Seit 01:05 Uhr Tonart

Montag, 13.07.2020
 
Seit 01:05 Uhr Tonart

Studio 9 | Beitrag vom 03.04.2019

Deutscher Fußball-BundWarum Claudia Roth DFB-Präsidentin werden sollte

Von Arno Orzessek

Beitrag hören Podcast abonnieren
Claudia Roth vor DFB-Logo (Jan Hübner / imago )
Claudia Roth kennt sich im Stadion und beim DFB aus - nicht nur als Fan, sondern auch als Kuratoriumsmitglied der DFB-Kulturstiftung (Jan Hübner / imago )

Wer folgt nach dem Rücktritt von Reinhard Grindel als Präsident des Deutschen Fußball-Bundes? In der Diskussion sind Fußballer wie Christoph Metzelder. Arno Orzessek führt fünf Gründe an, warum es jemand ganz anderes machen sollte.

Warum Claudia Roth nach dem Rücktritt von Reinhard Grindel DFB-Präsidentin werden sollte:

1. Dem Fußball von Herzen verbunden

Erstens ist Claudia Roth dem Fußball tief verbunden – als Konsumentin im Stadion und am Bildschirm, als Mitglied der Deutschen Akademie für Fußballkultur, als gute Freundin des Ex-DFB-Präsidenten Zwanziger, als Sammlerin von Panini-Bildchen und und und.

2. Zeit für mehr Frauen an der Spitze

Mit Claudia Roth als DFB-Präsidentin ließe sich, zweitens, ein eminenter Punkt auf der To-do-Liste des modernen Feminismus abhaken – von wegen 'Männerdomäne'. Der Aufschrei der verbliebenen Machos aber wäre Gesang in den Ohren aller Gleichstellungsfreunde.

3. Fundamental jovial - wie der neue DFB

Drittens passt die fundamental joviale Roth prima zur neuen Philosophie des DFB, der nicht umsonst den Hauptsponsor gewechselt hat: Volkswagen statt Mercedes Benz. Der snobistische Slogan "Best never rest" ist Geschichte, mittlerweile gilt: "Fußball, das sind wir alle". Und klingt dieser Satz nicht wie ein Zitat von Claudia Roth?

4. Mit Empathie-Faktor gegen Özil-Affären

Überhaupt – und viertens: Der Empathie-Faktor, Roths stärkste Waffe!... Die dem Karriere-Funktionär Reinhard Grindel absolut gefehlt hat. Dank Roths Einfühlungsvermögen und ihrer ausgefeilten Umarmungstechnik sollten Krisen der Mitmenschlichkeit, wie sie der DFB rund um die Özil-Affäre und die Ausbootung von Hummels, Boateng und Müller erlebt hat, künftig ausgeschlossen sein.

5. Konjunkturtransfer: von den Grünen zum DFB

Fünftens: Wenn Claudia Roth den Aufschwung der Grünen auf die Nationalelf überträgt, dann werden wir 2022 Weltmeister. Und wenn dann Kanzler Robert Habeck mit DFB-Präsidentin Claudia Roth auf der Tribüne in Katar ausflippt, wird noch der letzte kapieren: Deutschland ist auch nicht mehr das, was es mal war!

Interview

25 Jahre SrebrenicaGespaltenes Gedenken
Zineta Ibisevic hält ein Foto ihrer Kinder in den Händen. Die Familie Ibisevic hat ihre beiden Söhne 1995 beim Völkermord an Srebrenica verloren. (picture alliance / Anadolu Agency / Denis Zuberi)

Trotz aller Aufarbeitung: Auch 25 Jahre nach dem Massaker von Srebrenica gebe es immer noch eine Kultur des Leugnens, sagt die Historikerin Marie-Janine Calic: "Jede Gruppe zählt nur die eigenen Opfer, und die anderen sind immer nur der Täter."Mehr

weitere Beiträge

Frühkritik

weitere Beiträge

Buchkritik

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur