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Kulturnachrichten

Freitag, 10. Mai 2019

Deutscher Kamerapreis für elf Filmemacher

Acht Kameramänner und -frauen sowie drei Filmeditoren sind in Köln mit dem Deutschen Kamerapreis ausgezeichnet worden. Der diesjährige Ehrenpreis ging an Benedict Neuenfels, wie der Westdeutsche Rundfunk (WDR) mitteilte. Das Kuratorium lobte dessen Kreativität und Profession sowie die Fähigkeit, technische Normen und Grenzen aufzuheben. Neuenfels (u.a. "Styx", "Die Fälscher") selbst lehne den Begriff "Kameramann" als zu kurzgegriffen ab und betone die künstlerischen Aspekte und die Mitautorenschaft seines Berufsstandes an jedem Film, hieß es. In der Sparte "Kinospielfilm" erhielt Christopher Aoun die Auszeichnung für seine Bildgestaltung in "Capernaum - Stadt der Hoffnung". Der Preis für den besten Fernsehfilm ging an David Luther für eine Folge der Sky-Serie "Das Boot". Mitja Hagelüken erhielt die Auszeichnung in der Kategorie "Dokumentarfilm".

Künstler Ai Weiwei wirft dem Westen Kritikarmut vor

Der chinesische Künstler Ai Weiwei wirft dem Westen vor, zu viel Rücksicht auf die Pekinger Staatsführung zu nehmen. Jede Nation denke "zuerst an die eigenen Interessen und nicht an die Menschenrechte, so ist es einfach", sagt er dem Hamburger Magazin "Der Spiegel". "Alles ist vergiftet durch die Rücksichtnahme auf China." Ai Weiwei stand in China jahrelang unter Hausarrest. Er lebt derzeit noch in Berlin. Gleichzeitig hadert er damit: "Als ich ankam, fühlte ich mich nicht wie ein Fremder. Doch je länger ich hier bin, umso mehr komme ich mir doch so vor." Am 18. Mai eröffnet eine große Ausstellung seiner Werke in Düsseldorf.

Aus für Wiener Benefiz-Gala gegen Aids

Nach 26 Jahren haben die Organisatoren des Wiener Life Balls das Ende der weltgrößten Benefiz-Gala zugunsten von Aids- und HIV-Kranken verkündet. Der Life Ball werde am 8. Juni zum letzten Mal stattfinden, teilte Mitbegründer Gery Keszler mit. Vor dem Hintergrund der medizinischen Fortschritte sei es schwieriger geworden, Sponsoren und Spender zu finden. Weil sich die einstmals tödliche Krankheit durch Medikamente zu einer chronischen Krankheit gewandelt hat, ergebe sich die paradoxe Situation, dass die Zahl der Verbündeten für Aids-Hilfsprojekte international und national abnehme, erklärte Keszler. In den vergangenen Jahren waren auf dem Life Ball den Organisatoren zufolge insgesamt rund 30 Millionen Euro Spenden für Aids-Hilfsprojekte gesammelt worden. Die Wiener Aids-Hilfe fürchtet, dass ihr bis zu 200.000 Euro pro Jahr an Spenden wegbrechen. Rund 37 Millionen Menschen waren nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation im Jahr 2017 mit dem Virus infiziert, 940.000 Menschen starben daran.

Deutscher Pavillon in Venedig eröffnet

Auf der Kunst-Biennale in Venedig ist der deutsche Pavillon eingeweiht worden. Der deutsche Beitrag ist in diesem Jahr eine multimediale Sound- und Rauminstallation und setzt sich mit Migration, Integration, Ein- und Abgrenzung und Fragen des Zusammenlebens auseinander. Kuratiert wurde der Beitrag von Franciska Zólyom, die Direktorin der Galerie für Zeitgenössische Kunst in Leipzig ist. Gestaltet hat ihn die Künstlerin Natascha Süder Happelmann, die ihren Namen an das Projekt anpasste und nur mit einer Steinattrappe auf dem Kopf auftritt - so auch bei der Einweihung. Bei der letzten Ausgabe der Biennale 2017 hatte die deutsche Künstlerin Anne Imhof den Goldenen Löwen für den besten nationalen Beitrag gewonnen. Die riesige Schau zeitgenössischer Kunst öffnet für das Publikum am Samstag und läuft bis zum 24. November.

Fernsehpreis für Fritz und Elmar Wepper

Der Ehrenpreis des Ministerpräsidenten zum 31. Bayerischen Fernsehpreis geht an die Schauspieler Fritz und Elmar Wepper. Sie stünden "seit über 60 Jahren für den deutschen Film wie kein anderes Brüderpaar", erklärte Ministerpräsident Markus Söder (CSU). Der Bayerische Fernsehpreis wird am 24. Mai in München verliehen.Viele Menschen seien mit den Krimiserien "Der Kommissar", "Derrick" und "Polizeiinspektion 1" aufgewachsen, die heute Kultstatus hätten, so Söder. Mit der Serie "Um Himmels Willen" (Fritz Wepper) und Doris Dörries Film "Kirschblüten - Hanami" (Elmar Wepper) hätten sie Millionen Menschen begeistert und ihre Vielseitigkeit bewiesen. Bei ihren Auftritten hätten die Weppers zudem immer wieder ihrer bayerischen Heimat "ein liebevolles Denkmal" gesetzt.

