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Kulturnachrichten

Samstag, 3. März 2018

Deutsch-tschechischer Autor Ota Filip gestorben

Er gehörte zu den bekanntesten Dissidenten des "Prager Frühlings"

Der deutsch-tschechische Autor Ota Filip ist tot. Er starb bereits am Freitag, eine Woche vor seinem 88. Geburtstag, in Garmisch-Partenkirchen. Filip besaß seit 1977 die deutsche Staatsbürgerschaft und lebte im oberbayerischen Murnau. Der aus dem mährischen Ostrava stammende Filip gehörte in der früheren Tschechoslowakei neben Pavel Kohout und Václav Havel zu den bekanntesten Dissidenten des "Prager Frühlings". In seiner tschechoslowakischen Heimat zählte Filip zu den beliebtesten Erzählern, auch im Westen galt er als besonderes literarisches Talent. Sein 1973 erschienener Schelmenroman "Die Himmelfahrt des Lojzek Lapácek aus Schlesisch Ostrau" hatte ihm viel Lob eingebracht. Auch im gesellschaftlichen Leben bezog Filip immer wieder politisch Stellung und setzte sich für eine Aussöhnung zwischen den Tschechen und den Sudetendeutschen ein.

Ermordeter Journalist Kuciak in der Slowakei beigesetzt

Hunderte Trauernde geben 27-Jährigem das letzte Geleit

Mehrere hundert Trauernde haben dem in der Slowakei ermordeten Enthüllungsjournalisten Jan Kuciak das letzte Geleit gegeben. Der 27-Jährige wurde am Nachmittag in der nordslowakischen Ortschaft Stiavnik beigesetzt.
Am Vortag war seine Verlobte Martina Kusnirova bestattet worden.
Das Paar waren am vergangenen Sonntag 65 Kilometer östlich von Bratislava erschossen aufgefunden worden. Kuciak schrieb für das zur deutsch-schweizerischen Mediengruppe Ringier Axel Springer Media gehörende Nachrichtenportal "aktuality.sk" und hatte mehrfach Artikel über korrupte Machenschaften in der Slowakei veröffentlicht. Als er erschossen wurde, wollte er gerade einen Artikel über mutmaßliche Verbindungen der slowakischen Regierungspartei zur italienischen Mafia veröffentlichen.

Thomas Guggeis wird Kapellmeister in Stuttgart

Er wird für Gastdirigate nach Berlin zurückkehren

Thomas Guggeis wird Kapellmeister an der Staatsoper Stuttgart. Der 24-Jährige wechselt nach Angaben der Oper ab der Spielzeit 2018/2019 von Berlin nach Stuttgart. Guggeis ist seit der Saison 2016/17 Assistent von Generalmusikdirektor Daniel Barenboim und Korrepetitor der Staatsoper Berlin. Er studierte Dirigieren in München und Mailand und leitete nach Angaben der Oper bereits Opernvorstellungen am Badischen Staatstheater Karlsruhe und an der Kammeroper München. Er assistierte auch wiederholt bei den Salzburger Festspielen, zuletzt 2017 für die Neuproduktion von Aribert Reimanns "Lear". Nach seinem Weggang nach Stuttgart soll er für Gastdirigate an die Staatsoper Unter den Linden zurückkehren. Guggeis hat kurzfristig die musikalische Leitung der Oper "Salome" an der Berliner Staatsoper übernommen, nachdem Dirigent Christoph von Dohnányi wegen künstlerischer Differenzen kurz vor der Premiere an diesem Sonntag zurückgetreten war.

Vier "Goldene Himbeeren" für "Emoji - Der Film"

Zum ersten Mal wird ein Animationsfilm als schlechtester Film gekürt

"Emoji - Der Film" wird in den Kategorien "Schlechtester Film", "Schlechtestes Leinwand-Duo", "Schlechtester Regisseur" und "Schlechtestes Drehbuch" ausgezeichnet. Der Erotikfilm "Fifty Shades of Grey - Gefährliche Liebe" wurde zweifach bedacht: für Kim Basinger als Nebendarstellerin und als schlechteste Fortsetzung. Bei den Männern wurde Tom Cruise als Hauptdarsteller in "Die Mumie" genannt, Oscar-Preisträger Mel Gibson als Nebendarsteller in der Komödie "Daddy's Home 2 - Mehr Väter, mehr Probleme!" Die "Goldene Himbeere" wurden 1980 von dem Cineasten John Wilson als Gegenstück zur glanzvollen Oscar-Verleihung ins Leben gerufen. Nach Angaben der Gruppe hatten mehr als 1000 Mitglieder aus den USA und 26 weiteren Ländern abgestimmt.

César geht an "120 BPM" und Penélope Cruz

Französischer Filmpreis in Paris vergeben

Bei der Gala zur Auszeichung der besten französischen Filme hat das Drama "120 BPM" gleich sechs Césars gewonnen, darunter den Preis für den besten Film des Jahres. Darin erzählt Regisseur Robin Campillo die Geschichte der französischen Aids-Aktivisten Anfang der 90er Jahre. Das Filmdrama "Loveless" vom russischen Regisseurs Andrej Swjaginzew wurde als bester ausländischer Film ausgezeichnet. Es handelt von einem Ehepaar, das vor der Scheidung steht und dessen Sohn spurlos verschwindet. Der Film wurde 2017 in Cannes mit dem Preis der Jury ausgezeichnet und ist für den Ausland-Oscar nominiert. Die spanische Schauspielerin Penélope Cruz bekam für ihre Karriere den französischen Ehren-César. Die 43-Jährige hat in mehr als 40 Produktionen mitgespielt und mit namhaften Regisseuren gedreht, darunter Kenneth Branagh und Pedro Almodóvar, der ihr auch den Preis übergab.

Labelchef Bergmann mit 74 gestorben

Er war das Herz des Trikont-Verlags

Der Chef des Münchner Plattenlabels Trikont, Achim Bergmann, ist tot. Er starb am Donnerstag im Alter von 74 Jahren, wie der alternative Buch- und Musikverlag am Freitagabend auf seiner Webseite mitteilte. "Bayrischer Anarchist und das Herz des Trikont-Verlags. 16.05.1943 - 01.03.2018", hieß es dort unter einem Foto von Bergmann vor einigen seiner Plattenveröffentlichungen. In den Händen hielt er das Album "Keine Macht für Niemand" von der linken deutschen Rockband Ton Steine Scherben. Bergmanns Indie-Label veröffentlichte in 50 Jahren knapp 500 Schallplatten und CDs - ohne Anbiederung an den Kommerz.

#MeToo-Bewegung auch beim Filmpreis César

Französische Stars rufen zu Spenden auf

Bei der Verleihung des französischen Filmpreises César haben viele Darsteller des Landes Bezug auf die aktuellen #MeToo- und "Time's Up"-Bewegungen genommen. Die französischen Filmstars trugen am Freitagabend kleine weiße Schleifen als Zeichen der Solidarität mit Opfern von sexueller Belästigung am Arbeitsplatz. Während der Gala wurden Menschen über die Filmbranche hinaus aufgefordert, #MaintenantOnAgit (etwa: Jetzt handeln wir) zu unterstützen. Die in dieser Woche gestartete Kampagne hilft Belästigungs- und Missbrauchsopfern, rechtliche Schritte gegen mutmaßliche Täter einzuleiten. Mehr als 100 französische Promis, darunter Schauspielerin Sandrine Bonnaire, Schauspielerin und Regisseurin Julie Gayet sowie Regisseurin Agnès Jaoui hatten zu Spenden aufgerufen.

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