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Kulturnachrichten

Mittwoch, 4. November 2020

Deutscher Bühnenverein braucht neuen Präsidenten

Theaterintendant Ulrich Khuon gebe das Ehrenamt nach einer Amtszeit ab, teilte der Deutsche Bühnenverein mit. Khuon ist Intendant des Deutschen Theaters in Berlin und stand seit 2017 an der Spitze des Branchenverbands. Eine Nachfolgerin oder ein Nachfolger soll nun per Brief gewählt und zur Jahreshauptversammlung am 21. November vorgestellt werden. Wegen der Pandemie findet das Treffen digital statt.

"Fiktiver Unternehmerlohn" für Einnahmeausfälle

Um die Einnahmeausfälle der Kultur- und Veranstaltungsbranche auszugleichen, sollen die Betroffenen während des Teil-Lockdowns im November vom Staat einen "fiktiven Unternehmerlohn" erhalten. Wie Regierungssprecher Seibert in Berlin ankündigte, sollen Kulturunternehmen 75 Prozent ihres Umsatzes als direkte Hilfe bekommen. Solo-Selbstständige könnten dabei wahlweise den Umsatz des Novembers 2019 oder ihren monatlichen Durchschnittsverdienst des Vorjahres zugrunde legen. Staatliche Hilfen gebe es auch für diejenigen, die indirekt von den coronabedingten Schließungen betroffen seien, betonte Seibert. Anspruchsberechtigt seien alle Unternehmen, die regelmäßig 80 Prozent ihrer Umsätze mit Einrichtungen erzielten, die jetzt geschlossen seien.

Dieter Hallervorden geht gegen Theaterschließung vor

Der Kabarettist Dieter Hallervorden will die coronabedingte Schließung seines Berliner Schlosspark Theaters nicht hinnehmen und hat einen Eilantrag beim Verwaltungsgericht eingereicht. Der 85-Jährige bestätigte heute einen entsprechenden Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Er halte die politische Entscheidung für unverhältnismäßig und in Teilen für rechtswidrig, sagte Hallervorden der Deutschen Presse-Agentur. Er berufe sich dabei auf die Freiheit der Kunst, die im Gegensatz zur Freiheit der Berufsausübung keine Einschränkungen kenne. Wann das Gericht über den Antrag entscheidet, ist noch unklar. Laut Infektionsschutzverordnung des Landes Berlin sind unter anderem Konzerte und Theateraufführungen vor Publikums seit dieser Woche bis Ende November verboten.

Grönemeyer: Reiche sollten die Kultur unterstützen

Der Sänger Herbert Grönemeyer hat die Reichen in Deutschland aufgerufen, die von der Corona-Krise hart getroffene Kunst- und Kulturszene zu unterstützen. Eine Gesellschaft sei wie eine Familie, sagte der Musiker der Wochenzeitung "Die Zeit". Nicht nur die Regierung, auch eine Gesellschaft, eine Familie müsse sich bewegen und handeln und tun, was sie könne. Der Zeitpunkt für den ersten Schritt sei jetzt, sagte der 64-Jährige. Kultur stütze die Menschen in Verzweiflung und Trauer wie bei ihrer Lust und Freude. Sie sei wesentlicher Teil des gesellschaftlichen Lebens. Wenn sich die Wohlhabendsten bereit erklären, zwei Mal im Jahr 50.000 bis 150.000 Euro zu spenden, stünden ad hoc circa 200 Milliarden Euro pro Jahr bereit, so Grönemeyer.

Neue Stipendiaten für Villa Aurora ausgewählt

Die Schriftsteller Kurt Drawert und Lukas Rietzschel, der Literaturkritiker Ijoma Mangold und die Regisseurin Nora Fingscheidt gehören zu den neuen Stipendiaten der Villa Aurora in Los Angeles. Sie seien für einen Aufenthalt in der Künstlerresidenz Villa Aurora, dem ehemaligen Exildomizil des Schriftstellers Lion Feuchtwanger in der kalifornischen Metropole ausgewählt worden, teilte der Verein Villa Aurora & Thomas Mann House in Berlin mit. Der Verein vergibt Stipendien in den beiden Residenzen Villa Aurora und Thomas Mann House in Pacific Palisades, einem Stadtteil von Los Angeles. Der Verein wird vom Auswärtigen Amt und von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien gefördert.

