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Kulturnachrichten

Sonntag, 22. November 2015

Deutsche Nachwuchsfilmpreise in Hannover verliehen

Internationales Film Fest "up and coming" endete am Sonntag

Mit der Verleihung des Deutschen Nachwuchsfilmpreises an vier junge Produzenten ging das Internationale Film Festival Hannover zu Ende. Joana Stamer aus Hannover erhielt die Auszeichnung für den Film mit dem plattdeutschen Titel "Reynke de vos" (Reineke der Fuchs). Für den Streifen "Zuhause" wurde Friedrich Tiedtke aus Bohnert in Schleswig-Holstein geehrt. Samuel Hölscher und Melanie Waelde aus Berlin bekamen den Preis für "Like in Africa". Die Auszeichnungen sind mit jeweils 2.000 Euro dotiert. Zusätzlich bekommen die Gewinner Paten an die Seite gestellt, die sie bei künftigen Projekten unterstützen. Ein Sonderpreis der Jury ging an Lotta Schwerk aus Berlin für "Okay". Sie erhielt ein von allen Juroren privat gestiftetes Preisgeld von 500 Euro. Eine lobende Erwähnung bekam der Film "Otto der Fresssack" von Lina Terechin aus Reutlingen.

Kleist-Preis an Monika Rinck verliehen

Laudatio Im Berliner Ensemble hielt Heinrich Detering

Die Berliner Autorin Monika Rinck hat den diesjährigen Kleist-Preis im Theater am Schiffbauerdamm verliehen bekommen. Die Laudatio hielt der Präsident der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, Heinrich Detering. Er hat – als von der Jury der Heinrich-von-Kleist-Gesellschaft gewählte Vertrauensperson – Rinck in alleiniger Verantwortung, der Tradition des Kleist-Preises gemäß, zur Preisträgerin bestimmt. Die Matinee zur Preisverleihung wurde vom Chef des Berliner Ensembles, Claus Peymann, inszeniert. Bekannt wurde Rinck durch Lyrik, Prosa und Essays, durch interdisziplinäre wie intermediale Grenzüberschreitungen. „Rincks Registerreichtum ist so stupend wie ihr Witz. Ihre Texte können alles zugleich sein: virtuos und gelehrsam, berührend und pointenreich, humorvoll und melancholisch, so die Begründung. Ihr Werk wurde bereits mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Ernst-Meister-Preis 2008, dem Georg-K.- Glaser-Preis 2010, dem Berliner Kunstpreis-Literatur 2012 und dem Peter-Huchel-Preis 2013.

Mehr Besucher bei Messe Cologne Fine Art

Ausweitung auf zeitgenössische Kunst verhalf zum Anstieg

Die Ausweitung der Cologne Fine Art auf zeitgenössische Kunst hat der Messe zu einem Besucheranstieg verholfen. Zu der sechstägigen Schau seien rund 15 500 Besucher gekommen, etwa 1500 mehr als im Vorjahr, teilten die Veranstalter mit. An der Messe beteiligten sich 107 Galerien und Kunsthändler, deren Spektrum von der Antike bis zum 20. Jahrhundert reichte. Erstmals wurden Kunstwerke angeboten, die nach dem Jahr 2000 entstanden sind. Die 40 Aussteller aus diesem Bereich kamen alle aus dem Rheinland und wurden von der Messe speziell eingeladen. "Das Experiment ist geglückt", sagte Cornelia Zinken, Direktorin der Cologne Fine Art.

