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Konzert / Archiv | Beitrag vom 28.01.2017

"Der Vampyr" von Heinrich MarschnerInspirierender Saft

Aufzeichnung aus Genf

Der Vampyr, Musiktheater nach Heinrich Marschner, Komische Oper Berlin (Iko Freese / drama-berlin.de)
Ein Szenenbild aus der Oper "Der Vampyr" von Heinrich Marschner an der Komischen Oper Berlin (Koproduktion mit dem Grand Théâtre de Genève) (Iko Freese / drama-berlin.de)

Heinrich Marschners Oper "Der Vampyr" ist eine frühe Form des Horrortheaters. Wir bringen einen Mitschnitt aus der Genfer "Opéra des Nations". Ira Levin dirigiert das Orchestre de la Suisse Romande. Tómas Tómasson singt die Hauptrolle.

Schon lange vor dem Roman "Graf Dracula" war die gruselig-blutrünstige Vampir eine beliebte Figur, sogar auf der Opernbühne. Der heute nur noch selten gespielte Komponist Heinrich Marschner hat mit seiner Oper "Der Vampyr" (von 1828) ein Musterbeispiel der Gattung geschaffen. Beinahe zeitgleich schrieben andere Romantiker Opern über denselben Stoff. In seiner Rolle, der des Vampyrs, müsse er - ohne Frage - einen teuflischen Sadisten geben, erklärte der Sänger Tómas Tómasson in Genf. Doch solch teuflischen Gestalten zu spielen, fände er sehr interessant.

Die Handlung ist erdenklich einfach: Lord Ruthwen, der Vampyr, ist mit dem Teufel im Bunde und muss ihm das Blut dreier junger Frauen übergeben, um selbst weiterleben zu dürfen. Die ersten beiden kann der Vampyr mühelos "austrinken", doch die dritte ist Malwina, die Tochter des Lords von Davenant, bei der Ruthwens eigener Assistent Edgar Aubry Gefühle zeigt. Dieser Vertraute bricht seinen Eid, den er Ruthwen geleistet hat, und offenbart dessen wahre Eigenschaft der Öffentlichkeit. Malwina ist gerettet, der Vampyr ist enttarnt und fährt zur Hölle.

Wir bringen diesen Mitschnitt der Oper "Der Vampyr" aus der Genfer "Opéra des Nations" - das Werk wurde dort in einer stark gekürzten und durch neue Zwischenmusikern von Johannes Hofmann ergänzten Fassung gespielt. Diese Koproduktion mit der Komischen Oper Berlin war zuvor auch schon in der Bundeshauptstadt zu erleben. Ira Levin dirigierte das Orchestre de la Suisse Romande, er hat die Berliner Fassung wieder ein wenig dem Original Marschners angenähert. Wegen Bauarbeiten fand diese Aufführung des "Grand Théâtre de Genève" in der "Opéra des Nations" statt.

Opéra des Nations Genf
Aufzeichnung vom 29. November 2016

Heinrich Marschner
"Der Vampyr”, große romantische Oper in zwei Aufzügen
Libretto: Wilhelm August Wohlbrück

Tómas Tómasson, Bariton - Lord Ruthwen, der Vampir
Jens Larsen, Bass - Sir Humphrey, Lord von Davenaut
Laura Claycomb, Sopran - Malwina, seine Tochter
Chad Shelton, Tenor - Sir Edgar Aubry
Ivan Turšic, Tenor - George Dibdin, Diener in Davenauts Haus
Maria Fiselier, Sopran - Emmy Perth
Chor des Grand Théâtre Genf
Orchestre de la Suisse Romande
Leitung: Ira Levin

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