Sonntag, 15.12.2019
 

Kulturnachrichten

Mittwoch, 2. Juli 2014

Deutscher Bildhauer entwirft Denkmal für Résistance-Kämpfer

Stephan Balkenhols Skulptur ehrt französischen Résistance-Kämpfer Jean Moulin in Metz.

«Es ist nicht nur eine Hommage an Jean Moulin, sondern bezeugt auch die deutsch-französische Freundschaft», sagte Balkenhol der Nachrichtenagentur dpa. Der Professor an der Karlsruher Kunstakademie hatte zuletzt das Richard-Wagner-Denkmal für Leipzig entworfen. Seine Moulin-Skulptur wird am 10. Juli im Bahnhof Metz aufgestellt. Dort wurde der Koordinator des französischen Widerstandes am 8. Juli 1943 für tot erklärt.

Fluchen in Russland verboten

Nicht nur im Alltag, sondern auch in den Medien, im Kino und im Theater kann das Fluchen künftig teuer werden.

Wer sich in Russland dennoch mit Kraftausdrücken Luft macht, muss mit Geldstrafen rechnen - im Fall von Künstlern sogar mit Berufsverbot. Das bringt den Schriftsteller Vladimir Kaminer in Rage. Im Deutschlandradio Kultur sagte er: "Dieses sogenannte Fluchen diente schon immer als Ersatzsprache. Es ist viel mehr als nur bloßes Schimpfen. Es war sehr lange die einzige Möglichkeit für die Menschen, über ihre aktuelle Lebenssituation miteinander zu reden. Zur Zeit sehen wir, dass beinahe jede Woche den Bürgern die letzten Freiheiten entzogen werden. Sie dürfen sich nicht versammeln, sie dürfen nicht demonstrieren, sie dürfen überhaupt keine andere Meinung haben als ihr Präsident und jetzt dürfen sie nicht mal darüber reden."

Dabei könne man über die zeitgenössische Situation –so Kaminer- überhaupt nur noch fluchend reden. Er schätze die russische Schimpfsprache dafür, dass sie sehr kompakt sei. Man könne mit einem Wort die gesamte politische Situation ausdrücken. Ein Beispiel sei das Wort "Pisdez". Das beschreibe eine katastrophale Situation, aus der es keinen Ausweg gäbe.

Russlands Sprachreiniger haben längst weitere Ziele. Ein ultranationalistischer Abgeordneter hat einen Gesetzesvorschlag im Parlament eingebracht, wonach auch englische und andere ausländische Wörter verboten werden sollen, wenn es für sie einen russischen Ausdruck gibt.

Käthe-Kollwitz-Preis für Corinne Wasmuht

An diesem Donnerstag bekommt die Malerin und Kunstprofessorin die mit 12.000 Euro dotierte Auszeichnung der Akademie der Künste in Berlin

Zugleich wird dort eine Ausstellung mit rund 20 Arbeiten eröffnet. Zumeist sind es riesige Ölgemälde, die die Weite und Geschwindigkeit der vernetzten Gegenwartskultur reflektieren. Corinne Wasmuht sagte im Deutschlandradio Kultur, ihre Bilder bräuchten diese Größe. Wenn sie sie mit der gleichen Fülle an Informationen kleiner malen würde, könnte man gar nichts mehr erkennen.
Corinne Wasmuht fotografiert, was immer ihre Netzhaut streift. Anschließend übermalt sie die Bilder, die einen ständigen Input aufgreifen - aus Alltagsgeschehen und Wissenschaft, Film und Fernsehen, Internet, Architektur und urbanem Leben.

Corinne Wasmuht ist in Argentinien und Peru aufgewachsen und lebt heute in Berlin. Seit 2006 lehrt sie als Professorin an der Kunstakademie Karlsruhe.

Hermann-Hesse-Preis für Nicholson Baker

Traditionsgemäß wird der mit 15.000 Euro dotierte Preis am 2.Juli übergeben, dem Geburtstag Hermann Hesses

Geehrt wurden der 67 Jahre alte New Yorker Schriftsteller Nicholson Baker und sein deutscher Übersetzer Eike Schönfeld. Baker sei ein großer Beschreibungskünstler, der wie Hermann Hesse furchtlos und mit großem moralischen Ernst in Grenzbereiche von Geschichte und Politik, Psychologie und Pornographie vordringe– so die Begründung der Jury, zu der neben anderen Aris Fioretos, Michael Krüger und Denis Scheck gehören.

Friedenspreis des Deutschen Films für "Mandela"

Der britische Regisseur Justin Chadwick wird an diesem Donnerstag auf dem Filmfest München für seinen Film "Mandela - Der lange Weg zur Freiheit" ausgezeichnet.

Darin zeichnet der Regisseur das Leben des 2013 verstorbenen Friedensnobelpreisträgers Nelson Mandela nach. Der Film zeige den Anti-Apartheid-Kämpfer und früheren Präsidenten Südafrikas als ausgezeichnetes Beispiel für eine unbeugsame Haltung, für Aufklärung und Verantwortung. Er verurteilte jede Art von Menschenverachtung und Machtmissbrauch, begründete die Jury ihre Entscheidung. Verliehen wird der mit 10.000 Euro dotierte Preis mit dem Namen "Die Brücke" vom Bernhard-Wicki-Gedächtnisfond. Justin Chadwick wird ihn im Münchner
Cuvilliés-Theater entgegennehmen. Als Laudator wird
Bundesaußenminister Frank Walter Steinmeier (SPD) erwartet.