Ralph Siegel sieht Ruf des ESC nicht in Gefahr

Produzent wünscht sich klassischen Vorentscheid mit Publikumsabstimmung

Der Komponist und Produzent Ralph Siegel sieht den Ruf des Eurovision Song Contest nach dem Debakel um die Nominierung Xavier Naidoos nicht in Gefahr. "Es ist eines der vielen Probleme, die immer wieder in regionalen Vorausscheidungen vorkommen - egal in welchem Land oder mit welchem Lied oder Interpreten", sagte er "Focus Online". Xavier Naidoo könne einem leidtun, der Sänger werde sich aber "mit seinen guten Songs und Sendungen" wieder von den "paar Imageverletzungen" erholen, ist Siegel überzeugt. Der NDR hatte Naidoo am Donnerstag für den ESC nominiert - und diesen Beschluss nach heftiger Kritik am Samstag wieder zurückgezogen. ARD und NDR machten es sich aus seiner Sicht schwerer als nötig, erklärte der Produzent. Das Publikum habe deutlich gezeigt, dass es den ESC-Repräsentanten selbst wählen wolle. Er wünsche sich, dass der NDR nun einen Vorentscheid mit Publikumsabstimmung und geeigneten Künstlern organisiere. Er selbst zum Beispiel würde gern wieder einmal für Deutschland ins ESC-Rennen gehen, erklärte Siegel.

Wiener Philharmoniker schaffen Haus für Asylsuchende

Benefizkonzert in St. Pölten geplant

Die Wiener Philharmoniker organisieren eine Unterkunft für Asylsuchende und helfen zugleich als Paten bei der Finanzierung des Projekts. Dafür werde das Orchester unter anderem am 5. Dezember in St. Pölten ein Benefizkonzert geben, berichtete die österreichische Nachrichtenagentur APA. Zudem bitten die Musiker um Spenden für das "Wiener Philharmoniker Haus für Asylsuchende". Es wird in einem ehemaligen Gasthof im niederösterreichischen St. Aegyd eingerichtet und soll ab Anfang kommenden Jahres zur Verfügung stehen. Betrieben wird die Unterkunft vom Diakonie Flüchtlingsdienst. Das Orchester übernimmt eine dauerhafte Patenschaft. Der Gastraum des Hauses soll als Ort für Sprachkurse und Begegnungen eingerichtet werden. Die Philharmoniker wollen in dem Haus auch Kammerkonzerte anbieten und in direkten Kontakt mit den Bewohnern treten. Die örtliche Bevölkerung sei im Vorfeld in die Planungen eingebunden gewesen.

Museum in Teheran zeigt Gemälde von Warhol, Pollock und Bacon

Moderne Kunstsammlung erstmals seit 2005 wieder zu sehen

Erstmals seit Jahren ist in Teheran wieder die berühmte Sammlung des Museums für Zeitgenössische Kunst zu sehen. In dem Museum der iranischen Hauptstadt wurde eine Ausstellung eröffnet, die Gemälde moderner westlicher Künstler wie Andy Warhol, Jackson Pollock, Mark Rothko und Francis Bacon zusammen mit Werken der iranischen Künstlerin Farideh Laschai zeigt. In der Islamischen Republik wurden die Bilder über Jahrzehnte in den Keller verbannt. Die Sammlung gilt als eine der besten Kollektionen westlicher Kunst außerhalb der westlichen Welt. In der jetzigen Ausstellung, die drei Monate zu sehen sein soll, werden 42 Werke westlicher Künstler zusammen mit 130 Arbeiten von Laschai gezeigt. Die Malerin, Autorin und Übersetzerin starb 2013. Die Ausstellung zeigt die vorsichtige Politik der Öffnung des Präsidenten Ruhani. Kulturminister Ali Dschannati sagte bei der Präsentation der Ausstellung, das im Juli unterzeichnete Atomabkommen mit den Weltmächten habe Möglichkeiten zur internationalen Kooperation geschaffen.

