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Samstag, 24.10.2020
 
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Kulturnachrichten

Mittwoch, 30. September 2020

Deutsche Elektro-Szene bittet Politik um Hilfe

Dr Motte, Paul van Dyk und Paul Kalkbrenner: Sie sind die Schirmherren eines Offenen Briefes an die Bundesregierung, in dem um "respektvolle finanzielle Hilfe" für die Soloselbstständigen und Unternehmen der deutschen Elektro-Szene gebeten wird. Der Appell, der auf die Unterstützung der Szene in Großbritannien und den Niederlanden hinweist, ist auch mit Kritik verbunden: So fehle "immer noch die Anerkennung als wichtiger Teil der deutschen Kultur", heißt es. "Ignorieren Sie nicht ihre künftigen Wähler und ignorieren Sie nicht das, was wir geschaffen haben."

Heinemann-Friedenspreis für Kinderbuch zum Klimawandel

Für ihr Bilderbuch zum Klimawandel erhalten die Autorin Kristina Scharmacher-Schreiber und die Illustratorin Stephanie Marian den diesjährigen Gustav-Heinemann-Friedenspreis für Kinder- und Jugendbücher. Das Buch "Wie viel wärmer ist ein Grad?" stelle komplexe Zusammenhänge anschaulich, verständlich und lesenswert dar, erklärte Nordrein-Westfalens Kulturministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen in Düsseldorf. Mit dem Gustav-Heinemann-Friedenspreis für Kinder- und Jugendbücher erinnert die NRW-Landesregierung an das friedenspolitische Engagement des früheren Bundespräsidenten Gustav Heinemann (1899-1976). Der Preis wird zum 37. Mal verliehen. Er ist mit 7.500 Euro dotiert.

Mafalda-Schöpfer Quino mit 88 Jahren gestorben

Der argentinische Zeichner Quino ist tot. Der Schöpfer der vor allem in Lateinamerika sehr populären Comic-Figur Mafalda starb im Alter von 88 Jahren, wie sein Verleger Daniel Divinsky heute mitteilte. Das etwas altkluge Mädchen Mafalda tritt für Gerechtigkeit, Frieden und Gleichberechtigung ein und hinterfragt die Welt der Erwachsenen. Ein bekannter Spruch von Mafalda lautet: "Haltet die Welt an, ich will aussteigen." Quino zeichnete sie zwischen 1964 und 1973 für verschiedene Zeitungen.

Studie bestätigt NS-Nähe von Alfred Bauer

Der erste Leiter der Berlinale, Alfred Bauer, war dem nationalsozialistischen Regime enger verbunden als bisher bekannt. In der Untersuchung des Münchner Instituts für Zeitgeschichte heißt es, Bauer habe nach 1945 seine Rolle in der Filmindustrie in der NS-Zeit systematisch verschleiert. Die Erkenntnisse über seine Verantwortlichkeiten in der Reichsfilmintendanz und sein Verhalten im Entnazifizierungsverfahren seien bestürzend, erklärte Berlinale-Geschäftsführerin Mariette Rissenbeek. Alfred Bauer hatte das internationale Filmfest Berlin bis 1976 geleitet. Nach einem Zeitungsartikel war der nach ihm benannte Preis in diesem Jahr nicht vergeben worden.

Papst würdigt ersten Bibelübersetzer Hieronymus

Als "herausragende Gestalt in der Kirchengeschichte" hat Papst Franziskus den vor 1600 Jahren gestorbenen Theologen und Übersetzer Hieronymus gewürdigt. Um seine Bedeutung verstehen zu können, heißt es in dem apostolischen Schreiben mit dem Titel "Scripturae Sacrae affectus", müssten die Glaubenslehre des Heiligen Hieronymus und seine beharrliche Forschertätigkeit miteinander verbunden werden. Dieses "zweifache Zeugnis" sei vorbildlich. Hiernoymus' bedeutendstes Werk, die "Vulgata", ist die am weitesten verbreitete lateinischen Übersetzung der Bibel aus dem Hebräischen. Sein Todestag am 30. September wurde zum "Internationalen Tag des Übersetzens".

Kulturetat des Bundes soll 2021 um 6,6% steigen

Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat den Etat für ihr Ressort bei den Haushaltsberatungen im Bundestag verteidigt. Er soll im kommenden Jahr um 120 Millionen Euro oder 6,6 Prozent erhöht werden. Dadurch stünden der Christdemokratin Grütters 1,94 Milliarden Euro zur Verfügung. Im Reichstagsgebäude sagte sie, Kultur sei keine Delikatesse für Feinschmecker, sondern Brot für alle.

Art Düsseldorf zukünftig immer im Frühjahr

Die vierte Ausgabe der Kunstmesse Art Düsseldorf ist vom November auf den April 2021 verschoben worden. Darüber hinaus teilte der Veranstalter mit, dass die Schau künftig immer im Frühjahr und nicht mehr im Herbst stattfinden wird. Die Art Düsseldorf zählte 2019 rund 40.000 Besucher.

