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Kulturnachrichten

Samstag, 12. Januar 2019

Deutscher Kabarettpreis 2018 für Jochen Malmsheimer

Es ist eine der renommiertesten Auszeichnungen der deutschen Kabarettszene

Das Nürnberger Burgtheater verleiht am Abend den Deutschen Kabarettpreis 2018. Die Auszeichnung geht an den Künstler Jochen Malmsheimer. Den 57-jährigen gebürtigen Essener zeichnet laut Burgtheater das Talent zum Erzählen skurriler Geschichten mitten aus dem Leben aus. Sein Gespür für Worte und seine bedingungslose Liebe zur Sprache seien im deutschsprachigen Kabarett unerreicht. Den Förderpreis bekommt der Poetry-Slammer Nektarios Vlachopoulos. Mit dem Sonderpreis wird die Sängerin, Kabarettistin und Autorin Anna Mateur geehrt. Der seit 1991 alljährlich von der Stadt Nürnberg und dem Burgtheater verliehene Preis gilt als eine der renommiertesten Auszeichnungen der deutschen Kabarettszene. Geehrt werden die Künstler bei einer Gala in der Nürnberger Tafelhalle.

Junge Saudi-Araberin nach Flucht in Kanada gelandet

Sie hatte über soziale Medien um Hilfe gebeten

Nach einer Flucht um die halbe Welt ist die junge Saudi-Araberin Rahaf Mohammed al-Kunun in ihrer neuen Heimat Kanada angekommen. Begleitet von Außenministerin Chrystia Freeland stieg sie in Toronto aus einem Flugzeug, nachdem sie in der vergangenen Woche in Kuwait vor ihrer Familie geflohen und dann nach Thailand geflogen war. Dort hatte sie sich in einem Hotelzimmer verbarrikadiert und über soziale Medien erklärt, dass sie von ihrer Familie misshandelt worden sei und sie bei einer Abschiebung zurück in ihre Heimat getötet werden würde. Der Fall sorgte international für Aufsehen und führte zu Kritik an fehlenden Frauenrechten in Saudi-Arabien. Die 18-jährige Al-Kunun bekam einen Flüchtlingsstatus zuerkannt, Kanada gewährte ihr Asyl, nachdem sie ursprünglich eigentlich nach Australien hatte ausreisen wollen. "Das hier ist eine mutige neue Kanadierin", sagte Außenministerin Freeland bei Al-Kununs Ankunft.

Kulturhauptstadtjahr wird in Plovdiv offiziell eröffnet

Das bularische Plovdiv und Matera in Italien sind europäische Kulturhauptstädte

Am Abend wird in der bulgarischen Stadt Plovdiv das Kulturhauptstadtjahr offiziell eröffnet. Zu der Open-Air-Show mit einer Multimedia-Bühne erwarten die Veranstalter mehrere 10 000 Besucher. Unter dem Motto "together" sind 2019 in Plovdiv mehr als 500 Veranstaltungen geplant. Die Stadt blickt auf eine 8.000 Jahre alte und sehr wechselvolle Geschichte zurück und ist damit eine der ältesten Städte Europas, älter als Rom oder Athen. Die Römer haben in Plovdiv ein antikes Theater und ein Stadion hinterlassen, das Osmanische Reich eine der ältesten Moscheen des Balkans, die Phase der nationalen Wiedergeburt im 18. und 19. Jahrhundert hinterließ reich verzierte Häuser ehemals wohlhabender Händler.

Streit um "Reformationsfenster": Mediation abgelehnt

Der Erbe des Architekten der Marktkirche in Hannover hat abgelehnt

Im Streit um das von Altbundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) angeregte "Reformationsfenster" für die Marktkirche in Hannover wird auch eine Mediation keine Lösung bringen. Der Erbe des Architekten Dieter Oesterlen (1911-1994) habe ein Mediationsverfahren abgelehnt. Der in Tokio lebende Rechtsanwalt Bissen hatte Widerspruch gegen das 13 Meter hohe Buntglasfenster des Künstlers Markus Lüpertz angemeldet, das Schröder der evangelischen Kirche schenken will. Bissen hält es für nicht vereinbar mit dem architektonischen Konzept seines Stiefvaters. Der Entwurf von Markus Lüpertz setzt sich in zahlreichen Symbolen mit dem Leben und Werk des Reformators Martin Luther (1483-1546) auseinander. Für Diskussionen sorgen dabei vor allem fünf Fliegen als Symbol des Bösen und der Vergänglichkeit.

Museum ehrt Gloria von Thurn und Taxis doch nicht

Grund seien ihre konservativen Ansichten und der Kontakt zu Steve Bannon

Gloria Fürstin von Thurn und Taxis (59) wird nun doch nicht von einem New Yorker Museum für ihre Verdienste um die Kunst geehrt. Nach scharfer Kritik habe das El Museo del Barrio, das sich vor allem mit lateinamerikanischer und karibischer Kunst befasst, entschieden, die Fürstin bei seiner anstehenden Gala zum 50. Jubiläum des Ausstellungshauses nicht zu würdigen, berichtete die "New York Times". Gloria Fürstin von Thurn und Taxis hat sich abfällig über Aids-Erkrankte in Afrika geäußert. Sie engagiert sich außerdem in der katholischen Anti-Abtreibungsbewegung und hat sexuellen Missbrauch in der Kirche relativiert. Sie ist eng mit Steve Bannon befreundet und will mit ihm eine Sammlungsbewegung innerhalb der katholischen Kirche gründen, die sich gegen den als zu liberal wahrgenommen Papst Franziskus richtet. Das Museum hat deshalb entschieden, von Thurn und Taxis nicht zu ehren und auch nicht weiter mit ihr zusammenzuarbeiten. Die Fürstin reagierte betroffen. "Ich bin enttäuscht, wie sehr unsere Gesellschaft gespalten ist und dass es überhaupt keinen Raum für Toleranz zu geben scheint. Meine konservativen religiösen Ansichten haben überhaupt keinen Einfluss auf meine Offenheit gegenüber kultureller Vielfalt und Inklusion."

