Seit 13:05 Uhr Länderreport

Dienstag, 20.11.2018
 
Seit 13:05 Uhr Länderreport

Kulturnachrichten

Mittwoch, 22. August 2018

Deutscher Filmmusikpreis für Peter Gotthardt

Auszeichnung für Lebenswerk

Peter Gotthardt bekommt den Ehrenpreis des Deutschen Filmmusikpreises für sein Lebenswerk, wie die veranstaltende International Academy of Media and Arts in Halle mitteilte. Zu Gotthardts bedeutenden Kompositionen seiner mehr als 500 Filmmusiken gehört die Musik zum DDR-Kultfilm "Die Legende von Paul und Paula" von 1973. Außerdem schrieb er mehrere Hits der Puhdys ("Geh zu ihr", "Wenn ein Mensch lebt"), Kammer- und Ballettmusik sowie Chansons und Musicals. Der 77-Jährige Musiker und Komponist wird die Auszeichnung am 26. Oktober im Rahmen der Filmmusiktage Sachsen-Anhalt in Halle von Vorjahrespreisträger Harold Faltermeyer erhalten.

Neue "Spiegel"-Chefredaktion

Zusammenführung von Print und Online

Nach langen Diskussionen legt der "Spiegel" die Redaktionen des gedruckten Magazins und des Nachrichtenportals "Spiegel Online" im Januar 2019 zusammen. Vorsitzender der Chefredaktion der neuen Einheit wird Steffen Klusmann. Der Chefredakteur des "Manager Magazins" löst damit Klaus Brinkbäumer ab, der nach dreieinhalb Jahren als Print-Chefredakteur aus dem Amt scheidet. Ebenfalls zur neuen Chefredaktion gehören Barbara Hans, bisher Chefredakteurin von "Spiegel Online", und Ullrich Fichtner, Reporter im Ressort Gesellschaft des gedruckten Magazins. Die Chefredaktion wird mit der Reform der Unternehmensleitung angehören.

Pegida-Demonstrant ist LKA-Mann

Verantwortlich für Polizeivorgehen gegen ZDF-Team

Das umstrittene Vorgehen der Polizei gegen ZDF-Reporter in Dresden ist von einem Mitarbeiter des Landeskriminalamtes Sachsen ausgelöst worden. Der Mann hatte sich am vergangenen Donnerstag beim Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel in Dresden an einer Demonstration der AfD und der islam- und ausländerfeindlichen Pegida-Bewegung beteiligt. Er hatte sich verbal heftig gegen Filmaufnahmen gewehrt. Wie Sachsens Innenministerium mitteilte, informierte das LKA am Mittwoch darüber, dass es sich um einen Tarifbeschäftigten des eigenen Hauses handelt. Er sei bei dem Geschehen nicht im Dienst gewesen, sondern habe als Privatperson an der Versammlung teilgenommen und befinde sich derzeit im Urlaub. ZDF-Chefredakteur Peter Frey hatte das Vorgehen der Polizei als "klare Einschränkung der freien Berichterstattung" bezeichnet.

Asia Argento zieht sich von Musikfestival zurück

#MeToo-Aktivistin weist Anschuldigung zurück

Die italienische Schauspielerin Asia Argento zieht sich nach Vorwürfen sexuellen Fehlverhaltens von der Mitarbeit am niederländischen Musikfestival "Le Guess Who?" zurück. Argento habe sich angesichts der "explosiven Natur der Vorwürfe" entschlossen, in diesem Jahr nicht als Kuratorin zu arbeiten, teilten die Organisatoren der Veranstaltung mit. Argento hat sich als #MeToo-Aktivistin gegen sexuelle Übergriffe von Männern in der Filmbranche engagiert. Am Montag berichtete die "New York Times" unter Berufung auf Gerichtsunterlagen, der heute 22 Jahre alter Schauspieler Jimmy Bennett habe Argento verklagen wollen, weil sie ihn sexuell missbraucht habe, als er gerade 17 war. Argento bestreitet eine sexuelle Beziehung und versichert, sie habe lediglich eine Freundschaft zu Bennett gepflegt.

Tom Tykwer an Mauerprojekt "Dau" in Berlin beteiligt

Straßenviertel soll von Mauer umzäunt werden

Der Regisseur Tom Tykwer ("Lola rennt") beteiligt sich mit seiner Produktionsfirma X Filme am internationalen Kunstprojekt "Dau". Das Projekt will in Berlin mit dem Bau einer Mauer eine Diktatur nachspielen. Dazu werde im Herbst ein ganzes Straßenviertel am Boulevard Unter den Linden mit einer rekonstruierten Berliner Mauer abgesperrt, Besucher sollen wie in einem Erlebnispark Eintritt zahlen, berichtete der rbb. Tykwer, die verantwortlichen Produzentin Susanne Marian und der Intendant der Berliner Festspiele, Thomas Oberender, wollen am kommenden Dienstag die Pläne erläutern.