Deutscher Filmpreis wird erst im Herbst vergeben

Der Deutsche Filmpreis soll im nächsten Jahr nicht wie gewohnt im Frühjahr, sondern erst im Herbst verliehen werden. Der Präsident der Deutschen Filmakademie, Ulrich Matthes, begründet das mit den Auswirkungen der Pandemie. Mit der Verlegung auf den 1. Oktober solle mehr Flexibilität für Verleiher und Produzenten geschaffen werden, so Matthes. Der Deutsche Filmpreis gilt als wichtigste nationale Auszeichnung in der Branche. Die rund 2000 Mitglieder der Deutschen Filmakademie stimmen über die Preisträger ab. Das Preisgeld von insgesamt rund drei Millionen Euro kommt aus dem Haus von Kulturstaatsministerin Monika Grütters.

Schauspieler Dietrich Adam gestorben

Der Schauspieler Dietrich Adam ist tot. Er starb bereits am Montag im Alter von 67 Jahren in Berlin, teilte sein Management mit. Auch auf seinem Instagram-Profil wurde sein Tod bekanntgemacht. Adam war in den vergangenen Jahrzehnten in zahlreichen TV-Serien und -Filmen zu sehen. Bekannt ist er auch aus der ARD-Serie "Sturm der Liebe", in der er zwischen 2013 und 2017 dabei war. Auch in Liebes- und Familienfilmen der Reihe "Inga Lindström" war er zu sehen und zuletzt in der ZDF-Reihe "Tonio und Julia".

Künstler unterzeichnen Appell an Bundesregierung

Zahlreiche Künstler haben einen Aufruf für mehr Corona-Hilfen von Selbstständigen unterzeichnet. In dem von der Grünen-Fraktionsvorsitzenden Katrin Göring-Eckardt initiierten Appell wird die Bundesregierung aufgefordert, die "Belange der Solo-Selbstständigen und Freiberufler endlich ernst zu nehmen und sie auch auf höchster Ebene bei der Ausgestaltung und Nachbesserung von Hilfsprogrammen zu konsultieren." Die bestehenden Überbrückungshilfen sollten entbürokratisiert und für mehr Betroffene zugänglich gemacht werden. Zudem fordern die über 140 Erst-Unterzeichner, den Weg für einen Unternehmerlohn frei zu machen. Sie kritisieren, dass zu dem heutigen Gespräch von Kanzlerin Merkel mit den Wirtschaftsverbänden erneut keine Vertreter von Selbstständigen und Freiberuflern oder von Kunst- und Kultur eingeladen wurden.

Deutsche Stiftung Lesen vergibt Lesepreis

Der Deutsche Lesepreis geht in diesem Jahr an 16 Einzelpersonen, Kitas, Schulen und Initiativen. Die Schirmherrin, Kulturstaatsministerin Grütters erklärte in einer Mitteilung der Stiftung Lesen, die vergangenen Monate hätten einmal mehr gezeigt, wie wichtig Lesen als Wissensquelle und Seelentröster sei. Die zeitlose Qualität und Bedeutung des Mediums Buch zeigt sich gerade in schwierigen Zeiten, erklärte Grütters. Neben dem Sonderpreis für prominentes Engagement für die Schauspielerin Anette Frier wird die Auszeichnungen in sechs Kategorien verliehen. Der mit insgesamt 25.000 Euro dotierte Lesepreis wird seit 2013 von der Stiftung Lesen in Mainz und der Commerzbank-Stiftung in Frankfurt am Main vergeben, in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie ausschließlich digital.