Spektakulärer Fund in Würzburger Residenz

Spektakulärer Fund für die Würzburger Residenz: In einer alten Kasematte unter dem Hofgarten Würzburg sind Bruchstücke zweier monumentaler Sandsteinfiguren gefunden und geborgen worden. Bei ihnen handelt es sich um die beiden letzten, verloren geglaubten Balustradenfiguren der Residenz, wie das Bayerische Finanzministerium mitteilte. Beim Ausräumen habe sich herausgestellt, dass bis zu 90 Prozent der originalen Figurenteile vorhanden seien, sagte Finanzminister Albert Füracker (CSU). Fotoaufnahmen aus dem Jahr 1946 belegten, dass die beiden Figuren trotz ersichtlicher Brandschäden den Zweiten Weltkrieg mit dem Bombenangriff auf Würzburg im März 1945 überstanden hätten.

Frühe Erzählungen von Grass veröffentlicht

Gut vier Jahre nach dem Tod von Günter Grass hat der Göttinger Steidl Verlag einen Band mit frühen Erzählungen des Literatur-Nobelpreisträgers veröffentlicht. Es handele sich um Geschichten, die Grass 1968 unter dem Pseudonym "Artur Knoff" publiziert habe, so der Verlag. Der Band sei seinerzeit ein Ladenhüter geblieben, und der Schriftsteller "Knoff" habe wenig Beachtung gefunden, "obwohl diese besonderen Erzählungen bereits vor surrealer Fabulierlust sprühten". Das Buch beweise, dass der Romancier und bildende Künstler Grass zweifellos auch ein Meister der kleinen Form gewesen sei, so der Verlag. Grass war am 13. April 2015 im Alter von 87 Jahren gestorben.

Schwedische Akademie wieder komplett

Erstmals seit 30 Jahren ist die Schwedische Akademie wieder vollzählig. Die Philosophin und Autorin Åsa Wikforss werde den Platz mit der Nummer sieben von Sara Danius einnehmen, teilte die Institution mit, die den Literaturnobelpreis vergibt. Sie freue sich auf die spannende Arbeit, die in der altehrwürdigen Institution in Stockholm auf sie warte, sagte Wikforss dem schwedischen Radio. Die 57-jährige Wikforss ist Professorin für theoretische Philosophie an der Universität von Stockholm. In diesem Fachgebiet war sie die erste weibliche Dozentin Schwedens. Die Schwedische Akademie war im vergangenen Jahr in eine schwere Krise gestürzt. Der Skandal dreht sich um das mittlerweile ausgetretene Mitglied Katarina Frostenson und ihren wegen Vergewaltigung verurteilten Mann Jean-Claude Arnault. Als Konsequenz des Skandals wurde der Literaturnobelpreis 2018 abgesagt, sieben Mitglieder hatten das Gremium verlassen.

Corbusier-Pavillon in Zürich öffnet wieder

Nach rund eineinhalbjährigen Sanierungsarbeiten ist ab Samstag der Pavillon Le Corbusier in Zürich wieder für Besucher geöffnet. Das 1967 vollendete Gebäude am See-Ufer ist der letzte Bau des legendären Architekten und sein einziger Bau aus Stahl und Glas. Das farbenfrohe, filigran wirkende Haus gilt in Fachkreisen als architektonisches Juwel. Die erste Wechselausstellung zeigt unter dem Titel "Mon univers" die Sammelleidenschaft Le Corbusiers (1887-1965) und gibt damit einen Einblick in seinen gestalterischen Kosmos. Die Instandsetzung kostete umgerechnet rund 4,4 Millionen Euro. Das Architekturdenkmal ist seit 2014 in Besitz der Stadt. Die Trägerschaft hat das Museum für Gestaltung übernommen.

James Cameron gratuliert zu "Avengers"-Kinoerfolg

"Titanic"-Regisseur James Cameron hat den Machern des Blockbusters "Avengers: Endgame" zum Riesenerfolg an den Kinokassen gratuliert. "Ein Eisberg hat die echte Titanic versenkt. Es erforderte die Avengers, um meine Titanic zu versenken", schrieb der kanadische Oscar-Preisträger auf Twitter. Dazu veröffentlichte er ein Foto des "Avengers"-Logos, auf dem die Spitze des Buchstabens "A" den Bug eines Schiffes rammt. Mit Einnahmen von mehr als 2,2 Milliarden Dollar rangiert das Superhelden-Epos "Avengers: Endgame" nach kurzer Laufzeit schon auf Platz zwei der Weltrangliste der umsatzstärksten Filme. Am Wochenende hatte sich der Marvel-Film mit einer Star-Besetzung um Robert Downey Jr. und Scarlett Johansson vor den Blockbuster "Titanic" von 1997 geschoben. In der Liste der kommerziell erfolgreichsten Filme steht allerdings seit 2009 ein weiterer Film Camerons an der Spitze: der Science-Fiction-Film "Avatar - Aufbruch nach Pandora" mit Einnahmen von rund 2,8 Milliaren Dollar.

Bürgerrechtler Schorlemmer für neue Nationalhymne

Der frühere DDR-Bürgerrechtler Friedrich Schorlemmer hat sich dafür ausgesprochen, die Kinderhymne von Bertolt Brecht zur neuen Nationalhymne zu machen. Schorlemmer sagte im Mitteldeutschen Rundfunk, es sei ein großer Fehler gewesen, nach der Wiedervereinigung diesen Vorschlag des Runden Tischs nicht aufzugreifen. Er sei dafür, "dass wir diese Debatte ruhig nochmal anfangen, obwohl wir sie damals leider verloren haben", so der Theologe. Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hatte sich für eine neue Hymne ausgesprochen. Schorlemmer zufolge wurden drei große Kriege mit dem "schrecklichen Pathos" des Textes von Hoffmann von Fallerslebens "Deutschland, Deutschland über alles..." geführt. Es sei gut, sich die 1949 von Brechts entstandene Hymne anzuschauen. Dieses Lied lasse sich sehr gut singen und fasse alles zusammen, worauf sich die Deutschen verständigen könnten und wo sie ihre Identität suchten.

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