"Shutdown": von Heyls Ausstellung geschlossen

Ausstellung "Snake Eyes" der deutschen Künstlerin wird trotzdem gelobt

Der "Shutdown" der US-Regierung betrifft auch eine deutsche Künstlerin. Mit der seit rund drei Wochen anhaltenden Haushaltssperre ist auch das Hirshhorn Museum in Washington geschlossen - und damit die Ausstellung der in Mainz geborenen Künstlerin Charline von Heyl. Es ist ihre bislang größte Einzelausstellung in den USA. Anfang November wurde die zuvor in den Hamburger Deichtorhallen gezeigte Ausstellung "Snake Eyes" in Washington eröffnet. Doch nun ist die Schau der Künstlerin, die in New York und Texas lebt und arbeitet, bis auf weiteres vom "Shutdown" geschlossen, und Pläne für eine Verlängerung der bis zum 27. Januar angesetzten Ausstellung gibt es nicht, so die "New York Times". Trotzdem widmete die Zeitung der Schau eine begeisterte Kritik. Kritiker Jason Farago attestiert der Künstlerin unter anderem eine angstfreie Herangehensweise an Komposition und Stil.

Grütters: Friedliche Revolution nicht genug gewürdigt

Grütters hofft, dass wegen Einheitsdenkmal nun alle an einem Strang ziehen

Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) hat moniert, dass die friedliche Revolution vom Herbst 1989 bislang nicht angemessen gewürdigt wurde. Das finde sie nicht richtig, sagte sie der "Berliner Zeitung". Es sei ein Ereignis von welthistorischem Rang gewesen. Die Deutschen würden sich aber schwer damit tun, auch an die freudigen Ereignisse ihrer Geschichte angemessen zu erinnern. Grütters rief dazu auf, nach jahrelangem Hin und Her um ein Einheits- und Freiheitsdenkmal keine Debatten mehr über einen neuen Standort anzuzetteln. Es mache sie traurig, dass das Denkmal nicht zum 30. Jahrestag des Mauerfalls stehen werde. Ende September 2018 hatte der Bund gut 17 Millionen Euro für den Bau des Einheits- und Freiheitsdenkmal in Berlin frei gegeben. Mit der sogenannten Einheitswippe soll an die friedliche Wiedergewinnung der Deutschen Einheit erinnert werden. Die riesige begehbare Waage soll vor dem Berliner Schloss auf dem Sockel des früheren Kaiser-Wilhelm-Nationaldenkmals errichtet werden.

Streit um gekreuzigten Ronald McDonald in Haifa

Kulturministerin Regev fordert die Entfernung des Werkes aus dem Museum

In Haifa gibt es Streit um ein Kunstwerk mit einem gekreuzigten Ronald McDonald. Die katholischen Bischöfe Israels forderten die Stadt auf, die als verletzend empfundene Christusdarstellung aus einer Kunstausstellung zu entfernen. Sie betonten zwar das Recht auf Meinungsfreiheit. Auch teile man das Ziel der Ausstellung, die Konsumgesellschaft zu kritisieren. Es sei aber nicht hinnehmbar, dazu "das bedeutendste Symbol der christlichen Religion" zu missbrauchen. Das Kunstwerk "McJesus" des finnischen Künstlers Jani Leinon zeigt das gekreuzigte Maskottchen der Fastfoodkette McDonalds. Das griechisch-orthodoxe Patriarchat forderte die Entfernung mehrerer Kunstwerke, die Christus und Maria darstellen. Neben dem Werk des finnischen Künstlers stießen demnach Christus- und Mariendarstellungen als Barbie und Ken auf Kritik. Von der Stadt Haifa verlangte das Patriarchat eine Entschuldigung. Gestern hatte Christen in Haifa demonstriert und versucht, in das Museum einzudringen, um das Kunstwerk zu entfernen. In der Nacht zuvor war ein Brandsatz auf das Museum geworfen worden. Israels Kulturministerin Regev fordert die Entfernung des Werkes, das die Gefühle von Christen verletze. Es hätte zahlreiche Beschwerden gegeben. Das Museum kündigte an, einen Warnhinweis auf den potentiell verletzenden Charakter der Ausstellung anzubringen.

Japans Literaturstar Murakami wird 70

Murakami gilt als einer der bekanntesten Romanciers der Welt

Haruki Murakami begann 1975 nach seinem Abschluss an der Waseda-Universität mit dem Schreiben. In dieser Zeit führte er auch eine Jazz-Bar in Tokio. Für sein in Japanisch geschriebenes Werk "Hear the Wind Sing" erhielt 1979 den Gunzo-Preis für Nachwuchsautoren. In dem Werk erlebten die Kritiker einen von westlicher Kultur geprägten Autoren, der den Einfluss des Pop auf das moderne Leben thematisierte. Seither hat er eine zahlreiche Romane, Kurzgeschichten und Aufsätze verfasst. Murakamis Werke wurden in mehr als 40 Sprachen übersetzt und zum Teil als Filme oder als Bühnenstücke adaptiert. 2018 war Murakami unter den Finalisten für den Alternativen Literaturpreis der Neuen Akademie in Schweden. Er zog sich allerdings im Vorfeld zurück. Der seit Jahren als Kandidat für den Literaturnobelpreis gehandelte Japaner gab an, er wolle sich ohne Ablenkung durch Preise auf seine Arbeit konzentrieren.

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