Britischer Schauspieler John Sessions ist tot

Der britische Schauspieler und Comedian John Sessions ist tot. Sessions sei am Montag in seiner Wohnung im Londoner Süden an einem Herzleiden gestorben, teilte sein Agent mit. Der gebürtige Schotte wurde 67 Jahre alt. Bekannt war er insbesondere für seine regelmäßigen Auftritte in der Puppen-Kultserie "Spitting Image" und in der Show "Whose Line Is It Anyway?". Im Londoner West End trat Sessions in den 80er Jahren außerdem in One-Man-Shows auf.

Städtetag fordert Finanzhilfen für Museen und Theater

Angesichts der Schließung von Kultur- und Freizeiteinrichtungen wegen der Corona-Pandemie fordert der Deutsche Städtetag finanzielle Unterstützung für Theater, Zoos und Museen. Auch die kommunalen Unternehmen und Kultureinrichtungen müssten von den kurzfristigen Wirtschaftshilfen für den November profitieren, die der Bund jetzt zeitnah auflege, sagte Städtetagspräsident Burkhard Jung den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Der Leipziger Oberbürgermeister nannte als weitere Beispiele Messen, Kongresszentren oder kommunale Konzerthäuser. Die Betriebe und Einrichtungen hätten viel in Hygienestandards investiert, um trotz Corona ihre Dienstleistungen anzubieten. Nun müssten ihnen entfallende Umsätze zumindest in Teilen ausgeglichen werden.

Regisseur Ostermeier fordert Corona-Hilfen

Der Regisseur Thomas Ostermeier hat sich für langfristige Corona-Maßnahmen bei Theatern ausgesprochen. Die "Unsicherheit dieser Wellen des Lockdowns light" sei für das Theater einfach nicht gut, sagte der Künstlerische Leiter der Berliner Schaubühne im Deutschandfunk Kultur. Er plädiere daher für eine Schließung der Theater während des gesamten Winters: "Wenn wir schon im späten November absehen können, dass der Dezember auch wieder zu ist, dann lasst uns doch bitte auch gleich noch Januar und Februar zu lassen und dafür im Sommer spielen." So könnten die Theater auch besser planen. Die Berliner Schaubühne musste bereits zum zweiten Mal wegen des Lockdowns der Theater eine geplante Premiere absagen.

Verwaltungsgericht Berlin bestätigt Konzertverbot

Das Berliner Verwaltungsgericht hat das in der Corona-Verordnung vorgesehene Konzertverbot des Berliner Senats bestätigt. Einen Eilantrag zweier Pianisten gegen das Verbot wies das Gericht zurück. Die Musiker wollten damit ein geplantes Konzert am Dienstagabend im Appollo-Saal der Staatsoper Unter den Linden durchsetzen, wie das Gericht mitteilte. Das Verbot dient dem Gericht zufolge gemeinsam mit anderen Vorschriften "dem legitimen Zweck, Neuinfektionen mit der Krankheit Covid-19 soweit als möglich vorzubeugen". Die neue Verordnung gilt seit dieser Woche und schreibt neben dem Verbot der Konzerte auch vor, dass Kneipen, Restaurants und Bars sowie weitere Freizeitorte während des Novembers schließen müssen. Dagegen liegen beim Verwaltungsgericht mehrere Dutzend Eilanträge vor. Wann über diese entschieden wird, ist noch unklar.

Archiv von Schriftsteller Esterházy geht nach Berlin

Der literarische Nachlass des ungarischen Schriftstellers Péter Esterházy geht in die Verantwortung der Akademie der Künste in Berlin über. Esterházy war seit 1998 Mitglied der Künstlergemeinschaft. Als europäischer Intellektueller habe er zeitlebens den Dialog mit Kulturschaffenden aus unterschiedlichsten Bereichen gesucht, hieß es von der Akademie. Das Archiv umfasst laut Akademie Material aus der Zeit von 1968 bis 2016, darunter die Manuskripte sämtlicher Werke Esterházys mit Entwürfen und Vorstufen. Desweitern zählen Arbeitsnotizen und Recherchematerial dazu, die einen Einblicke in die Arbeitsweise des Autors ermöglichen.

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