Freistil, vom 29.12.2019, 20:05 Uhr

Deutsche WerbeweltenDa weiß man, was man hat

Von Henrik von Holtum

"Sie baden gerade ihre Hände darin. – In Geschirrspülmittel? – Nein, in Palmolive!" – Wer damit groß geworden ist, wird es nie wieder los. Man wünschte sich, Schulwissen wäre derart ins Hirn gebrannt. Werbeclaims gehören zu den Botschaften, die das Unterbewusste besonders aggressiv attackieren.

Ein altes Werbeplakat für den VW Käfer. (imago / teutopress)
"Er läuft und läuft und läuft": Der Werbeslogan für den VW-Käfer ist legendär. (imago / teutopress)

Werbemelodien sind die haltbarsten Ohrwürmer, graben sich tief in die Erinnerungen und steigen zu den unpassendsten Momenten aus der Tiefe wieder auf.

Diese Töne aus deutscher Fernsehwerbung von 1945 bis heute bilden das Ausgangsmaterial für dieses Feature. Wenn man es ernst meint, könnte man wahrscheinlich jede gesellschaftliche Entwicklung anhand von Werbung sichtbar machen. Aber ganz so ernst ist das Feature nicht. Es werden Botschaften aus dem Kontext gerissen, aus kindlicher Freude an der akustischen Tortenschlacht, und es wird zusammengebracht, was nicht zusammengehört.

Diese Selbstermächtigung hat dann aber doch noch einen Nebeneffekt: Der Blick auf das Material wird schärfer, es lässt sich klarer sehen, welche Welt uns verkauft werden soll.

Da weiß man, was man hat
Deutsche Werbewelten
Von Henrik von Holtum

Regie: der Autor
Redaktion Dlf: Klaus Pilger
Produktion: SWR 2018

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