Seit 04:00 Uhr Nachrichten
Mittwoch, 25.11.2020
 
Seit 04:00 Uhr Nachrichten

Thema / Archiv | Beitrag vom 12.04.2005

"Desperate Housewives"

Neue TV-Serie aus den USA

Vorgestellt von Michael Meyer

Die Darstellerinnen der Serie "Desperate Housewives" (AP Archiv)
Die Darstellerinnen der Serie "Desperate Housewives" (AP Archiv)

Im deutschen Fernsehen gibt es derzeit eine regelrechte Renaissance an ungewöhnlichen und gelungenen Fernsehserien aus den USA. "Sex and the city" oder "Six Feet Under" sind nur einige Beispiele. Jetzt startet eine weitere Serie namens "Desperate Housewives" - eine Serie rund um das Leben von vier mehr oder wenige verzweifelten Hausfrauen.

Wie schon Billy Wilder in "Sunset Boulevard" oder Sam Mendes in "American Beauty" bedienen sich auch die Macher von "Desperate Housewives" eines überraschenden dramaturgischen Kniffs: Sie erzählen ihre Geschichte durchgängig aus der Sicht einer Toten, die die Serienhandlung als körperlose Stimme aus dem Hintergrund kommentiert.

Warum aber diese Erzählerin, Mary Alice Young, schon zu Anfang der allerersten Folge zum Revolver greift und ihrem idyllischen Vorstadtleben selbst ein Ende macht, bleibt in der Serie lange Zeit im Dunkeln.

Als Heldinnen der Handlung übrig bleiben nach ihrem Tod jedenfalls ihre vier Freundinnen, allesamt mehr oder weniger verzweifelte Hausfrauen, die ein Leben führen wie aus einer Kitschpostkarte: Nichts stört am sauber gemähten englischen Rasen - und wenn doch, greift die reiche Gattin Gabrielle höchstselbst zum Rasenmäher, weil sie ihren faulen, aber sexuell ungemein attraktiven Gärtner nicht verlieren will. Freundin Susan hingegen ist Single, aber auch nicht ohne Probleme: Sie hat einen Hang, sich immer in die falschen Männer zu verlieben. Lynette dagegen hat ihren gut dotierten Job aufgegeben, um sich um ihre vier Kinder zu kümmern und Bree ist das Klischee der ewig lächelnden, hyper-perfekten Vorstadtmutter - viel zu perfekt allerdings für ihren Ehemann, der deshalb auch die Scheidung will.

Der Reiz der "Desperate Housewives" besteht in dem gekonnten Spiel zwischen dem Klischee und seiner Zertrümmerung. Der amerikanische Traum reicht in der Serie nur bis zur Haustür - dahinter verbergen sich die Abgründe. Es hat den Drehbuchautoren offenbar viel Vergnügen bereitet, das amerikanische Vorstadtidyll zu demontieren - und dabei stört es gar nicht, dass fast sämtliche Darsteller und Darstellerinnen so gut aussehen, als wären sie soeben einem Modelkatalog entsprungen. Auch das Idealbild der glücklichen Mutter, die nichts lieber tut, als ihren Job aufzugeben und sich dem Nachwuchs zu widmen, wird in der Serie zum Abschuss freigegeben.

Die Serie "Desperate Housewives" ist eine Mischung aus Comedy, Drama, Satire und Telenovela, die sich lohnt anzuschauen. Ob die Alltagserlebnisse der vier amerikanischen Vorstadt-Hausfrauen auch über eine längere Zeit, gar über mehrere Jahre tragen, bleibt zwar noch abzuwarten - für den Anfang aber überzeugt die Serie allemal.

"Desperate Housewives", jeden Dienstag um 21:15 Uhr auf Pro Sieben.

Thema

Karl der GroßeKunstsinniger Barbar
Eine Figur Karls des Großen steht am 16.06.2014 in Aachen (Nordrhein-Westfalen) im Centre Charlemagne. Die Ausstellung "Karl der Große, Macht, Kunst, Schätze" ist vom 20.06.2014 bis zum 21.09.2014 in Aachen zu sehen.  (picture alliance / dpa / Oliver Berg)

Er war einer der Gründungsväter Europas: Karl der Große hat die karolingische Renaissance eingeleitet. Eigentlich sei es ihm aber nur um die Legitimierung seiner Macht gegangen, meint Kunsthistoriker Michael Imhof. Mehr

DDR-GeschichteSieg über den Ort des Grauens
Der ehemalige politische Gefangene Gilbert Furian in einer Gefängniszelle der Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus vom Verein Menschenrechtszentrum in Cottbus (Brandenburg). (picture alliance / dpa / Patrick Pleul)

Weil er in der DDR Interviews mit Punks publizierte, kam Gilbert Furian in den Cottbuser Knast. In der heutigen Gedenkstätte wird er nun in der Oper "Fidelio" mitsingen - um einen "großen Rucksack Bitterkeit" erleichtert.Mehr

Agenturfotos"Das ist sicher ein Aufbruch"
Sheryl Sandberg, Geschäftsführerin des US-amerikanischen Internetkonzerns Facebook  (picture alliance / dpa / Foto: Jean-Christophe Bott)

Die Karrierefrau, die am Schreibtisch sitzt, oder das schamlose Zeigen von Terroropfern in Afrika - Sheryl Sandberg von Facebook und Pam Grossman von der Bildagentur Getty Image wollen solchen Klischeefotos etwas entgegensetzen. Sie haben die Datenbank "Lean In Collection" gegründet. Mehr

weitere Beiträge

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur