Mittwoch, 13.11.2019
 

Kulturnachrichten

Freitag, 26. Oktober 2018

Deutsche Filmmusikpreise verliehen

Der Preis in der "Königskategorie" ging erstmals an zwei Komponisten

Der Deutsche Filmmusikpreis für die "Beste Musik im Film" ging in diesem Jahr an die Komponisten Martina Eisenreich und Ralf Wienrich. Eisenreich erhielt den Preis für ihre Musik zum Tatort "Waldlust" und Wienrich für den Spreewaldkrimi "Zwischen Tod und Leben". Als "Bester Song im Film" wurde der Titel "Räuber und Gangster" aus der Kinderserie "Die Pfefferkörner und der Fluch des schwarzen Königs" von Mario Schneider ausgezeichnet. Dascha Dauenhauer wurde sowohl als beste Nachwuchskomponistin als auch für die "Beste Musik im Kurzfilm" ausgezeichnet. Damit wurden ihre Leistungen für die Filmmusik zu "Love me, Fear me" gewürdigt. Der Komponist und Musiker Peter Gotthardt wurde mit dem Ehrenpreis für sein Lebenswerk belohnt. Den Ehrenpreis International sprach die Jury der Oscar-Preisträgerin Rachel Portman zu. Der Deutsche Filmmusikpreis wurde zum fünften Mal in Halle verliehen.

Stiftung Bauhaus Dessau stellt Sprecherin frei

Entscheidung zunächst temporär

Die Diskussion um die Absage des Konzerts der linken Punkband "Feine Sahne Fischfilet" hat erste personelle Konsequenzen. Die Stiftung Bauhaus Dessau hat ihre Pressesprecherin Helga Huskamp freigestellt. Dies sei zunächst eine temporäre Entscheidung, hieß es am Freitag von der Stiftung. Weitere Angaben seien aktuell nicht möglich. Die Stiftung hatte ein ZDF-Konzert in der Reihe "zdf@bauhaus" mit der Band abgelehnt, nachdem rechte Gruppierungen zum Protest gegen den Auftritt aufgerufen hatten. Stiftungsdirektorin Claudia Perren räumte nach der anschließenden massiven Kritik kommunikative Fehler ein. Die Band "Feine Sahne Fischfilet" wird nun am 6. November in der Alten Brauerei in Dessau auftreten. Die Karten für das Konzert waren am Freitag in kürzester Zeit vergriffen.

Elektrischer Stuhl auf Kirmes provoziert Proteste

"Hinrichtung 1 Euro" stand auf einem Schild an dem Gerät

Auf Protest ist die Nachbildung eines elektrischen Stuhls auf einem Jahrmarkt im französischen Bordeaux gestoßen, mit dem die Hinrichtung eines Häftlings nachgespielt werden kann. In einer Glaskabine befand sich eine Puppe in Häftlingskleidung mit einem Tuch über dem Kopf, der Besucher nach Einwurf eines Euros einen simulierten tödlichen Stromstoß versetzen konnten, berichtete die Zeitung "Sud Ouest" am Freitag. "Hinrichtung 1 Euro" stand auf einem Schild an dem Gerät. Nach Protesten aus der Bevölkerung kamen die Jahrmarktbetreiber einer Bitte der Stadtverwaltung nach und entfernten den elektrischen Stuhl.

Bibel-Museum zeigt kilometerlange Heilige Schrift

Willy Wiedmann arbeitete 16 Jahre an dem Werk

Das Bibel-Museum in Washington zeigt ab Samstag eine Bibel-Produktion, die genau 3.333 Seiten umfasst. Sie ist als sogenanntes Leporello gebunden und lässt sich wie ein Akkordeon auseinanderziehen. Vollständig ausgerollt hat sie eine Länge von mehr als 1.600 Metern, wie das Museum mitteilte. Sie ist damit 50 Mal länger als eine Thorarolle. Die illustrierte Bibel stammt vom verstorbenen Willy Wiedmann, einem Deutschen, dessen Sohn den außergewöhnlichen Fund 2013 auf dem Dachboden seines Vaters machte. Dieser arbeitete ab 1984 volle 16 Jahre an dem Werk. Die ausziehbare Bibel wurde im Mai 2017 von 500 Freiwilligen entlang der Elbe in Magdeburg vollständig ausgerollt und erhielt dafür einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde.

