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Lesart / Archiv | Beitrag vom 26.05.2015

Deutsch-israelische BeziehungenBücher, die wie Vögel fliegen

Der israelische Künstler Ron Segal im Gespräch mit Frank Meyer

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Der israelische Regisseur Filmemacher Ron Segal (Deutschlandradio Kultur / Stefan Ruwoldt)
Der israelische Autor und Filmemacher Ron Segal (Deutschlandradio Kultur / Stefan Ruwoldt)

Bücher, die wie Vögel zwischen Deutschland und Israel wandern: Zu sehen sind sie in der Installation "Migrating Books" in der Berliner Akademie der Künste. Der Israeli Ron Segal hat sie mitgestaltet: ein Kontrapunkt zur Bücherverbrennung der Nazis 1933.

Für den israelischen Künstler Ron Segal war Micha Ullmans Denkmal zur Bücherverbrennung auf dem Berliner Bebelplatz die große Inspiration: leere Regale unter der Erde, sichtbar durch eine Glasplatte. "Wenn Micha Ullman Regale ohne Bücher zeigt, versuchen wir Bücher ohne Regale zu zeigen", sagt Segal. Die leere Bibliothek werde also geöffnet - mit Büchern allerdings, die kein Ersatz sein sollen für die verbrannten Werke. Zu sehen seien vielmehr Bücher, die in den vergangenen 50 Jahren deutsch-israelischer Beziehungen entstanden sind.

"Ich beschäftige mich mit dem Thema - wahrscheinlich, weil ich dritte Generation bin"

Zu Berlin hat der Israeli eine ganz persönliche Beziehung: Segals Großmutter stammt aus Schöneberg, floh 1938 im Alter von 16 Jahren per Schiff nach Palästina. Seit 2009 lebt Segal mit ein paar Unterbrechungen in der deutschen Hauptstadt. Vor einem halben Jahr veröffentlichte er seinen ersten Roman "Jeder Tag wie heute". Er erzählt von einem israelischen Schriftsteller, der den Holocaust überlebt hat und nach Deutschland zurückkehrt, um seine Erinnerungen aufzuschreiben. "Ich beschäftige mich mit dem Thema - wahrscheinlich, weil auch ich 'Dritte Generation' bin", sagt Segal. "Manche Ideen passen besser als Buch, andere als Architektur."

Die Installation "Migrating Books" ist noch bis 7. Juni in der Berliner Akademie der Künste am Hansaplatz / Hanseatenweg 10 zu sehen.

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