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Mittwoch, 14.11.2018
 
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Kulturnachrichten

Freitag, 6. Juli 2018

Deutsch-russischer Schriftsteller Oleg Jurjew ist tot

Wiederkehrendes Thema des Antisemitismus

Der deutsch-russische Schriftsteller Oleg Jurjew ist im Alter von 58 Jahren gestorben. "Mit Oleg Jurjew verlieren wir alle einen wunderbaren Autor - und die Literatur hat einen großen und unermüdlichen Vorkämpfer für ihre Sache verloren", teilte der Verbrecher Verlag in Berlin mit. Der in Leningrad geborene Romancier, Lyriker, Dramatiker und Übersetzer lebte seit 1991 in Frankfurt. Er war mit der Schriftstellerin und Lyrikerin Olga Martynova verheiratet. Jurjew veröffentlichte auf russisch und in deutscher Übersetzung unter anderem die Romane "Frankfurter Stier", "Spaziergänge unter dem Hohlmond", "Der neue Golem oder Der Krieg der Kinder und Greise" und "Die russische Fracht" sowie mehrere Dramen und zahlreiche Essays und Aufsätze zur Literatur. Eines seiner wiederkehrenden Themen war der Antisemitismus.

"Zaman"-Journalisten in der Türkei verurteilt

Haftstrafen zwischen acht und zehn Jahren

Ein Gericht in Istanbul hat langjährige Haftstrafen gegen sechs Journalisten der mittlerweile geschlossenen Zeitung "Zaman" verhängt. Es befand sie wegen Verbindungen zum Putschversuch vom Juli 2016 und zur Gülen-Bewegung für schuldig. Verurteilt wurden sie wegen Mitgliedschaft in einer bewaffneten Terrorgruppe zu Haftstrafen zwischen acht und zehn Jahren. Für fünf weitere Zeitungsmitarbeiter gab es Freisprüche. Die Zeitung "Zaman" galt als Sprachrohr der Bewegung des im US-Exil lebenden islamischen Predigers Fethullah Gülen. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan wirft Gülen vor, hinter dem Putschversuch zu stecken, was dieser zurückweist.

Bad Hersfelder Festspiele: Alles neu?

Bürgermeister regt Gründung einer gGmbH an

Der Bad Hersfelder Bürgermeister Thomas Fehling hat eine Ausgründung der Bad Hersfelder Festspiele in eine gemeinnützige GmbH angeregt. Die bisherige Organisationsform Regiebetrieb sei ein sehr riskantes Spiel mit dem Feuer, weil die Stadt im Falle sinkender Steuereinnahmen dann auch ihre Mittel kürzen müsste, sagte er bei der Eröffnung der 68. Festspiele. Das könne sehr schnell existenzgefährdend für das Theater-Festival werden. Die Festspiele seien im städtischen Haushalt eine sogenannte freiwillige Leistung, die im Falle sinkender Steuereinnahmen sofort an die aktuellen Finanzentwicklungen angepasst werden müsste, erläuterte Fehling laut Redemanuskript. Die Finanzaufsicht habe in dieser Frage in den vergangenen Jahren die Zügel angezogen und schaue den Städten stärker auf die Finger. Fehling kündigte an, eine entsprechende Beschlussvorlage zur Ausgründung demnächst zur Entscheidung ins Stadtparlament einzubringen.

Historiker: Anne Franks Familie wollte in die USA fliehen

Einreisebedingungen vereitelten Fluchtversuch

Nach Erkenntnissen von Historikern wollte die Familie von Anne Frank (1929-1945) vor den Nazis in die USA oder nach Kuba fliehen. Der Fluchtversuch sei aber an den strikten Einreisebedingungen der US-Behörden gescheitert und dann durch den Ausbruch des Zweiten Weltkriegs vereitelt worden, berichtet die britische Zeitung "Jewish News". Schließlich blieb der jüdischen Familie nur noch das Versteck in der Amsterdamer Prinsengracht, bevor die Nazis sie 1944 entdeckten und deportierten. Anne und ihre Schwester wurden in Bergen-Belsen umgebracht. Ihr Vater, Otto Frank, überlebte und veröffentlichte nach dem Krieg die Tagebücher seiner Tochter, die weltberühmt wurden.