Bundesregierung: Gratulation zum Sacharow-Preis

Sorge um Gesundheitszustand des ukrainischen Filmemachers

Die Bundesregierung hat dem in Russland inhaftierten ukrainischen Filmemacher Oleg Senzow zum Erhalt des diesjährigen Sacharow-Menschenrechtspreises gratuliert. Zugleich sprach die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer die Hoffnung der Bundesregierung aus, dass Senzow möglichst bald freigelassen werde. Die Bundesregierung sorge sich um den Gesundheitszustand Senzows. Senzow war 2015 in einem umstrittenen Prozess in Russland zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt worden - wegen angeblich geplanter Terroranschläge. Zuletzt machte er Schlagzeilen, weil er in einen Hungerstreik getreten war. Diesen beendete er aber nach 144 Tagen. Er habe verhindern wollen, dass er zwangsernährt werde, hatte der Regisseur angegeben.

Bluesrock-Sänger Tony Joe White gestorben

Vielfach gecoverter US-Musiker starb im Alter von 75 Jahren

Der Bluesrock-Sänger Tony Joe White ist tot. Wie seine Plattenfirma mitteilte, starb der US-Musiker im Alter von 75 Jahren in Nashville im US-Bundesstaat Tennessee. Erst im September hatte er sein Album "Bad Mouthin'" herausgebracht - eine Sammlung mit Blues-Klassikern. Seine Songs wurden von Elvis Presley, Ray Charles und Tina Turner gecovert. 1969 landete der aus Louisiana stammende White mit dem Lied "Polk Salad Annie" einen Hit, dem Presley - der King of Rock'n'Roll - später musikalisch seinen eigenen Stempel aufdrückte. Besonders bekannt war der Singer-Songwriter für seinen sogenannten Swamp-Rock-Stil, der Elemente von Blues, Country und Rock'n'Roll verbindet. Zu Tina Turners gefeiertem Album "Foreign Affair" von 1989 steuerte White vier Songs bei. 2006 erinnerte sich White an seine erste Begegnung mit der Starsängerin. "Sie drehte sich um, schaute mich an und fing an, hysterisch zu lachen", erzählte er. Schließlich habe sich Turner wieder gefangen, ihn fest gedrückt und gesagt: "Es tut mir leid, Mann. Seit 'Polk Salad Annie' dachte ich immer, du wärst ein schwarzer Mann".

Bundesgerichthof stärkt häusliches Musizieren

Musik könne "von erheblicher Bedeutung für die Lebensfreude" sein

Häusliches Musizieren und das damit verbundene Üben gehören nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs grundsätzlich zu den "üblichen Formen der Freizeitbeschäftigung" und müssen von anderen hingenommen werden. Musik könne "von erheblicher Bedeutung für die Lebensfreude und das Gefühlsleben sein", entschied der Fünfte Zivilsenat in Karlsruhe. Er argumentierte auch mit der grundrechtlich geschützten freien Entfaltung der Persönlichkeit. Im konkreten Fall ging es um einen Berufsmusiker, der Trompete spielt. Die Inhaber des benachbarten Reihenhauses wollten das nicht. Die zeitliche Regelung im Einzelnen richte sich nach den Umständen des Einzelfalls. Eine Beschränkung auf zwei bis drei Stunden an Werktagen sowie ein bis zwei Stunden an Sonn- und Feiertagen könne als grober Richtwert dienen.

Nationaler Integrationspreis für Projekt "Brückenbau"

Flüchtlinge werden psychologisch betreut und beraten

Bundeskanzlerin Angela Merkel verleiht den Nationalen Integrationspreis in diesem Jahr an das Projekt "Brückenbau - Vielfalt begegnen!". Das teilte eine Sprecherin der Bundesregierung in Berlin mit. Träger des Projekts sind die Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland und die Hilfsorganisation IsraAID Germany. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert und wird am Montag in Berlin verliehen. Ihre diesjährige Auszeichnung begründete die Jury damit, dass das Projekt Brückenbau durch einen einzigartigen Ansatz zwischen Menschen unterschiedlicher Konfessionen vermittele. Das Projekt verdeutliche, dass die Grundlage für gelungene Integration die Vermittlung von Werten wie Toleranz, Gleichberechtigung, Nichtdiskriminierung und die Akzeptanz unterschiedlicher religiöser Lebensweisen sei. Nach eigenen Angaben werden bei dem Projekt in zehn Erstaufnahmeeinrichtungen in Berlin und Frankfurt Flüchtlinge psychologisch betreut und von Mitarbeitern beraten.

