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Freitag, 04.12.2020
 
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Kulturnachrichten

Freitag, 17. April 2020

Deutsche MeToo-Anlaufstelle meldet 255 Vorfälle

255 Menschen haben sich in den vergangenen anderthalb Jahren bei einer Anlaufstelle für sexuelle Belästigung beim Theater und Film gemeldet. Eine Beraterin der Vertrauensstelle sagte dem Magazin "Der Spiegel", in 18 Monaten habe die Einrichtung etwa 500 Beratungsgespräche geführt. Dabei sei es um alle Formen von Machtmissbrauch gegangen, von Anstieren bis hin zu schweren Straftaten. Innerhalb des ersten Jahres seien elf Vergewaltigungsvorwürfe am Arbeitsplatz gemeldet worden.

"Milky Chance" tritt bei "One World"-Konzert auf

Die hessische Popband Milky Chance tritt bei dem internationalen Internet-Event für die Helfer in der Coronakrise auf. Unter dem Motto "One World: Together at home" werde die Veranstaltung in der Nacht zum Sonntag live ab 2.00 Uhr im Netz zu sehen sein, teilte Universal Music in Berlin mit. In einem Livestream über Youtube und Twitter bringe die Musikerin Lady Gaga Künstler aus aller Welt zusammen. Dabei soll dazu aufgerufen werden, den Solidaritätsfonds der Weltgesundheitsorganisation WHO zu unterstützen. Unter anderem treten Musiker wie Taylor Swift, Elton John, Andrea Bocelli und Paul McCartney auf. Das Konzert besteht aus zwei Teilen: Am Samstag ist es als mehrstündiger digitaler Livestream ab 20 Uhr in sozialen Medien und bei zahlreichen Streaming-Anbietern zu sehen, in der Nacht zum Sonntag dann als globale TV-Show ebenfalls im Netz und bei Fernsehsendern wie NBC und CBS.

Steigerlied und Trinkhallenkultur werden Kulturerbe

Das Steigerlied und die Trinkhallenkultur werden in das immaterielle Kulturerbe von Nordrhein-Westfalen aufgenommen. Aus 18 Bewerbungen habe eine Jury diese beiden Traditionen ausgewählt, teilte das NRW-Kulturministerium in Düsseldorf mit. Das Steigerlied beginnt mit den Zeilen "Glück auf, Glück auf, der Steiger kommt" und wird auch nach dem Ende des Steinkohlebergbaus bei vielen Gelegenheiten gesungen. Die Trinkhallen sind ein Markenzeichen des Ruhrgebiets.

Renommierte Musikfestivals abgesagt

Das Montreux Jazz Festival und das Schleswig Holstein Musik Festival finden in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie nicht statt. Die Veranstalter des Jazz Festivals teilten mit, sie versuchten, unter anderem die Konzerte von Lionel Richie, Brittany Howard, Lenny Kravitz und der Black Pumas auf das kommende Jahr zu verschieben. Als neuer Termin ist der 2. bis 17. Juli 2021 geplant. Auch das Schleswig Holstein Musik Festival ist abgesagt worden. Stattdessen werde es einen "Sommer der Möglichkeiten" mit ausgewählten Konzerten in besonderen Formaten geben, teilte das Festival mit. Die geplanten Konzerte von Gregory Porter, Tom Jones und dem Porträtkünstler Xavier de Maistre gemeinsam mit Startenor Rolando Villazón würden auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Das SHMF gilt mit mehr als 200 Konzerten, 126 Spielstätten und einem Kartenkontingent von fast 200 000 Tickets als Deutschlands größtes Klassik-Festival.

Comic-Salon Erlangen findet nicht statt

Der Internationale Comic-Salon Erlangen wird wegen der Coronavirus-Pandemie zum ersten Mal in seiner fast 40-jährigen Geschichte abgesagt. Das Festival sollte eigentlich vom 11. bis 14. Juni stattfinden. Es wäre der 19. Comic-Salon gewesen. "Schon die weitreichenden Maßnahmen zur Eindämmung des neuartigen Corona-Virus hatten die Vorbereitungen für das Kulturamt der Stadt Erlangen, für die zahlreichen Kooperationspartner und die Aussteller erheblich erschwert", teilte das Kulturamt in einer Presseerklärung mit. "Die bundesweite Absage von Großveranstaltungen bis mindestens zum 31. August hat nun für endgültige Klarheit gesorgt."

TV-Journalist Ulrich Kienzle gestorben

Der Fernsehjournalist und Nahost-Experte Ulrich Kienzle ist tot. Das teilte das ZDF in Mainz mit. Kienzle war unter anderem durch das ZDF-Politikmagazin "Frontal" einem breiten Publikum bekannt, das er zusammen mit dem Journalisten Bodo Hauser moderierte. Seine Karriere begann Kienzle beim Süddeutschen Rundfunk, als ARD-Korrespondent berichtete er aus mehreren arabischen Ländern. 1990 wechselte er zum ZDF und leitete dort unter anderem die Hauptredaktion Außenpolitik. Er wurde 83 Jahre alt.

