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Aktuell / Archiv | Beitrag vom 12.10.2015

Deutscher Buchpreis für Frank Witzel "Ein genialisches Sprachkunstwerk"

Der Autor Frank Witzel, Gewinner des Deutschen Buchpreises 2015, steht nach der Preisverleihung am 12.10.2015 im Römer in Frankfurt am Main auf der Bühne. (picture alliance / dpa / Arne Dedert)
Der frischgebackene Gewinner: der Autor Frank Witzel bei der Verleihung des Buchpreises. (picture alliance / dpa / Arne Dedert)

Der wichtigste Literaturpreis für deutschsprachige Autoren geht an Frank Witzel. An seinem Roman ist nicht nur der Titel ungewöhnlich: "Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969". Die Jury spricht von einer "Mischung aus Wahn und Witz".

Nach Meinung der sieben Juroren hat Frank Witzel den besten deutschsprachigen Roman des Jahres geschrieben. Sein Buch sei ein "genialisches Sprachkunstwerk" und zugleich "ein Kompendium aus Pop, Politik und Paranoia", hieß es in der Begründung am Montagabend im Frankfurter Römer.

"Frank Witzels Werk ist ein im besten Sinne maßloses Romankonstrukt", erläuterte die Jury. Der Roman "Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969" sei "in seiner Mischung aus Wahn und Witz, formalem Wagemut und zeitgeschichtlicher Panoramatik einzigartig in der deutschsprachigen Literatur".

Der Geehrte bedankte sich bei den Juroren und zeigte sich bereits von der Nominierung überrascht. Der Autor sagte, es sei "eine mutige Entscheidung" gewesen, ihn in die Shortlist der Nominierten aufzunehmen. Er reagierte mit Witz und Ironie - und der Erlaubnis, seinen kaum aussprechbaren Roman namens "Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969" ab sofort abzukürzen. 

Nominiert waren für den Preis außerdem:

- Jenny Erpenbeck - "Gehen, ging, gegangen" 

- Rolf Lappert - "Über den Winter"

- Inger-Maria Mahlke - "Wie Ihr wollt"

- Ulrich Peltzer - "Das bessere Leben"

- Monique Schwitter - "Eins im Andern"

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels vergibt die wichtigste Literaturauszeichnung in Deutschland jedes Jahr im Vorfeld der Frankfurter Buchmesse. Der Gewinner erhält 25 000 Euro, die übrigen Finalisten je 2500 Euro. Im vergangenen Jahr gewann Lutz Seile den Buchpreis für seinen Aussteigerroman "Kruso", der die letzten Jahre der DDR auf der Ostsee-Insel Hiddensee beschreibt.

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Ein Interview mit dem Gewinner des Deutschen Buchpreises 2015 hören Sie ab 23:05 in der Sendung "Fazit".

Studio 9

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