Sinead O'Connor ist zum Islam übergetreten

51-Jährige nennt sich jetzt Shuhada' Davitt

Die irische Sängerin Sinead O'Connor ist zum Islam konvertiert. Die 51-Jährige erklärte bei Twitter, sie sei stolz, eine Muslimin zu sein und habe ihren Namen zu Shuhada' Davitt geändert. In den vergangenen Tagen postete sie Fotos von sich mit dem Hidschab, dem islamischen Kopftuch, und sang in einem Video den islamischen Gebetsruf. "Dies ist der natürliche Abschluss der Reise jedes intelligenten Theologen", schrieb O'Connor. Alle Wege führten letztlich zum Islam. Alle anderen heiligen Schriften seien darum überflüssig. O'Connor wurde 1990 mit dem Song "Nothing Compares to You" weltbekannt, sorgte aber auch immer wieder für Kontroversen. So zerriss sie bei einem TV-Auftritt 1992 ein Bild von Papst Johannes Paul II., um gegen die katholische Kirche zu protestieren.

Google: Entlassungen wegen sexueller Belästigung

Auch Android-Erfinder musste gehen - erhielt aber 90 Millionen Dollar Abfindung

Der US-Technologieriese Google hat in den vergangenen zwei Jahren 48 Mitarbeiter wegen sexueller Belästigung am Arbeitsplatz vor die Tür gesetzt. Dies schrieb Google-Chef Sundar Pichai in einer E-Mail an die Belegschaft. 13 der Betroffenen seien Angestellte in verantwortlichen Positionen gewesen. Mitarbeiter hätten interne Meldesysteme genutzt, um unangemessenes Verhalten anonym anzuzeigen. Laut Pichai wurden die Vorgaben verschärft. Inzwischen müssten alle Manager ab einer bestimmten Ebene Beziehungen zu Kollegen melden. Zuvor hatte die "New York Times" berichtet, dass der Erfinder der Handy-Betriebssoftware Android, Andy Rubin, 2014 den Konzern nach dem Vorwurf sexueller Belästigung verließ. Demnach wurde ihm der Rückzug mit einem Abfindungspaket im Umfang von 90 Millionen Dollar versüßt. Dem Bericht zufolge wurde der Abgang von zwei weiteren Managern nach entsprechenden Vorwürfen mit ähnlichen Zahlungen begleitet.

Feine Sahne Fischfilet: Karten waren schnell weg

Band spielt im Brauhaus Dessau, statt im Bauhaus

Rasend schnell sind die Karten für das Dessauer Konzert der Punkband Feine Sahne Fischfilet verkauft worden. "Im Internet, wir brauchen nicht mal mehr den Link posten, da alle Karten nach 20 Sekunden weg waren. Dolle Tage für uns", schrieb die Band bei Facebook. Zuvor hatte die "Mitteldeutsche Zeitung", die einen Teil der Karten verkaufte, von einer lange Schlange im Servicecenter Dessau berichtet. Vorher hatte die Band, die vom Bauhaus Dessau ausgeladen worden war, über den neuen Veranstaltungsort im Brauhaus Dessau informiert. Das Konzert ist wie ursprünglich auch für den 6. November geplant. Die Stiftung Bauhaus hatte das ZDF-Konzert der Musiker in der Reihe "zdf@bauhaus" abgelehnt, nachdem rechte Gruppierungen im Internet zum Protest gegen den Auftritt aufgerufen hatten. Feine Sahne Fischfilet bestand darauf, das Konzert dennoch in Dessau zu veranstalten.

3000 Jahre alte Grabstätte in Peru entdeckt

Überreste der Marcavalle-Kultur

Im peruanischen Cusco haben Archäologen zwei 3000 Jahre alte Menschenskelette gefunden. Es handele sich um die Überreste von Jugendlichen der vor den Inkas bestehenden Marcavalle-Kultur, sagte die Archäologin Luz Monrroy der Nachrichtenagentur Andina. Einer von ihnen war wahrscheinlich zu Lebzeiten eine bedeutende Persönlichkeit, da der Schädel mit einer Plakette aus Gold und Silber geschmückt war. Unmittelbar am Grab wurden auch die Überreste eines kamelartigen Opfertieres gefunden. In der Umgebung der Skelette wurden auch Spuren einer Steinbauwerkstatt und Keramikstücke gefunden. Auf derselben Ausgrabungsstätte von rund 28 000 Quadratmetern war 2013 schon ein Grab mit Überresten von fünf Menschen entdeckt worden. Die Marcavalle-Kultur bevölkerte das Cusco-Tal rund 1000 Jahre v.Chr. Die Inkas besetzten das Gebiet erst 2000 Jahre später.

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