gilbert Lupfer, hob hervor, dass das Zentrum erstmals dem Antrag einer Privatperson entsprach, die Erben bei der Rekonstruktion einer zwangsweise verkauften Kunstsammlung hilft. Damit fördert das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste in diesem Jahr 43 Projekte der Herkunftsforschung mit insgesamt 3,75 Millionen Euro.

Judith Kubitz wird Intendantin in Bautzen

Klare Vorstellungen von der sorbischen Kultur

Die Dirigentin Judith Kubitz übernimmt ab 1. August 2018 die künstlerische Leitung des Sorbischen National-Ensembles. Stiftungsdirektor Jan Budar sagte, mit der 49-Jährigen habe man eine international erfahrene Künstlerin gewonnen, zudem eine Sorbin mit klaren Vorstellungen davon, wie das Theater zum Wohl der sorbischen Kunst und der Präsenz der sorbischen Kultur in der weiteren Region wirken sollte. Kubitz stammt aus Bautzen und studierte Chor- und Orchesterdirigieren in Weimar, Paris sowie an der Royal Academy of Music in London. Danach folgten Engagements am Staatstheater Kassel sowie als Erste Kapellmeisterin an den Staatstheatern Cottbus und Schwerin. Seit 2013 ist sie Dirigentin der Philharmonie Baden-Baden. Zum Repertoire des Sorbischen National-Ensembles gehören zeitgenössisches Musiktheater, traditioneller wie moderner Tanz sowie Interpretationen klassischer Werke der sorbischen und internationalen Musikgeschichte.

"Vorlesestädte 2017": Köln, Gotha und Marienthal

Ideenreiches Engagement

Köln, Gotha und Marienthal sind die "Vorlesestädte 2017". Die Auszeichnung würdige das "lebendige und ideenreiche" Engagement der Städte rund um den bundesweiten Vorlesetag im November, teilte die Stiftung Lesen mit. Sie organisiert den Aktionstag und den Wettbewerb gemeinsam mit dem Städte- und Gemeindebund, der Deutschen Bahn Stiftung und der Wochenzeitung "Zeit". Beworben hatten sich bundesweit 30 Städte und Gemeinden. Köln wird für seine "nachhaltige und kontinuierliche Leseförderung" geehrt. Gotha überzeuge mit seiner Veranstaltungsreihe "Vorlesen an ungewöhnlichen Orten" - etwa in einer Gefängniszelle oder einer Sauna. Marienthal im Westerwald hat mehr als 200 Kinder dazu gebracht, sich an einem "Lesemarathon" zu beteiligen.

Byzantinisches Kloster in Israel entdeckt

Alte Pilgerstätte

Bei Grabungen der Israelischen Antikenbehörde in Beit Schemesch sind ein 1.500 Jahre altes Kloster und eine Kirche freigelegt worden. Bei den gut erhaltenen und reich verzierten Funden handelt es sich um Reste eines Klosterkomplexes. Es könnte eine alte Pilgerstätte gewesen sein. Gefunden wurden eine Reihe architektonischer Elemente, darunter eine mit Kreuzen verzierte Marmorsäule, die laut Grabungsleiter Benjamin Storchan aus der Türkei stamme. Ferner fanden die Archäologen einen mit Vogel- und Pflanzenmotiven verzierten Mosaikfußboden.

Grütters würdigt Heinrich Böll zum 100. Geburtstag

"Moralisches Gewissen und literarische Instanz"

Zum 100. Geburtstag des Literaturnobelpreisträgers Heinrich Böll würdigt Kulturstaatsministerin Monika Grütters sein Werk als "Leuchtturm der jüngeren deutschen Nachkriegsliteratur und mahnendes Erbe unseres Landes". Es sei wichtig, dass sich gerade junge Menschen mit dem Leben und Wirken Bölls auseinandersetzten. Der Schriftsteller sei moralisches Gewissen und literarische Instanz der jungen Bundesrepublik gewesen. Er habe mit seinen Büchern starke gesellschaftspolitische Akzente gesetzt, so die Ministerin. "Damit war Heinrich Böll nicht nur ein Wegbereiter einer neuen deutschen Gegenwartsliteratur, sondern auch eines öffentlichen Diskurses über unsere Demokratie im Nachkriegsdeutschland." Heinrich Böll wurde am 21. Dezember 1917 in Köln geboren und starb am 16. Juli 1985 in Kreuzau-Langenbroich (Eifel). 1972 bekam er den Literaturnobelpreis.

Internationaler Beethoven-Preis für Wolfgang Niedecken

BAP-Frontsänger setzt sich seit Jahren für Menschenrechte ein

Die Beethoven-Academy würdigte nicht nur BAP-Lieder wie „Kristallnaach“ und „Vision vun Europa“ sondern vor allem das Engagement von Niedecken in Zentralafrika. Der BAP-Sänger kümmert sich seit Jahren im „Project Rebound“ darum, dass frühere Kindersoldaten in Uganda und im Kongo eine zweite Chance bekommen. Bei der Übergabe des Beethoven-Preises sagte Niedecken, dass man den Nachbarkontinent verstehen lernen müsse. „Künstler müssen die Leute vor dem Verhärten bewahren. Unsere ganze Kultur sei auf Empathie begründet“, so der Sänger. Der Beethoven-Preis wird von zahlreichen Musikern und Kulturgesellschaften getragen. Mit ihm werden besondere Verdienste um Menschenrechte, Frieden, Freiheit, Armutsbekämpfung und Inklusion gewürdigt.

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Dezember 2017
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Fazit

Ausstellung über private SchwimmbäderSchwimmen in Geld
Privates Schwimmbad (Ralf Dördelmann)

In der Nachkriegszeit waren öffentliche Wassertempel rar gesät. Wer es sich in den Wirtschaftswunderjahren leisten konnte, baute sich ein eigenes Schwimmbad ins Haus. Viele existieren bis heute – teilweise noch in Betrieb, teilweise sich selbst überlassen. Mehr

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Rapperin Ebow"Jedes Wort muss sitzen"
Die Rapperin Ebow (Magdalena Fischer)

"Die Ära der Fuckboys ist vorbei", rappt Ebow in ihrem Song "Punani Power". Sie fordert, dass Rap feministischer und queerer werden solle. Schließlich sei die Sprache im Rap "unser einziges Instrument". Umso mehr müsse auf diese geachtet werden.Mehr

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