Entwurf zur deutschen Stiftungsrechtsreform

Der Bundesverband Deutscher Stiftungen verbucht einen Erfolg: Endlich habe das Bundesjustizministerium einen Entwurf zur Reform des Stiftungsrechts vorgelegt.
Die Generalsekretärin Kirsten Hommelhoff sieht nun zentrale Forderungen berücksichtigt. So könnte das Stiftungsrecht bald bundeseinheitlich gelten. Außerdem werde es sowohl ein Stiftungsregister als auch einen Regelkatalog geben. Auch die Möglichkeit zur Umwandlung und Zusammenlegung von Stiftungen sei im Entwurf vorgesehen. Gleichzeitig sieht der Bundesverband auch Nachbesserungsbedarf: So fehlten eine Übergangsregelung und eine überarbeitete Regelung zum Stiftungsvermögen.

Altbundespräsident will flächendeckende Hilfe für Chöre

Christian Wulff sieht die Politik in Bund und Ländern in der Pflicht: Als Präsident des Deutschen Chorverbands fordert der Altbundespräsident eine flächendeckende Unterstützung der Chöre. Sie seien nicht nur aktuell gefährdet, sondern litten auch an den Folgen der Landflucht, so Wulff. Dabei sieht er allerdings kein Gefälle zwischen Ost und West. Vielmehr förderten Chöre "maßgeblich den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft". Der Deutsche Chorverband vertritt nach eigenen Angaben mit seinen 20 Mitgliedsverbänden und der Deutschen Chorjugend die Interessen von rund einer Million aktiven und fördernden Mitgliedern in rund 15.000 Chören.

Grammy-Gewinnerin Helen Reddy ist tot

Die australische Sängerin und Filmschauspielerin Helen Reddy ist tot. Sie starb im Alter von 78 Jahren in Los Angeles, wie mehrere US-Medien unter Berufung auf ihre Familie berichten. Reddy gehörte in den 1970er Jahren zu den erfolgreichsten Sängerinnen in den USA und lieferte zahlreiche Hits. International bekannt wurde sie 1972 mit dem Song "I Am Woman", für den sie mit einem Grammy ausgezeichnet wurde. Der Song avancierte zu einer Hymne der damaligen Frauenbewegung. Als Reddy den Grammy entgegennahm, unterstrich sie ihre feministische Haltung und sagte: "I would like to thank God because she makes everything possible."

Massenentlassungen bei Disney in den USA

Der Unterhaltungskonzern Disney steicht in den USA rund 28.000 Arbeitsplätze. Betroffen sind vor allem Mitarbeiter in Freizeitparks, Ferienresorts und auf Kreuzfahrtschiffen. Die Entscheidung sei wegen der anhaltenden Auswirkungen von Covid-19 notwendig geworden, erklärte der Konzern. Hinzu komme die Ungewissheit über die Dauer der Pandemie. Vor der Krise hatte Disney noch mehr als 100.000 Beschäftigte. Zudem musste der Konzern allein von Anfang April bis bis Ende Juni einen Verlust von vier Milliarden Euro verbuchen.

Die französische Film-Akademie hat eine neue Leitung

Die französische Film-Akademie hat eine neue Leitung. Die ehemalige Präsidentin des Kultursenders Arte in Frankreich, Véronique Cayla, und der französische Regisseur und Drehbuchautor Eric Toledano stehen künftig gemeinsam der Filminstitution vor. Die Akademie vergibt den wichtigsten französischen Filmpreis César. Anfang des Jahres war das Haus in eine schwere Krise geraten. Mehrere Frauen hatten dem in 12 Kategorien nominierten Regisseur Roman Polanski Vergewaltigung vorgeworfen. Die Akademie-Leitung war angesichts heftiger Kritik zurückgetreten. Nun soll eine 50-prozentige Frauenquote in allen Gremien auch für Geschlechtergerechtigkeit sorgen.

A. L. Kennedy wird für ihre Toleranz geehrt

Der Ehrenpreis des Österreichischen Buchhandels für Toleranz in Denken und Handeln 2020 geht an die schottische Autorin A. L. Kennedy. Ihre Romane und Erzählungen seien "tiefschürfend und wagemutig", heißt es in der Begründung der Jury. Kennedy scheue sich nicht, ihre Stimme gegen Intoleranz, Ausgrenzung und Unrecht zu erheben und damit den Mangel an Menschlichkeit zu benennen, der mit dem Mangel an Kultur und der Geringschätzung von Kunst einhergehe. Die Preisverleihung findet am 22. November in Krems statt. Die Laudatio hält Sonja Zekri von der Süddeutschen Zeitung.

Ägypten erhält vier antike Figuren zurück

Nordrhein-Westfalen hat vier antike Figuren an Ägypten zurückgegeben. Sie wurden dem neuen Botschafter Khaled Galal Abdelhamid in Düsseldorf übergeben. Die Objekte aus der Zeit zwischen 600 und 400 vor Christus waren vor vier Jahren bei einer Razzia wegen Hehlerei mit Raubkunst sichergestellt worden. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet freut sich, "ein kleines Stückchen Kulturgeschichte zurückgeben zu können."

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