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Konzert / Archiv | Beitrag vom 30.09.2020

Deutsche StreicherphilharmonieKonzert für 30 Jahre Deutsche Wiedervereinigung

Moderation: Carola Malter

Die Mitglieder der Deutschen Streicherphilharmonie stehen im Park vor Schloss Rheinsberg. (VdM / Brigitte Baldes)
Die Deutsche Streicherphilharmonie sind eigentlich viel unterwegs, hier in Rheinsberg. (VdM / Brigitte Baldes)

Als "Orchester der Wiedervereinigung" bezeichnete Richard von Weizecker einst die Deutsche Streicherphilharmonie. 2020 wollten in allen 16 Bundesländern konzertieren, da wo sie eigentlich zu Hause sind. Immerhin: das Jubiläumskonzert in Berlin findet statt.

Am Anfang stand eine kühne Idee: im Jahr der deutschen Wiedervereinigung würde die DSP durch alle 16 Bundesländern touren. Als Zeichen für ein Miteinander und die verbindende Kraft der Musik für die Menschen und die Gesellschaft, denn schließlich spielen in diesem jungen Spitzenorchester Musikschüler aus Ost und West, aus Berlin und München, aus Rheinland-Pfalz und Sachsen.

Eine große Erfolgsgeschichte

Das Orchester wurde 1973 in Ostberlin als Rundfunk-Musikschulorchester der DDR unter der Leitung von Helmut Koch gegründet. Das junge Ensemble begeisterte mit seinem exzellenten Spiel. Nach dem Fall der Mauer 1989 stellte sich für das Orchester die Frage: wie geht es weiter?

Schließlich öffnete das damalige Jugendministerium mit der Ministerin Angela Merkel die Türen für eine neue Zukunft. Seit 1991 ist die Deutsche Streicherphilharmonie in der Trägerschaft des Verbandes deutscher Musikschulen.

Die 11- bis 20j-ährigen Streicherinnen treffen sich mehrmals im Jahr zu intensiven Probenphasen mit anschließenden Konzerttourneen. Gecoacht werden die rund 60 Mitglieder von der ersten Stunde an von Mentoren des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin. Seit Generationen wird auf diese Weise die Klangtradition des namhaften Orchesters weitergetragen und gepflegt.

Erfolgreiche Talenteschmiede

Viele ehemalige Mitglieder spielen inzwischen in namhaften Orchestern wie den Wiener oder Münchner Philharmonikern, der Sächsischen Staatskapelle oder dem Metropolitan Opera Orchestra New York.

Doch nicht alle werden Profimusiker, dem Orchester jedoch und der Musik bleiben sie fast immer ein Leben lang treu. Seit 2013 ist der Geiger Wolfgang Hentrich der künstlerische Leiter der DSP.

Orchester der Wiedervereinigung

Als "Orchester der Wiedervereinigung" bezeichnete Richard von Weizecker einst die Deutsche Streicherphilharmonie.

Junge Streicher musizieren im Konzert (DSP/ Björn Kadenbach)Deutsche Streicherphilharmonie spielt unter der Leitung von Wolfgang Hentrich. (DSP/ Björn Kadenbach)

Über 20 Konzerte waren für 2020 – dem Jahr der deutschen Einheit -  geplant, ein großes Vorhaben, das bereits viele Unterstützer gefunden hatte und das dann doch durch die Corona-Pandemie abgesagt werden musste. Im Herbst sind nun einige Konzert wieder möglich.

Im Konzerthaus Berlin spielen die Deutsche Streicherphilharmonie und der Schlagzeuger Alexej Gerassimez unter der Leitung von Wolfgang Hentrich.

Live aus dem Konzerthaus Berlin

Dietrich Zöllner
"Poco insanimus" für Streichorchester (2019)

Ney Rosauro
Konzert für Marimbaphon und Streichorchester Nr.1 op.12

Dmitri Schostakowitsch
Kammersinfonie c-Moll op.110a
(nach dem Streichquartett Nr.8 c-Moll op.110 in der Bearbeitung für Streichorchester von Rudolf Barschai)

Ludwig van Beethoven
Lento assai e cantate tranquillo
a.d. Streichquartett F-Dur op.135 in einer Bearbeitung für Streichquartett

Alexej Gerassimez, Schlagzeug
Deutsche Streicherphilharmonie
Leitung: Wolfgang Hentrich

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