Feature, vom 06.07.2021, 22:03 Uhr

Der Videopionier Ira SchneiderDancing with images

Ira Schneider machte schon Videokunst, als es das Wort noch gar nicht gab. Von Woodstock bis heute umfasst sein Werk eine vielhundertstündige Chronik. Und er ist immer noch aktiv. Werkerkundungen und Gespräche in Berlin und New York.

Ira Schneider (lks)und Daniel Heiss vor dem Werk »Wipe Cycle« von Frank Gillette und Ira Schneider, 1969. (ZKM | Zentrum für Kunst und Medien)
Ira Schneider (lks) und Daniel Heiss vor dem Werk »Wipe Cycle« von Frank Gillette und Ira Schneider, 1969. (ZKM | Zentrum für Kunst und Medien)

Wipe Cycle (ZKM | Zentrum für Kunst und Medien)Wipe Cycle (ZKM | Zentrum für Kunst und Medien)Ira Schneider, 1939 in New York geboren,  filmt alles, was ihn interessiert. Er gehört zu der Generation, der die Einführung der Technik "Video" ab 1968 eine neue Unmittelbarkeit ermöglichte. Er fängt mit der Kamera direkt, verwackelt und unmittelbar das Leben ein, wie es bisher weder im Kino noch im Fernsehen zu sehen war. Eine seiner bedeutendsten Werke ist die Videoinstallation Wipe Cycle, die 1969 in der Howard Wise Gallery in New York im Rahmen der Ausstellung "TV as a creative medium" zu sehen war. Er war Teil der Raindance Foundation, einer wegweisenden Gruppe amerikanischer Künstler und Wissenschaftler, die in den 1970ern begann, das Monopol des kommerziellen Fernsehens in Frage zu stellen. Ein Teil seines Archivs liegt im ZKM (Zentrum für Kunst und Medien) in Karlsruhe. Ira Schneiders Videos zeigen nicht das, was auf der Bühne passiert. Er blickt humorvoll neben oder hinter die große Bühne. Die Autorin hat den Künstler zufällig kennengelernt und viele Stunden mit ihm vor dem Bildschirm verbracht.

Ira Schneider, 2017 (ZKM | Zentrum für Kunst und Medien)Ira Schneider, 2017 (ZKM | Zentrum für Kunst und Medien)


Ursendung
Dancing with images
Der Videopionier Ira Schneider
Von Beate Becker
Mit: Marina Frenk
Regie: Die Autorin
Ton: Andreas Stoffels
Produktion: Dlf Kultur 2021
Länge: 28‘00

Im Anschluß von Mareike Maage "Robert Wilsons Watermill"


Beate Becker, geboren 1967 in Nürnberg, Buchhändlerlehre, studierte Germanistik und Geschichte. Autorin und Regisseurin. Lebt in der Pfalz. Zuletzt für Deutschlandradio: "Sieht man ja, was es ist. Der Maler Sigmar Polke und sein filmisches Werk" (2016), "Manchmal artet es in Musik aus" (2017), "Das Dorf ist überall – Ein Landtagebuch" (2017), "Back to Yerevan" (2017), "Musikalischer Maßstab. Unterwegs mit Sven Ake Johansson" (2019, "Eine gute Geschichte ist nie ganz erklärbar- Edgar Reitz" (2019),  "Instant Composing" (2020).

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