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Konzert / Archiv | Beitrag vom 05.03.2017

Deutsche Kammerphilharmonie mit Vilde FrangAnfänge und Irrtümer

Aufzeichnung aus Bremen

Die norwegische Geigerin Vilde Frang 2012 bei einem Konzert in Moskau (picture alliance / dpa / Vladimir Vyatkin)
Vilde Frang gastierte bei der Deutschen Kammerphilharmonie in Bremen (picture alliance / dpa / Vladimir Vyatkin)

Die norwegische Geigerin Vilde Frang spielte mit der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen das Violinkonzert von Igor Strawinsky, außerdem dirigierte Paavo Järvi die 1. Sinfonie von Johannes Brahms und das Streicher-Requiem von Toru Takemitsu.

Typisch Vilde Frang – die immer noch junge und hochgelobte Geigerin hat sich für ihren Einstand bei der Kammerphilharmonie in Bremen eines der großen Violinkonzerte des 20. Jahrhunderts ausgesucht, noch dazu eines, das nicht so recht komponiert werden wollte, von seinem Schöpfer Igor Strawinsky.

Vilde Frang wollte es eigentlich ihrem Vater gleichtun und Kontrabass spielen. Ein unpraktisches Instrument, wie sie schnell feststellte, schwer zu transportieren, etwas sperrig im Umgang – dann schon lieber Geige – dabei blieb sie. Inzwischen spielt die auf der Engleman-Stradivari - über 300 Jahre alt ist dieses Instrument, das so wunderbar zu ihr passt.

Mittendrin also das Violinkonzert Strawinskys, mit dem der Komponist Musikgeschichte für seine eigenen Ziele und Sichtweisen übersetzt hat. Zu Beginn des Abends am 19. Januar in der Glocke gab es das Requiem für Streicher von Toru Takemitsu, ein Werk von 1957 mit einem anekdotischen Bezug zu Strawinsky. Der hatte Japan 1958 besucht und Takemitsus Musik im Radio gehört – dort wurde das Werk versehentlich als ein Stück Strawinskys angekündigt. Strawinsky hat sich darüber nicht geärgert, sondern diesen Irrtum eher als Grund genommen, diesen japanischen Komponisten kennenzulernen und zu ermutigen, auf seinem Wege fortzufahren. 

Am Schluss des Programms steht Erste Sinfonie von Johannes Brahms, sein Schmerzenskind – der 1. Satz lag 1862 schon fertig vor – erst vierzehn Jahre später aber war ihm die Gesamtkonzeption möglich, aus Angst vor dem Überheroen Beethoven. Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen präsentierte das Werk im Rahmen ihres Brahms-Schwerpunktes unter Leitung ihres Chefdirigenten Paavo Järvi.

Konzertsaal Die Glocke, Bremen
Aufzeichnung vom 19. Januar 2017

Toru Takemitsu
Requiem für Streichorchester

Igor Strawinsky
Violinkonzert D-Dur

Johannes Brahms
Sinfonie Nr. 1 c-Moll op. 68

Vilde Frang, Violine
Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen
Leitung: Paavo Järvi

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