Grütters hofft auf baldige Öffnung von Museen

Kulturstaatsministerin Monika Grütters hofft trotz der Corona-Beschränkungen auf eine baldige Öffnung von Museen. Es gebe kreative Möglichkeiten, um beispielsweise die Besucherzahlen zu begrenzen, sagte die CDU-Politikerin im ARD-Fernsehen. Dass es bislang nicht zu einer derartigen Lösung gekommen sei, liege daran, dass man generell den Besucherverkehr in den Städten habe reduzieren wollen. Außerdem verwies Grütters auf die Möglichkeit für Solo-Selbständige im Künstlerbereich, etwa wegen Verdienstausfällen aufgrund der Corona-Pandemie ein Sozialschutz-Paket in Anspruch zu nehmen.

Netflix plant "Sisi"-Serie

Der Streamingdienst Netflix plant einem Medienbericht zufolge eine neue "Sisi"-Serie aus Deutschland. Geplant sind vorerst sechs Folgen von jeweils 45 Minuten der deutschen Eigenproduktion über die Kaiserin von Österreich, wie das Medienmagazin DWDL berichtete. Der Streamingdienst bestätigte dies demnach. In die Filmgeschichte ging vor allem die Trilogie aus den 50er Jahren mit Romy Schneider in der Hauptrolle ein. Kreativer Kopf hinter der geplanten Netflix-Serie "The Empress" ist laut DWDL Katharina Eyssen, die nicht zum ersten Mal mit dem Streamingdienst zusammenarbeitet. Bereits im vergangenen Jahr schrieb sie als Head-Autorin die Drehbücher für die Miniserie "Zeit der Geheimnisse".

World Press Photo Award in Amsterdam vergeben

Ein Foto von jungen Demonstranten im Sudan ist zum Welt-Pressefoto gekürt worden. Die Aufnahme des AFP-Fotografen Yasuyoshi Chiba erhielt am Donnerstagabend per Videokonferenz in Amsterdam den renommierten "World Press Photo Award". Das Bild des japanischen Fotografen zeige die Macht der Jugend und der Kunst und verfüge über "poetische" Qualität, erklärte die Jury. Mit dem Hauptpreis für die Kategorie Nachrichten-Reportage wurde ein weiterer AFP-Fotograf ausgezeichnet: Der Däne Nicolas Asfouri hatte mit seinen Fotos die Anti-Regierungs-Proteste in Hongkong festgehalten.

Shortlist für den EU-Literaturpreis bekannt gegeben

Die Shortlist für den Literaturpreis der Europäischen Union wurde bekannt gegeben. Die mit 5000 Euro dotierte Auszeichnung hat das Ziel, noch unbekannte Schriftsteller europaweit bekannt zu machen. Der Preis wurde 2009 von der Europäischen Kommission ins Leben gerufen und steht allen 37 Ländern offen, die am Programm Kreatives Europa für die Kultur- und Kreativbranche teilnehmen.
Unter den mehr als 40 Nominierten sind auch fünf aus Deutschland: Paulina Czienskowski mit "Taubenleben", Gunther Geltinger mit "Benzin", Peggy Mädler mit "Wohin wir gehen", Matthias Nawrat mit "Der traurige Gast", und Leif Randt mit "Allegro Pastell".

Schauspieler Brian Dennehy ist gestorben

Der US-amerikanische Schauspieler Brian Dennehy, der an der Seite von Sylvester Stallone durch den Film "Rambo" bekannt wurde, ist tot. Er starb nach Angaben seiner Tochter Mittwochnacht eines natürlichen Todes im US-Staat Connecticut, wie das Branchenblatt "Hollywood Reporter" berichtete. Dennehy wurde 81 Jahre alt. Der Schauspieler, der in den 70er und 80er Jahren in Fernseh-Serien wie "Kojak", "Dallas" und "Der Denver-Clan" Auftritte hatte, wirkte in Kinofilmen wie "Gorky Park", "Silverado" und «Staatsanwälte küsst man nicht" mit. Dennehy stand auch häufig auf der Theaterbühne. Der zweifache Tony-Preisträger trat in Broadway-Produktionen wie "Tod eines Handlungsreisenden" auf.

Wörterbuch wegen Corona-Pandemie aktualisiert

Das renommierte Wörterbuch Oxford English Dictionary ist wegen der Corona-Pandemie außerhalb der Reihe aktualisiert worden. Nun findet man auch die Bezeichnung "Covid-19" im umfangreichsten Wörterbuch der Englischen Sprache. Es sei außerordentlich selten für Lexikographen, einen exponentiellen Anstieg des Gebrauchs eines einzelnen Wortes wie für die Lungenkrankheit Covid-19 in einer sehr kurzen Zeitspanne zu beobachten, teilte die leitendende Redakteurin Bernadette Paton mit.

Hamburger Projekt zu Kunstwerken von Benin gestartet

Das Museum am Rothenbaum - Kulturen und Künste der Welt - in Hamburg hat ein internationales Projektbüro zu Kunstwerken aus dem afrikanischen Benin gestartet. Es soll die weltweit zerstreuten Kunstwerke aus dem ehemaligen Königreich digital zusammenführen. Dafür sollen in den nächsten zwei Jahren Objektdaten und Dokumentationsmaterial gebündelt werden, teilte die Ernst von Siemens Kunststiftung mit, die das Projekt unterstützt. Ziel sei ein Überblick zu den im 19. Jahrhundert geplünderten Hofkunstwerken. Sie wurden durch die britische Besetzung des Benin 1897 außer Landes gebracht. Einige sollen im Humboldt Forum gezeigt werden, das im September in Berlin eröffnet werden soll.

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