Der beste Vorleser Deutschlands kommt aus Mecklenburg-Vorpommern

Der Schüler Luis Omer Dzananovic hat den Vorlesewettbewerb des Deutschen Buchhandels gewonnen

Der 12-Jährige von der Regionalen Schule in Zahna las heute aus dem Buch "Der Zufall kann mich" mal von Martin Gülich vor und setzte sich damit gegen 15 andere Sieger der Landeswettbewerbe durch. Das Finale fand in Berlin statt. Rund 575.000 Schülerinnen und Schüler aus 7.200 Schulen haben in diesem Jahr am Vorlesewettbewerb teilgenommen und aus ihren Lieblingsbüchern vorgelesen. Nach den schulinternen Vorrunden fanden rund 650 Regionalwettbewerbe statt. Der Börsenverein hat den Vorlesewettbewerb vor 55 Jahren ins Leben gerufen, um Begeisterung für das Lesen zu wecken.

Archäologischer Sensationsfund im Hunsrück

Erstmals sind in Deutschland altsteinzeitliche Felsgravuren entdeckt worden

Der Hinweis kam von einem archäologiebegeisterten Bürger aus Gondershausen im Hunsrück und stellte sich den Fachleuten als "absolute Sensation" dar, wie es die rheinland-pfälzische Kulturministerin Doris Ahnen begeistert formulierte. Für die Archäologen handelt es sich dabei um den bisher nördlichsten Fund paläolithischer Felskunst in Europa, entstanden vor etwa 25.000 Jahren. Die Gravuren auf einer rund 1,2 Quadratmeter großen Schieferfläche zeigen drei Pferde - die typische Thematik paläolithischer Kunst, die Jagd oder die Tierwelt im Umfeld der Menschen, so die Wissenschaftler. Bei diesem "ganz großen Glücksfall" handelt es wohl um den Rest einer größeren Ansammlung von Gravuren. «Wir vermuten, daß ein Teil der Schieferfläche in der
Römerzeit als Steinbruch für den Bau von Häusern und Villen in der
Umgebung genutzt wurde», so Landesarchäologe Axel von Berg.

Deutsche Kultureinrichtungen auf Roter Liste

Der Deutsche Kulturrat hält vier weitere Kulturinstitutionen für bedroht

Nach dem Institut für Theaterwissenschaften stehe nun auch das Institut für Klassische
Archäologie der Universität Leipzig vor der Schließung, teilte der Kulturrat mit.
Gefährdet seien zudem das Museum Reichenfels im thüringischen Hohenleuben (Landkreis Greiz) sowie die Stadtteilbibliothek Großauheim iin Hanau (Hessen).
Auf der Vorwarnliste steht auch das multifunktionale Kultur- und
Veranstaltungszentrum Kaminwerk im bayrisch-schwäbischen Memmingen.
Grund ist die Finanzlage. Der Kulturrat erstellt regelmäßig eine Rote Liste der bedrohten Kultureinrichtungen in Deutschland. Aktuell sind 28 Einrichtungen aufgeführt.

Hollywood-Regisseur Paul Mazursky tot

Multitalent stirbt mit 84 Jahren in Los Angeles.

Der amerikanische Regisseur Paul Mazursky, der als Drehbuchautor und Produzent seiner Regiewerke fünf Mal für einen Oscar nominiert war, ist am Montag an Herzversagen gestorben. Der gebürtige New Yorker, Nachfahre jüdischer Immigranten aus der Ukraine, machte als Darsteller, Drehbuchautor und Regisseur Karriere.
Als Schauspieler war Mazursky in Stanley Kubricks erstem Spielfilm «Fear and Desire» (1953) zu sehen, später auch in dem Kassenschlager «Die Saat der Gewalt» (1955) von Richard Brooks. Ende der 1960er Jahre wechselte er als Regisseur hinter die Kamera und drehte unter anderem das Drama «Eine entheiratete Frau» (1978) und die Komödie «Ein ganz normaler Hochzeitstag» mit Woody Allen und Bette Midler.

Universität Halle wählt neuen Rektor

Die Martin-Luther-Universität in Halle bestimmt heute ihren neuen Chef.

Um das Amt wetteifern der bisherige Rektor und Theologe Udo Sträter und die amtierende Prorektorin für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs Gesine Foljanty-Jost. In dem aufwendigen Verfahren um die Findung von Kandidaten hatte sich eine Kommission für die Beiden entschieden. Nun soll der erweiterte Senat der Universität eine endgültige Entscheidung treffen. Am Nachmittag soll sie bekanntgegeben werden. Die neue Amtszeit vom Rektor beginnt am 1. September. An der Uni Halle gibt es 20 000 Studenten.

Mineralwasserflasche überdauert 200 Jahre am Meeresboden

Archäologische Sensation in der Ostsee

Polnische Meereswissenschaftler haben bei Tauchgängen in der Danziger Bucht eine rund 200 Jahre alte Flasche mit Mineralwasser gefunden. Die Steingutflasche ist ungewöhnlich gut erhalten und stammt vermutlich aus den Jahren zwischen 1806 und 1830, teilte das Meeresmuseum in Danzig mit. Sogar die Selters-Prägung des Unternehmens aus dem hessischen Limburg-Weilburg ist noch ausgezeichnet zu erkennen und sie ist offenbar noch original verkorkt. In dem Schiffswrack wurden außerdem Geschirr und Besteck gefunden.

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