Unionspolitiker werben für Einheitsdenkmal

Schnelle Umsetzung der Einheitswippe

Namhafte CDU-Politiker wollen am Donnerstag für einen Bau des Einheits- und Freiheitsdenkmals in Berlin werben. Zu einer Pressekonferenz am geplanten Standort vor dem Berliner Schloss werden unter anderem der letzte DDR-Ministerpräsident Lothar de Maizière und der DDR-Bürgerrechtler Günter Nooke erwartet. Zusammen mit den Bundestagsabgeordneten Klaus-Dieter Gröhler und Kai Wegner wollen sie sich für die schnellstmögliche Umsetzung der Bundestagsbeschlüsse zum Bau des Denkmals einsetzen. Die sogenannte Einheitswippe soll an die Wiedergewinnung der Deutschen Einheit erinnern. Um sie wird seit Jahren gestritten.

Bundesregierung will Zugang zur Kultur fördern

Projekt für vier Jahre aufgelegt

Für Menschen aus benachteiligten Stadtteilen soll es künftig leichter sein, um am kulturellen Leben teilzunehmen. Dazu vereinbarten Innenminister Horst Seehofer (CSU) und Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) in Berlin das Vorhaben "Utopolis - Soziokultur im Quartier". Vier Jahre lang soll die Bundesregierung 12 Modellprojekte fördern, die kultur- und medienferne Menschen erreichen sollen, damit diese sich an der Stadt- und Quartiersentwicklung beteiligen können. Der Zugang zu Kunst und Kultur müsse jedem Einzelnen möglich sein, unabhängig von seiner sozialen Lage und Herkunft, sagte Grütters. "Teilhabe am Kulturleben ist eine grundlegende Voraussetzung dafür, unser gesellschaftliches Leben mitzugestalten." Die künftigen Standorte werden von der Bundesvereinigung Soziokultureller Zentren ausgewählt.

Leipziger Museum bekommt Mendelssohn-Briefe

Autographe werden ab 2019 im Alten Rathaus gezeigt

Das Stadtgeschichtliche Museum Leipzig kann seine Sammlung von rund 200 Briefen, Zeichnungen und handschriftlichen Kompositionen von Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847) erweitern. Durch eine Schenkung hat das Museum zwölf weitere Autographe des Komponisten in seinem Besitz. Die Briefe beinhalten u.a. Korrespondenzen mit verschiedenen Künstlern. Auch ein inniger Liebesbrief der Verlobten Mendelssohns, Cecile Jeanrenaud, aus dem Jahr 1836 sei darunter, teilte das Museum mit. Der Wert der Schenkung liege im fünfstelligen Bereich. Die Briefe sollen ab Januar 2019 Alten Rathaus in Leipzig gezeigt werden.

Weitere Klage gegen Ex-Filmmogul Weinstein

Deutsche Schauspielerin fordert Schadenersatz nach Vergewaltigung

Eine deutsche Schauspielerin klagt gegen dem ehemaligen US-Filmmogul Harvey Weinstein. Sie sei von ihm 2006 bei den Filmfestspielen in Cannes vergewaltigt worden. Das teilte ihr New Yorker Anwalt John G. Balestriere mit, der die Schauspielerin unter dem Pseudonym Emma Loman führt. Die Missbrauchs-Klage sei am Dienstag in Kalifornien eingereicht worden und beschuldige Weinstein der Körperverletzung, Freiheitsberaubung und einem Verstoß gegen US-Gesetze wegen Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung, so der Anwalt. Weinsteins Anwältin Phyllis Kupferstein wies die Vorwürfe als "unwahr" zurück. Man werde sofort Schritte unternehmen, um die Klage abzuweisen. Zudem seien sie bereits verjährt, hieß es in einer Stellungnahme. Der 66-Jährige Weinstein ist mittlerweile wegen sechs Sexualdelikten angeklagt, die er aber bestreitet. Er befindet sich gegen eine Kaution von einer Million Dollar auf freiem Fuß.

Facebook löscht über 650 gefälschte Konten

Fake-Accounts sollten unter anderem die US-Kongresswahlen beeinflussen

Facebook hat erneut hunderte von falschen Accounts gelöscht. Nach Angaben von Facebook-Chef Mark Zuckerberg soll es sich um Konten gehandelt haben, die aus dem Iran und aus dem Umfeld des russischen Militär-Geheimdienstes betrieben wurden. Unter anderem hätten sie dazu gedient, die Menschen vor den anstehenden Kongresswahlen in den USA in die Irre zu führen und iranische Interessen zu unterstützen, inklusive anti-saudiarabischer, anti-israelischer und pro-palästinensischer Positionen. Bereits Anfang August hatte Facebook mitgeteilt, 32 Nutzerkonten und Seiten auf Facebook und Instagram gelöscht zu haben. "Da ist viel, was wir noch nicht wissen", sagte Facebook-Chef Mark Zuckerberg in einer Telefonkonferenz mit Journalisten. Hunderttausende Nutzer seien mit den Konten verbunden gewesen.