Gaby Peters gewinnt Robert-Schuman-Kunstpreis

Ihre Werke sind im Trierer Stadtmuseum Simeonstift zu sehen

Für ihre Installationen und Videokunst ist Gaby Peters mit dem Kunstpreis Robert Schuman 2015 ausgezeichnet worden. Die mit 10 000 Euro dotierte Auszeichnung, die alle zwei Jahre von den Städten Luxemburg, Metz, Saarbrücken und Trier verliehen wird, gelte als wichtigster Preis für zeitgenössische Kunst der Großregion, sagte der Trierer Kulturdezernent Thomas Egger. Der Preis ist nach dem in Luxemburg geborenen französischen Politiker Robert Schuman benannt. Gaby Peters führe "mit feiner Ironie" die "blinde Fortschrittsbegeisterung" einer Gesellschaft ad absurdum, teilte die Jury mit. In ihren Werken schwinge die Einsicht mit, "dass es nicht immer nur vorwärts geht". Peters' Werke sowie die Objekte der anderen 15 Künstler, die sich um den Preis beworben haben, sind bis zum 17. Januar 2016 im Trierer Stadtmuseum Simeonstift zu sehen.

Berliner Philharmoniker in Carnegie Hall umjubelt

Abschluss des Beethoven-Zyklus in New York

Zum Abschluss ihres Beethoven-Zyklus in der New Yorker Carnegie Hall sind die Berliner Philharmoniker unter Simon Rattle frenetisch gefeiert worden. Nach der neunten Symphonie am Samstag Abend jubelten die verwöhnten New Yorker dem Orchester fast acht Minuten zu, riefen "Bravo" und stampften rhythmisch mit den Füßen. Rattle wurde immer wieder begeistert beklatscht. Die Berliner hatten an fünf Abenden alle neun Symphonien von Beethoven gegeben. Fast jeden Abend sprangen die New Yorker nach dem letzten Takt von den Sitzen auf und spendeten stehend Beifall. Alle Konzerte waren ausverkauft.

Wroclawer Premiere von Jelineks Stück stand auf der Kippe

Protestierende versuchten Zugang zum Teatr Polski zu versperren

Schon im Vorfeld der Premiere hatten etwa 40 000 Menschen den Theatermachern Pornographie vorgeworfen und mit einer Petition die Absetzung des Stückes "Der Tod und das Mädchen" von Elfriede Jelinek in Wroclaw gefordert. Bei der Premiere am Samstag gab es dann eine Demonstration vor dem Theater. Die Polizei nahm 20 Protestierende in Gewahrsam. Piotr Glinski, der neue polnische Kulturminister, droht, dem Teatr Polski die Förderung zu streichen und wies die Verwaltung in Niederschlesien an, das Stück von der Bühne zu nehmen. Die Verwaltung weigerte sich, der Aufforderung nachzukommen und teilte mit, einen Eingriff in die künstlerische Freiheit abzulehnen. Der Theaterdirektor des Teatr Polski forderte Glinski im Gegenzug zum Rücktritt auf. In dem Stück gibt es eine etwa zwei Minuten lange Sex-Szene mit professionellen Pornodarstellern. Polen-Korrespondent Martin Sander sagte in einem Gespräch im Deutschlandradio Kultur, er befürchte, dies sei nur ein Vorgeschmack auf die künftige Kulturpolitik der neuen rechtskonservativen Regierung.

Nachlass von Erich Loest versteigert

Auktion erbringt knapp 50 000 Euro

In Leipzig sind Gegenstände aus dem Nachlass des Schriftstellers Erich Loest versteigert worden. Knapp 50 000 Euro erbrachte die Auktion der gut 230 Stücke, wie Galerist Martin Koenitz sagte. Am günstigsten sei ein vom Schriftsteller getragener Strohhut an einen neuen Besitzer gegangen. Er wurde für fünf Euro ersteigert. Die Auktion ging auf eine Initiative von Loests Erben zurück. Der Leipziger Ehrenbürger war 2013 im Alter von 87 Jahren gestorben. Sein bekanntester Roman ist "Nikolaikirche". Gleich zu Beginn kam ein Landschaftsgemälde des Malers Wolfgang Mattheuer unter den Hammer, das nach Angaben der Organisatoren das wertvollste war. Es ging für 17 500 Euro an die Galerie Schwind, die den Nachlass des Malers verwaltet. Begehrt sei auch die Schreibmaschine des Schriftstellers gewesen. Am Ende bekam das Museum den Zuschlag.

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