Welt-Artikel über Jürgen Habermas als Pamphlet

Politikwissenschaftler: Dahinter steckt eine Strategie von Springer

Der Politikwissenschaftler Albrecht von Lucke, Herausgeber der Blätter für Internationale Politik, hat den Philosophen Jürgen Habermas gegen Vorwürfe des Schriftstellers Joachim Lottmann verteidigt. In der Zeitung "Die Welt" hatte Lottmann Habermas als „Oberpriester der geistigen Elite Deutschlands und Frankreichs" bezeichnet und ihm als linkem Denker eine Mitverantwortung zugewiesen am Rechtsruck in Deutschland. Der Artikel sei ein Pamphlet, sagte von Lucke in unserem Programm. Lottmann mache „Habermas zum Nazi, der wegen des ewigen Wiedergutmachens nicht in der Lage sei, sich den wirklichen Fragen der Welt zu stellen." Dahinter sieht von Lucke eine Strategie: "Er schreibt in den Teilen, und das ist die harte Auseinandersetzung, die mit aller Macht in den letzten Wochen, nämlich die Zeitschriften des Springer-Konzerns, Welt wie Bild, gegen die Vorstellung eines solidarischen Europas geschossen haben. Das ist das Interessante. Deswegen ist diese Vorstellung, er wäre hier der Vertreter eines rebellischen Geistes, eines Anti-Establishments, ist eine solche Fehldarstellung." Bild und Welt machten seit Wochen die Södersche Position hin zum Nationalen stark. In seiner Rede beim Deutsch-Französischen Medienpreis hatte Habermas die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union zu mehr Solidarität aufgerufen und den „Rückzug hinter nationale Grenzen" kritisiert.

Im Fürstengrab "Bornhöck" lagen zwei Fürsten

Eigentümer der Himmelsscheibe von Nebra

Im rund 3800 Jahre alten bronzezeitlichen Hügelgrab "Bornhöck" bei Dieskau (Saalekreis) sind zwei Fürsten bestattet worden. Das ist ein Ergebnis monatelanger Laboruntersuchungen. "Mit hoher Wahrscheinlichkeit war einer der Fürsten Eigentümer der Himmelsscheibe von Nebra", sagte Landesarchäologe Harald Meller in Halle. "Der erste Fürst wurde vor etwa 3800 Jahren, der zweite vor 3750 Jahren bestattet." Der kegelförmige Hügel hatte in der frühen Bronzezeit eine Höhe von 13 Metern und einen Durchmesser von 65 Metern. Er ist das größte bekannte Herrschergrab der frühen Bronzezeit in Mittel- und Nordeuropa. Die erste Grabkammer wurde bereits im Mittelalter geplündert, die zweite im Jahr 1874. Damals wurden 13 Goldgegenstände entdeckt. Seit 1945 liegen fünf Stücke in Moskau, der Rest ist verschollen.

Musikwissenschaftler neuer Intendant des Weill Fests

Jan Henric Bogen will internationalere Ausrichtungdes Festivals

Nach einer Interimslösung mit einem Team an der Spitze bekommt das Kurt Weill Fest Dessau nun wieder einen Intendanten. Die Wahl fiel auf den 35 Jahre alten Jan Henric Bogen, teilte die Kurt-Weill-Gesellschaft mit. Der Musikwissenschaftler und Jurist werde das Festival ab dem Jahr 2020 gestalten. Der Musikwissenschaftler und Jurist werde das Festival ab 2020 gestalten, er setze stärker auf eine internationale Vernetzung und eine heutige Interpretation der Werke Weills, darunter die Dreigroschenoper. Derzeit arbeitet Bogen als stellvertretender künstlerischer Direktor an der Opera Vlaanderen in Antwerpen und Gent.

Paul-Celan-Preis an Übersetzer Thomas Brovot

Jury: Formal hochkomplexen Text zum Lesegenuss gemacht

Der Übersetzer Thomas Brovot (59) erhält den diesjährigen Paul-Celan-Preis für herausragende Übersetzungen ins Deutsche. Brovot werde für sein Gesamtwerk geehrt, das unter anderem Übersetzungen von Mario Vargas Lllosa enthält, begründete der Deutsche Literaturfonds die Entscheidung. Der mit 15.000 Euro dotierte Preis wird am 11. Oktober auf der Frankfurter Buchmesse vergeben. Besonders würdigte die Jury Brovots Übersetzung des Romans "Reise zum Vogel Simurgh" von Juan Goytisolo. Darin sei es ihm gelungen, "diesen formal und thematisch hochkomplexen, auf den ersten Blick kryptisch anmutenden Text [...] in ein ebenso flüssiges wie präzises und virtuos rhythmisiertes Deutsch zu einem seltenen Lesegenuss zu machen."

Tiananmen-Platz soll ins Unesco-Welterbe

China wünscht Aufnahme von 14 Stätten

Das Mausoleum für Mao Tse-tung und der Tiananmen-Platz sollen Weltkulturerbe werden. Das wünscht sich zumindest China. Das Land bewirbt sich um die Aufnahme von 14 historischen Stätten in Peking in die Welterbeliste der Unesco. Nach Angaben von staatlichen Medien befinden sich die Monumente entlang der alten Zentralachse, die Peking von Norden nach Süden durchquert. Auf dem Tiananmen war die chinesische Armee in der Nacht zum 4. Juni 1989 mit Panzern gegen die Studenten vorgegangen, die dort seit sechs Wochen für mehr Demokratie demonstrierten. Das Unesco-Welterbekomitee entscheidet jedes Jahr darüber, welche Kultur- und Naturstätten es neu in die Welterbeliste aufnimmt.

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