Natalie Portman sucht eine neue Herausforderung

Oscar-Preisträgerin will Doppelrolle spielen und Regie führen

Natalie Portman will als Regisseurin hinter die Kamera treten und zugleich eine Doppelrolle spielen. Die israelisch-amerikanische Schauspielerin habe den Zuschlag für eine Filmbiografie über die US-Kolumnistinnen Pauline (1918 - 2013) und Esther (1918 - 2002) Friedman erhalten. Wie die Branchenblätter "Variety" und "Hollywood Reporter" berichten, soll Portman bei dem noch titellosen Projekt Regie führen und zugleich die beiden Zwillingsschwestern spielen. Unter den Pseudonymen Abigail Van Buren und Ann Landers schrieben sie seit den 1950er-Jahren Ratgeberkolumnen, die in den USA von tausenden Zeitungen gedruckt und von Millionen Menschen gelesen wurden. Sie waren für ihre liberalen und direkten Antworten zu Dauerthemen wie Sex und Scheidung berühmt. Portman hatte 2015 beim Filmfest Cannes ihr Regiedebüt "A Tale of Love and Darkness" vorgestellt. Als Schauspielerin hatte sie 2011 einen Oscar für ihre Hauptrolle in dem Ballettdrama "Black Swan" bekommen.

Danny Boyle legt Regie für neuen Bond-Film nieder

Kreative Differenzen zwischen Regisseur und Produktionsteam

Das nächste James-Bond-Film muss ohne den Oscar-Preisträger Danny Boyle auskommen. Der Brite ist als Regisseur des 25. "007"-Abenteuers abgesprungen. Die Filmproduzenten und Hauptdarsteller Daniel Craig teilten mit, es habe "kreative Differenzen" gegeben. Boyle wurde für Kultfilme wie "Trainspotting" und "Slumdog Millionaire" mit Golden Globes und Oscars ausgezeichnet. Erst im Mai dieses Jahres hatte die "James-Bond"-Produktionsfirma Eon Productions verkündet, sie habe Boyle für die Regie verpflichtet. Im Dezember sollten die Dreharbeiten beginnen, im Herbst 2019 sollte der Film in Großbritannien in die Kinos kommen. Wer nun statt Boyle auf dem Regiestuhl Platz nehmen wird, ist noch nicht bekannt.

Deniz Yücel erhält Medienpreis

Der Journalist wird für seinen Mut und sein Unbestechlichkeit ausgezeichnet

Der bis zum vergangenen Februar in der Türkei inhaftierte Journalist Deniz Yücel erhält in diesem Jahr den Medienpreis M100 Media Award. Mit der Verleihung am 18. September in Potsdam solle die "mutige und unbestechliche Arbeit" des "Welt"-Korrespondenten gewürdigt werden. Zugleich soll an alle in der Türkei inhaftierten Journalisten erinnert werden, teilten die Preisverleiher vom Sanssouci Colloquium mit. Auch unter dem Druck seines einjährigen Gefängnisaufenthalts in der Türkei habe sich Yücel weder Denk- noch Sprechverbote erteilen lassen, befand die Jury. Zu den früheren Preisträgern gehören der italienische Mafiaexperte Roberto Saviano, das französische Satiremagazin "Charlie Hebdo" und der ehemalige Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher.

Benedikt von Peter wird Intendant am Theater Basel

Er folgt auf Andreas Beck

Benedikt von Peter verlässt das Theater Luzern und wird neuer Intendant am Theater Basel. Der 41-Jährige aus Köln tritt in der Spielzeit 2020/21 die Nachfolge von Andreas Beck an, der ans Residenztheater München wechselt. Der 41-Jährige studierte in Bonn Musikwissenschaft, Germanistik, Jura und Gesang. Danach war er an verschiedenen Häusern Regieassistent und gründete ein freies Theaterkollektiv. Anschließend inszenierte er an Theatern und Opern in Deutschland und der Schweiz, unter anderem an der Oper Frankfurt und der Deutschen Oper Berlin. Seit der Spielzeit 2016/2017 ist er Intendant in Luzern.

Kulturnachrichten hören

August 2018
MO DI MI DO FR SA SO
30 31 1 2 3 4 5
6 7 8 9 10 11 12
13 14 15 16 17 18 19
20 21 22 23 24 25 26
27 28 29 30 31 1 2

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur